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Pausen bei der ArbeitTipps gegen Erschöpfung: „Tatsächlich reichen fünf Minuten“

Immer mehr zu tun? Immer weniger Zeit zum Durchatmen? Das muss nicht sein. Ein Experte verrät Tipps, damit der Akku nicht ständig leer ist.Nina Jerzy 07.10.2024 - 09:48 Uhr
Foto: imago images

WirtschaftsWoche: Herr Oberhofer, viele Menschen klagen über Erschöpfung. Sie plädieren vor allem für kurze Pausen im Arbeitsalltag, um dem vorzubeugen. Warum?
Johannes Oberhofer: Studien zeigen: Menschen können 90 bis 120 Minuten sehr effizient arbeiten. Dann aber braucht unser Gehirn eine kurze Erholung, um wieder Energie aufzuladen. Diese Zeit ist besonders wertvoll.

Wie lang sollte sie sein?
Tatsächlich reichen fünf Minuten. Aber natürlich gilt: Je länger, desto intensiver ist die Erholung. 

Machen das viele Menschen nicht automatisch, etwa durch den regelmäßigen Gang zur Kaffeemaschine?
Ich fürchte, nein. Die Realität vieler Mitarbeitenden sieht so aus, dass sie von Meeting zu Meeting springen und dadurch oft den ganzen Vormittag in einer Position am Schreibtisch verbringen. Mal kann das in Ordnung sein. Aber ohne Pausen bis zu völliger geistiger Erschöpfung durchzuarbeiten, ist leider zur Normalität geworden. Das müssen wir ändern.

Foto: PR
Zur Person
Johannes Oberhofer

Wie sollten die kurzen Pausen denn aussehen?
Eine reine Unterbrechung der Arbeit am PC durch Ablenkung am Smartphone reicht nicht aus.

Sondern?
Ich sollte mich erst einmal fragen: Was gibt mir Energie? Und was raubt mir Energie?

Sollte die Belegschaft diese kleinen Pausen gemeinsam einlegen, damit sie niemand vergisst?
Das halte ich nicht für sinnvoll. Denn jeder hat andere Aufgaben. Aber der Arbeitgeber kann zum Beispiel Energiezonen einrichten – etwas abgelegene Bereiche, in denen die Leute einfach mal ungestört aus dem Fenster in die Ferne gucken können. Das beruhigt das zentrale Nervensystem ungemein und lässt das Gehirn wieder aufladen.

Leider hat nicht jeder eine schöne Aussicht. Kann ich mir auch ein Bergpanorama auf dem Computer anschauen?
Nein, denn das Entscheidende ist, dass wir nicht immer nur in die Nähe und nach unten schauen – beispielsweise auf einen Bildschirm – sondern das Auge nach außen richten. Das ist stark in unserer Genetik verankert, wie damals bei unseren Vorfahren in der Steppe.

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Es geht also um das Sehen an sich, die Aussicht ist irrelevant?
Das Motiv ist völlig egal.

Ich kann mich also auch beim Blick auf den Parkplatz entspannen?
Absolut. Suchen Sie sich den am weitesten entfernten Punkt, zum Beispiel eine Antenne oder ein Verkehrsschild. Im schlechtesten Fall würde es sogar reichen, in die entfernteste Ecke des Büros zu schauen.

Wie schaffe ich es, dass kurze Pausen im Alltag nicht untergehen – einen Wecker stellen?
Ich würde das eher an bestehende Gewohnheiten im Alltag koppeln. Meetings sind ein guter Anhaltspunkt. Ich kann mir zum Beispiel vornehmen: Nach jedem Meeting verändere ich meine Position, wende meinen Blick bewusst vom Bildschirm oder lade meine Energiereserven auf. Diese Kopplung funktioniert in der Praxis wunderbar.

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Sie empfehlen Vorgesetzten außerdem, Meetings auf Zeiten zu legen, an denen die Teilnehmer besonders produktiv sind. Wann sind die meisten Menschen denn fit?
Viele Menschen haben am Vormittag gegen 10 Uhr oder 10.30 Uhr eine  Hochenergiephase. Der frühe Nachmittag nach dem Mittagessen ist hingegen eine eher unproduktive Zeit. Viele Menschen haben außerdem am Abend noch mal einen Energieschub, sodass ihnen Arbeit leicht von der Hand geht. Da stellt sich die Frage: Sind flexible Arbeitszeiten sinnvoller?

Gibt es Energiefresser, die sich leicht aus dem Weg räumen lassen?
Es klingt banal, aber ich würde als Erstes empfehlen: Schult eure Belegschaft in den Grundlagen der Kommunikationsmedien. Die wurden während der Coronapandemie oft Hals über Kopf eingeführt. Viele Menschen sind gestresst, weil sie einfache Sachen nicht wissen. Sie trauen sich aber nicht, Jahre später zu fragen, wie sie eigentlich Benachrichtigungen ausschalten oder ihren Anwesenheitsstatus ändern.

Vielleicht ein Anfang, jetzt, kurz nach dem Sommerurlaub, wenn alle noch energiegeladen sind?
Ein Anfang wäre es, wenn eine Führungskraft nach dem Sommerurlaub überhaupt erst einmal anspricht, dass wir alle mit unseren Energiereserven haushalten sollten. Vorgesetzte sollten ein Bewusstsein dafür schaffen und mit gutem Beispiel vorangehen.

Lesen Sie auch: Fast jeder Zweite fühlt sich einer Umfrage zufolge im Job massiv unter Druck gesetzt. Der Grund: Die eigenen Erwartungen sind zu hoch. So entkommen Sie der Perfektionismus-Falle.

Hinweis: Dieser Artikel ist erstmals am 29. September erschienen. Wir zeigen ihn aufgrund des Leserinteresses erneut.

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