ADAC: Scharfe Kritik an August Markls Reformen
Ist der ADAC mit Präsident August Markl an der Spitze wieder auf dem richtigen Weg?
Foto: dpa Picture-AllianceAugust Markl hatte etwas loszuwerden. Zwei Tage vor dem Erscheinen eines WirtschaftsWoche-Artikels über den Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) lässt der Präsident sein Büro eine Mail an etliche Funktionäre, Angestellte und sogar einige ehemalige Mandatsträger schicken. Beigefügt: Eine Anfrage der WirtschaftsWoche.
„Damit jeder von Ihnen sehen kann, mit welcher Dreistigkeit und Unverfrorenheit die WiWo die zugespielten Dokumente nutzt, um am Ende des Tages das Image des ADAC zu diskreditieren“, schreibt der Präsident. „Woher diese Informationen zur WiWo gelangen, darüber möge sich bitte jeder seine eigenen Gedanken machen.“
Die Last der Krisen liegt noch immer auf dem ADAC.
Foto: dpa02. Dezember 2014
Der ADAC hat sich nach monatelangen Auseinandersetzungen mit seinem fristlos gekündigten Pressechef Michael Ramstetter geeinigt. Ramstetter habe Schadenersatz geleistet, sagte eine ADAC-Sprecherin Anfang Dezember in München und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Damit sei eine außergerichtliche Einigung erreicht worden. Zu der Höhe des geleisteten Schadenersatzes äußerte sich der ADAC nicht. "Im Übrigen wurde Stillschweigen vereinbart."
Ramstetter hatte im Januar Manipulationen beim ADAC-Preis "Gelber Engel" zugeben und den ADAC damit in eine tiefe Krise gestürzt. Nachdem ein Prüfbericht der Beratungsfirma Deloitte den Verdacht auf Fälschungen bestätigt hatte, wurde Ramstetter fristlos gekündigt. Er wehrte sich aber vor Gericht gegen Schadenersatzforderungen und die Kündigung.
Foto: dpa22. November 2014
Der ADAC steht nach dem Skandal um Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel" und Kritik an seinen wirtschaftlichen Aktivitäten vor einer grundlegenden Strukturreform. Dabei will der Autoclub seinen steuermindernden Vereinsstatus behalten. Ein entsprechender Reformplan, der aus mehreren Entwürfen ausgewählt wurde, soll der außerordentlichen ADAC-Hauptversammlung am 6. Dezember in München vorgelegt werden. Neben mehr Transparenz und besserer Nachvollziehbarkeit der Struktur soll die Reform auch der "erforderlichen und sinnvollen Trennung zwischen Vereins- und Wirtschaftsaktivitäten besser Rechnung tragen", wie ADAC-Sprecher Christian Garrels erklärte. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" und von NDR Info favorisiert der kommissarische ADAC-Präsident August Markl (66) ein Modell, das eine Ausgliederung der ADAC-Firmenholding in eine Aktiengesellschaft vorsieht. Diese Berichte wollte der Sprecher des Autoclubs nicht bestätigen und nicht kommentieren.
Foto: dpa10. November 2014
Der ADAC zieht sich aus dem umkämpften Markt für Fernbusse zurück und beendet seine Beteiligung an dem ADAC Postbus. Die Deutsche Post AG wird die Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen übernehmen. Über den Ausstieg des ADAC war seit Monaten spekuliert worden. Der Wettbewerb auf dem Fernbusmarkt hatte zuletzt auch andere Anbieter hart getroffen: Anfang November war bekanntgeworden, dass das Offenbacher Unternehmen DeinBus.de Insolvenz anmelden muste.
Foto: dpa22. Oktober 2014
August Markl, der kommissarische Präsident des ADAC, will auch in Zukunft auf dem Chefposten bleiben. Wie der Autoclub im Oktober mitteilte, wird Markl sich im Dezember auf einer außerordentlichen Hauptversammlung des ADAC als Präsident zur Wahl stellen. Der 66-Jährige, offiziell Erster Vizepräsident, war im Februar Interimschef geworden, nachdem Peter Meyer vom Präsidentenamt zurückgetreten war. "Ich fühle mich dem ADAC und seinem zutiefst solidarischen Grundgedanken von Hilfe, Rat und Schutz seit mehr als 40 Jahren so sehr verpflichtet, dass ich meine ursprüngliche persönliche Planung noch einmal hinten anstelle", erklärte Markl.
