Krieg in der Ukraine Schröder geht mit Putin unter

Quelle: imago images

Mit der Weigerung, seine Ämter in russischen Staatskonzernen aufzugeben, isoliert sich der Altkanzler ebenso wie sein Männerfreund Putin. Ein Kommentar.

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Als Putins Panzer über die ukrainische Grenze rollten, ließ Gerhard Schröder die allerletzte Gelegenheit verstreichen, sich noch halbwegs anständig von seinem Engagement bei Rosneft, Gazprom und North Stream zurückzuziehen. Der Altkanzler nutzte sie nicht. Ein paar lauwarme Worte der Kritik – mehr war vom früheren „Genossen der Bosse“ nicht zu hören.

Seinen Irrtum zuzugeben und auf die üppige Besoldung aus den Kassen des Kreml zu verzichten, kam ihm offenbar nicht in den Sinn. Da ist es nur folgerichtig, wenn andere Unternehmen wie etwa Herrenknecht und Borussia Dortmund oder Universitäten sich von Schröder distanzieren. Man will einfach nichts mehr mit einem Mann zu tun haben, der sich weigert, auf Distanz zu einem Kriegsverbrecher wie Wladimir Putin zu gehen.

Selbst in der SPD, die eine lange Tradition der Freundschaft mit Russland pflegt, hat man jetzt die Nase voll, wie die Anträge auf Parteiausschluss belegen. Solidarität ist ein hoher Wert bei Sozialdemokraten, aber die Partei Willy Brandts muss keinen Mann wie Schröder mehr in ihren Reihen dulden. Wir werden Zeuge eines dramatischen Ansehensverlusts und einer gesellschaftlichen Isolation. Schröder wird mit seinem Starrsinn untergehen, ebenso wie der „lupenreine Demokrat“ Putin.

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