Akku-Revolution!? Tesla präsentiert günstigen Solarstromspeicher

Tech: Akku-Revolution!? Tesla präsentiert günstigen Solarstromspeicher

von Benjamin Reuter

Jetzt müssen sich die Energieversorger sehr sehr warm anziehen ...

Was Elon Musk anpackt, das gelingt – meistens. Zwar ist es dem Serien-Unternehmer und seinem Startup SpaceX noch nicht geglückt, eine Weltraumrakete sicher auf einer schwimmenden Plattform im Meer zu landen (die Rakete kippte auf der Plattform um). Aber immerhin kam Musk mit Paypal zu Ruhm und Geld und mischt seit einigen Jahren mit seinem Auto-Startup Tesla die Branche auf.

Nach Meinung vieler Experten gibt es derzeit kein besseres E-Auto als das Tesla Model S. Das allerdings hat mit rund 80.000 Euro und mehr auch seinen Preis. Um künftig auch im günstigen Segment bei der Konkurrenz wildern zu können, baut Musk derzeit eine gigantische Batteriefabrik in den USA. Sie soll die Kosten für die heute noch teuren Akkus drastisch senken.

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Kosten von 3500 DollarWas liegt da näher als die Akkus auch als stationäre Solarstromspeicher einzusetzen? Gesagt, getan. Jetzt präsentierte Musk die Akkus für Privathaushalte und Unternehmen. Und wie das Auto bei der Mobilität, haben sie das Zeug die Energiebranche kräftig durcheinanderzuwirbeln.

Eine ganz große Überraschung war die Präsentation der Powerwall genannten Akkus nicht, sind die Batterien doch schon länger zum Beispiel in Pilotprojekten in Kalifornien im Einsatz. Das Unternehmen soll in den vergangenen Jahren schon mehrere Hundert Testsysteme zusammen mit Solaranlagen installiert haben.

Die von Musk vorgestellten Heimakkus haben eine  Speicherkapazität von sieben oder zehn Kilowattstunden. Das genügt, um einen Haushalt ungefähr einen Tag mit Strom zu versorgen. Der Besitzer kann sich die 100 Kilogramm schwere Batterie mit den schlanken Maßen von 130 x 86 x 18 Zentimeter einfach an die Wand hängen.

Lichtblick ist Partner in DeutschlandDer wirkliche Knaller ist aber der Preis: Die Variante mit zehn Kilowattstunden kostet nur 3500 Dollar (ca. 3100 Euro), die mit sieben 3000 Dollar (Leistung 3 Kilowatt in der Spitze). Zum Vergleich: In Deutschland kosten Akkus mit zehn Kilowattstunden Speicherkapazität rund 9.000 Euro (deren Leistung allerdings höher ist). Ab Sommer will Tesla die Akkus in den USA ausliefern. Installiert sein soll der Akku in nur einer Stunde.

Tesla gibt eine Garantie für seinen Akku von zehn Jahren. Das ist auch das, was die meisten deutschen Anbieter versprechen. Tesla bietet zudem größere Batterien für Unternehmen an.

Wie ist Teslas Ankündigung nun einzuordnen?

Mit einem Preis von rund 3000 Euro bedeutet die Batterie nichts weniger als eine Revolution für den Strommarkt. Denn jetzt kann ein Eigenheimbesitzer mit einer Solaranlage sich selbst extrem günstig mit Strom versorgen – auch in den Abendstunden, wenn keine Sonne scheint.

Der Preis für eine selbstproduzierte Kilowattstunde Sonnenstrom, die im Speicher gelagert wurde, dürfte damit bei unter 20 Eurocent liegen. Strom aus der Steckdose kostet rund 28 Cent. Die Energieversorger werden also künftig signifikant weniger Strom verkaufen.

Hinzu kommt: In den USA steht mit Solarcity einer der größten Anbieter von Solaranlagen bereit, die Batterien in sein Angebot aufzunehmen und an seine Kunden zusammen mit Solaranlagen zu verkaufen. Dadurch könnten die Absatzzahlen schnell steigen.

So will Solar City eine Milliarde Dollar in neue Solaranlagen bei Geschäftskunden investieren (die Kunden leasen die Anlagen meist, statt sie zu kaufen). Das wiederum würde die Preise weiter senken (auch für die Akkus in E-Autos) und Tesla eine zusätzliche Einkommensquelle verschaffen.

Interessantes Detail am Rande: Wie Spiegel Online berichtet, wird der Hamburger Ökostromanbieter Lichtblick Partner von Tesla in Deutschland, um die Batterien "in den Markt zu bringen". Die Hamburger sind derzeit der wohl visionärste Stromversorger in Deutschland.

Die Billigakkus von Tesla sollen dabei in das öffentliche Stromnetz eingebunden werden, so dass Schwankungen, die durch erneuerbare Energien entstehen, ausgeglichen werden. Damit können die Akkubesitzer (und Lichtblick) sogar Geld verdienen. Der Akku rechnet sich noch schneller. Lichtblick testet gerade ein ähnliches System mit Elektroautos in Berlin.

Fazit: Für Eigenheimbesitzer mit einer Solaranlage ist es jetzt keine Frage mehr, ob sie einen Akku kaufen – sondern nur noch wann.

Hier noch einige Reaktionen aus dem Netz zur Heimbatterie von Tesla:

#Tesla’s $3,000 Powerwall Will Let Households Run Entirely On #SolarEnergy http://t.co/ELoZ35bTkK pic.twitter.com/zNzAJX0KvL

— Steven Z. Ehrlich (@99GR81) May 1, 2015

This could revolutionarize the way our homes are powered! #Tesla #FutureIsNow http://t.co/HzCdXMGhpf

— MattiLammikko (@mattilammikko) May 1, 2015

#Tesla wants its #PowerWall to save the grid and your bank account | Wow, this changes the energy game! http://t.co/CDBs90ReUr

— Kelvin T (@cheanliang) May 1, 2015

A big break through: #Tesla’s $3,000 #Powerwall Will Let Households Run Entirely On #SolarEnergy | TechCrunch http://t.co/BanduhvflZ

— Zareef (@ZR33F) May 1, 2015

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