Foto: dpa23. April 2014
Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ werden liegengebliebene Kunden großer Autohersteller bei der Pannenhilfe bevorzugt. Mehrere ADAC-Insider hätten demnach berichtet, dass die „Gelben Engel“ häufig zunächst den Autofahrern helfen, die über die Hersteller ihrer Fahrzeuge versichert seien. Mehrere Autokonzerne haben den ADAC mit solchen Dienstleistungen beauftragt. Der ADAC hat den Vorwurf zurückgewiesen. „Alle Pannenfälle werden nach Eingang bearbeitet“, sagte ein Sprecher des Autoclubs.
Foto: dpa16. April 2014
Der frühere ADAC-Geschäftsführer Alfons Kifmann gibt in seinem Enthüllungsbuch "Die gelbe Gier" noch einmal Zunder ins Feuer der Wut auf den ADAC. So deckt Kifmann, der zwischen 1995 und 1998 Mitglied der Geschäftsführung sowie Chefredakteur der Clubzeitung "Motorwelt" war, etwa auf, dass die 650 Vertragsanwälte, die für den ADAC arbeiten, ein Auftragsvolumen von 460.000 Euro pro Kopf und Jahr erhalten. Die Anwaltslizenzen nennt er eine Lizenz zum Gelddrucken. Nahezu ebenso gut würden die Sachverständigenbüros und Abschleppdienste des ADAC verdienen.
Foto: FotoliaLaut Kifmann gibt der ADAC jährlich mehr als 50 Millionen Euro für den Motorsport aus, obwohl sich seit Jahren eine Mehrheit der Mitglieder dagegen ausspreche, dass Mitgliedergelder für den Motorsport verwendet werden. Eine weitere Anschuldigung: da der ADAC ein "Idealverein" ist, dürfte er kein Vermögen anhäufen - das tue er aber trotzdem. Laut Kifmann sitzt der ADAC auf "liquiden Vermögenswerten von mindestens drei Milliarden Euro".
Foto: FotoliaAuch Partys auf Kosten der Mitglieder gibt es laut Kifmann. Jährlich würde für "die obersten 189 Ehrenamtlichen des Vereins" auf der Hauptversammlung eine "Party mit Damen" gefeiert, samt Gala-Dinner und Besuch einer Spielbank. Die Rechnung dafür schätzt Kifmann auf einen siebenstelligen Betrag, der aus den Mitgliedsbeiträgen gezahlt werde.
Foto: FotoliaAuch bei den Mitgliederzahlen geht es laut Alfons Kifmann nicht mit rechten Dingen zu. Laut seinen Insiderinformationen sind die Zahlen geschönt, weil auch beitragsfreie Mitglieder eingerechnet würden. Dabei handele es sich um junge Menschen, die im ersten Jahr nach dem Wechsel von der beitragsfreien Jugendmitgliedschaft in die ordentliche Mitgliedschaft noch keinen Beitrag zahlen. Kifmann beziffert diese Gruppe auf rund 389.000.
Foto: Fotolia14. April 2014
TV- und Hörfunk-Werbespots sollen das ramponierte Image des ADAC wiederherstellen. Im Mittelpunkt sollen die "klassischen Serviceleistungen" des Clubs stehen, nämlich "Rat, Service und Hilfe", wie das 'Handelsblatt' schreibt. Ab Mai sollen die Spots anlaufen, die mehrere Millionen Euro kosten sollen. Die Idee, so berichtet das 'Handelsblatt', soll von der Münchener Kreativagentur Serviceplan entwickelt werden. Mediaplus, eine Tochter, vermarktet die Spots.
Foto: REUTERS4. April 2014
Der ADAC hat in der Aufarbeitung seiner Manipulationsaffäre weitere Konsequenzen gezogen und sich von seinem langjährigen Geschäftsführer Karl Obermair getrennt. Über die vertraglichen Details hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart, teilte der ADAC mit. „Es gibt eine einvernehmliche Trennungsvereinbarung, die von beiden Seiten unterschrieben worden ist“, sagte ADAC-Sprecher Christian Garrels. Erste Ergebnisse der entsprechenden Arbeitsgruppen könne es eventuell im Mai bei der Hauptversammlung geben. Obermair war zunehmend unter Druck geraten, nachdem er bei der Feier zur Wahl des Lieblingsautos der Deutschen im Januar Manipulationsvorwürfe harsch zurückgewiesen hatte. Tatsächlich aber bestätigten sich später die Vorwürfe. Der kommissarische ADAC-Präsident August Markl hatte schon Ende Februar angekündigt, dass sich der Club auch von Obermair trennen wolle. Wann Obermair den ADAC offiziell verlässt, blieb offen.
Foto: dpa04. März 2014
Nach dem Manipulationsskandal um den Autopreis „Gelber Engel“ sind dem ADAC weitere Mitglieder davongelaufen. Die Zahl der zusätzlichen Kündigungen aufgrund der aktuellen Entwicklungen sei auf 186.000 angewachsen, teilte der Automobilclub am Montag mit. Die Zahl ergebe sich durch den Vergleich mit den „normalen“ Monaten Januar und Februar des Vorjahres. Weitere 26.000 Kündigungen seien noch nicht bearbeitet - damit dürfte sich die Zahl der Austritte wegen der Affäre bisher auf über 200.000 belaufen. Im gesamten Jahr 2013 hatte der Club rund 490.000 Kündigungen verzeichnet. Dennoch lag der Netto-Zuwachs damals bei rund 528.000. Erstmals seit langem sank nun im Februar die absolute Zahl der Mitglieder leicht, nämlich um knapp 2500. In den vergangenen zehn Jahren hatte der mit 18,99 Millionen Mitgliedern zweitgrößte Autoclub der Welt stets dazugewonnen.
17. Februar 2014
Beim Autopreis „Gelber Engel“ des ADAC hat es schon seit Jahren Manipulationen bei der Wahl zum Lieblingsauto gegeben. Wie der Automobilclub am Montag in München mitteilte, wurde dabei zwischen 2009 und 2013 neben der Teilnehmerzahl auch die Rangfolge gefälscht.
12. Februar 2014
Wie die Zeitung "Die Welt" berichtet, gibt es den Verdacht, dass ein ADAC-Funktionär sich für den Bau der umstrittenen Waldschlößchenbrücke in Dresden eingesetzt hat. Die Dresdner Grünen haben demnach eine entsprechende Anfrage an die Oberbürgermeisterin gestellt, in der sie wissen wollen, "ob und welche Projekte es zwischen ADAC und der Landeshauptstadt seit 1990 gab, ob darüber Verträge bestanden und Kosten für Dresden entstanden sind." Zudem wird gefragt, "ob die Stadt (auch kostenlose) Angebote des ADAC erhalten und angenommen hat und ob damit zu rechnen ist, dass es in diesem Zusammenhang eine Presseberichterstattung zulasten der Landeshauptstadt geben könnte".
Die Waldschlößchenbrücke ist vielen ein Dorn im Auge. Das 180 Millionen Euro teure Bauwerk wird nicht nur etwa halb so viel genutzt, als vorausgesagt. Auch brockte der Bau der Stadt Dresden den Verlust des Welterbetitels der Unesco ein. Es schwelt der Verdacht, dass Statistiken gefälscht wurden, um den Bau durchzusetzen. Dem Bericht nach war ein führender Funktionär des ADAC maßgeblich an der Propaganda zugunsten der Brücke beteiligt und trat zudem als Sponsor und Organisator des Bürgerentscheids von 2005 auf, durch den der Bau letztendlich abgesegnet wurde.
Foto: dapd10. Februar 2014
ADAC-Präsident Peter Meyer tritt zurück. Der 64-Jährige legte nach einem Skandal um Manipulationen beim ADAC-Autopreis „Gelber Engel“ mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder. Die in den letzten Tagen erfahrenen Angriffe und Diffamierungen seiner Person belasteten nicht nur den ADAC, sondern auch seine Familie. Die Entscheidung zur Demission wurde von ihm allein und sorgfältig überlegt gefällt, sagte er in einer Mitteilung. „Für Fehler und Manipulationen von hauptamtlichen Führungskräften, denen gemäß ADAC-Satzung die Besorgung der laufenden Geschäfte obliegt, möchte ich nicht länger alleine verantwortlich gemacht werden“, erläuterte er in der Mitteilung. Zuvor hatte Meyer einen Rücktritt mehrfach ausgeschlossen.
Foto: dpa07. Februar 2014
Bei der Vergabe des ADAC-Preises „Gelber Engel“ für die Lieblingsautos der Deutschen sollen nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ nicht nur die Abstimmungszahlen manipuliert worden sein, sondern auch die Rangfolge der Sieger. Danach hätten die ADAC-Mitglieder eigentlich den VW Tiguan auf Platz fünf gewählt. Aber der Autoclub habe den 5er BMW auf Platz fünf gehoben, der bei der Abstimmung eigentlich nur auf Platz sieben gekommen sei, berichtete die Zeitung. ADAC-Sprecher Christian Garrels sagte, er könne den Bericht nicht bestätigen und verwies auf die Untersuchungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte. „Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Dem ADAC sind bisher keinerlei Ergebnisse bekannt“, sagte Garrels. BMW und VW teilten auf Anfrage mit, sie wollten das offizielle Untersuchungsergebnis abwarten. BMW-Sprecher Kai Lichte kündigte aber an, wenn der Zeitungsbericht zutreffen sollte, „dann wären die Preise für uns wertlos, und wir würden sie zurückgeben“.
Foto: dpa05. Februar 2014
Der ADAC hat den Vorwurf von Tricksereien bei Reifentests zurückgewiesen. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor unter Berufung auf einen ehemaligen ranghohen Mitarbeiter eines Reifenherstellers sowie die "WDR"-Sendung "Servicezeit" berichtet, die Hersteller hätten vorab erfahren, welches Reifenmodell ADAC und die Stiftung Warentest überprüfen wollten. Daraufhin hätten die Hersteller ihre Techniker zur Überarbeitung an genau jenes Modell gesetzt. Mit enormem Aufwand - behauptet der Insider laut den Berichten - würden die Pneus verbessert und für die jeweiligen Testbedingungen sogar speziell präpariert. ADAC-Sprecher Christian Garrels wies die Vorwürfe zurück: "Hersteller haben zu keinem Zeitpunkt Einflussmöglichkeiten auf die Tests. Die Hersteller wissen nicht, welche ihrer Reifen getestet werden." Es sei aber Standard, dass die Hersteller die Testbedingungen kennen.
Zugleich wurde bekannt, dass am 10. oder 11. Februar erste Ergebnisse der externen Kontrolle durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte zu Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" bekanntgegeben werden sollen.
01. Februar 2014
Der ADAC in Nordrhein-Westfalen hat einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge ein größeres Geschäft mit der Firma eines hochrangigen Club-Funktionärs abgeschlossen. Eine Sprecherin des ADAC Nordrhein bestätigte am Samstag den Sachverhalt. Das Geschäft sei aber völlig einwandfrei gewesen. Demnach hatte der von ADAC-Präsident Peter Meyer geleitete Regionalverband im Jahr 2009 dem Unternehmen eines Vorstandskollegen 200.000 Euro „Werbekostenzuschuss“ für ein Fernsehstudio am Nürburgring gezahlt. Als Gegenleistung wurde für den Autoclub an der Eifelstrecke geworben. Wegen der späteren Pleite der Rennstrecke wurde schließlich die Hälfte der Summe an den ADAC zurückgezahlt.
31. Januar 2014
Angeblich zahlt der größte Autoclub Europas den Pannenhelfern für den Wechsel von defekten oder leeren Batterien eine Prämie. Das berichten die "Süddeutsche Zeitung" und der "NDR". Offenbar sollen die "Gelben Engel" Autofahrern Batterien aufschwatzen, die diese gar nicht brauchen. Nach Medien-Recherchen übt der Autoclub massiven Druck auf seine Pannenhelfer aus. Damit verbindet der ADAC wirtschaftliche Interessen mit der Pannenhilfe. Zum Umsatz macht der ADAC bisher keine Angaben.
Foto: dpa31. Januar 2014
Die Affäre um Manipulationen beim ADAC-Autopreis „Gelber Engel“ und die Wahl des VW Golf zum Lieblingsauto der Deutschen könnte noch größere Dimensionen haben als bisher angenommen. In einem Interview der ADAC-Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“ schloss der Präsident des Autoclubs, Peter Meyer, auch Fälschungen bei der Platzierung der Fahrzeuge jetzt nicht mehr aus. Bisher hatte es stets geheißen, der - inzwischen abgetretene - ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter habe nach eigenem Geständnis lediglich die Stimmenzahl nach oben frisiert, das Ranking aber sei nicht betroffen.
Man könne derzeit nicht mit Gewissheit sagen, ob auch an der Platzierung der einzelnen Fahrzeuge gedreht worden sei, räumte Meyer nun ein. „Wir haben das Eingeständnis, dass die Zahl der absoluten Stimmen, nicht aber die Reihenfolge der Preisträger verändert wurde. Ob das der Wahrheit entspricht, soll die Untersuchung ans Licht bringen, mit der wir externe Prüfer federführend beauftragt haben.“
29. Januar 2014
Die Hubschrauber der ADAC-Luftrettung GmbH wurden nicht nur vom Präsidium des Automobilclubs für Reisen genutzt. Auch die 18 Vorsitzenden der Regionalclubs des ADAC durften mit den gelben Rettungshubschraubern in die Luft gehen. Das berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner neuen Ausgabe. Der ADAC gestand ein, das sei "im Zusammenhang mit der Außendarstellung der Luftrettung" möglich gewesen. "Allerdings nicht, um damit von A nach B zu fliegen", so ein Sprecher zum stern. In der Vorwoche hatte der ADAC bereits die Zahl von "weniger als 30" Flügen des Präsidiums in den letzten zehn Jahren genannt.
Allerdings berichtet die Bildzeitung, dass eine Managerin des Automobilclubs ihren Sohn per Helikopter in den Urlaub geschickt haben, weil der seinen Flieger verpasst habe.
Foto: dpa26. Januar
Der ADAC kommt nicht nur zur Ruhe: Nun musste ADAC-Präsident Peter Meyer im Interview mit der "Bild am Sonntag" eingestehen, dass in einem Fall ein Familienmitglied einer ehemaligen Führungskraft 2012 bei einem Ambulanzflug mitgeflogen ist. Es seien allerdings sofort die "erforderlichen personellen Konsequenzen gezogen" worden. Er will weitere Fälle prüfen lassen.
Foto: REUTERS24. Januar 2014
Der Präsident des Automobilclubs ADAC, Peter Meyer (rechts), hat nach Informationen des "Stern" Hubschrauber der ADAC-Luftrettung genutzt, um zwischen Veranstaltungen hin und her zu reisen. "Laut ADAC-Statuten darf das Präsidium in begründeten Ausnahmefällen Reservemaschinen der Luftrettung nutzen", bestätigte ein ADAC-Sprecher und betonte, es werde alles in Rechnung gestellt. Dem Magazin "Stern" sagte ein Sprecher des Clubs, das sei bei Präsidiumsmitgliedern in den vergangenen zehn Jahren "weniger als 30 Mal" vorgekommen.
Nach Angaben auf der ADAC-Homepage verfügt die ADAC-Luftrettung GmbH über rund 50 Hubschrauber an 35 Luftrettungsstationen. Nach "Stern"-Angaben werden die Hubschrauber aus Bundesmitteln, Krankenkassenbeiträgen, von den ADAC-Mitgliedern und durch Spenden finanziert. Der Verband der Ersatzkassen (VdEK) hatte bisher nach eigenen Angaben keinen Hinweis auf Flüge des Präsidiums mit Rettungshubschraubern, wie der "Stern" berichtete.
Foto: dpa14. Januar 2014
Seinen Lauf nahm der Skandal um den Automobilclub am 14. Januar, als Vorwürfe laut wurden, dass der ADAC die Abstimmungszahlen des Autopreises "Gelber Engel" manipuliert habe – mutmaßlich direkt durch die Führung der Kommunikationsabteilung.
Foto: dpaLaut einem Bericht der "Süddeutsche Zeitung" sollen nur 3409 ADAC-Mitglieder bei der Wahl zum "Gelben Engel" den VW Golf zum Lieblingsauto der Deutschen gewählt haben. Ein ADAC-Papier vom Dezember 2013 habe dagegen als offizielles Ergebnis 34.299 Stimmen genannt. Es sei nicht das erste Mal, dass der ADAC zwar nicht das Ranking selbst, wohl aber die Stimmenzahl manipuliert habe.
Foto: dpa16. Januar 2014
Bei der offiziellen Feier zur Auszeichnung des VW Golf mit dem "Gelben Engel" sprach Karl Obermair, Vorsitzender der ADAC-Geschäftsführung, vor den geladenen Gästen von "Unterstellungen und Unwahrheiten". Die Leser der Kundenzeitschrift "Motorwelt" hatten den Golf nach ADAC-Angaben mehrheitlich gewählt. Zu den Vorwürfen der "Süddeutschen Zeitung" sagte er, er könne nur versichern, dass die vier Buchstaben "ADAC" richtig abgedruckt worden seien. Im übrigen sei nichts älter als die Tageszeitung von gestern: "Mit der packt man den Fisch ein." Wie viele Leser sich tatsächlich an der Abstimmung beteiligt hatten, teilte der ADAC auch anlässlich der Preisverleihung nicht mit.
VW-Chef Martin Winterkorn, der den Preis für das Lieblingsauto in München entgegennahm, wollte sich nicht zu den Manipulationsvorwürfen äußern. "Das sollte die "Süddeutsche Zeitung" mit dem ADAC ausmachen, da halte ich mich raus", sagte er. "Ich glaube nicht, dass hier der Eindruck entstanden ist, dass hier ein Klüngel vorhanden ist."
Foto: AP
17. Januar 2014
Unmittelbar nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe haben ADAC-Geschäftsführung und Präsidium eine lückenlose interne Prüfung angeordnet.
Foto: dpa19. Januar 2014
Der Leiter Öffentlichkeitsarbeit des ADAC und Chefredakteur der Mitgliederzeitschrift "Motorwelt", Michael Ramstetter, räumte die Manipulationen ein und legte sein Amt nieder. Weder Geschäftsführung noch Präsidium seien zuvor "über diese Unregelmäßigkeiten bei der Leserwahl" unterrichtet gewesen. Die anderen Kategorien beim Preis „Gelber Engel“ seien von den Vorgängen nicht betroffen, betonte der Autoclub. Er will Vertrauen zurückgewinnen und kündigte an, bis 2015 für die Abstimmung zum Lieblingsauto ein notariell überwachtes Verfahren zu entwickeln, das über jeden Zweifel erhaben sei.
Foto: dpa19. Januar 2014
Die Manipulationen werfen nach Ansicht des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen auch ein Schlaglicht auf andere Tests und Statistiken des ADAC. "Auch die Pannen- und Tunnelstatistik müsste man jetzt untersuchen", sagte Dudenhöffer. "Wenn sie beim Gelben Engel lügen, könne man das auch für die anderen Bereiche nicht ausschließen", betonte er. Im ADAC-System laufe grundsätzlich etwas falsch. Der Autoexperte führt dies unter anderem auf das Fehlen von Kontrollmechanismen in dem Verband zurück.
Foto: dpa20. Januar 2014
Die Vorwürfe weiten sich aus: Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung ergaben erste interne Untersuchungen beim ADAC, dass zumindest 2012 und 2013 die Zahl der Stimmen künstlich erhöht wurde. Nach Informationen der Zeitung sollen neben Ramstetter auch leitende Mitarbeiter der "ADAC Motorwelt" in den Betrug eingeweiht gewesen sein. "Wir haben hier ganz klar einen Hauptverantwortlichen", sagte Obermair, alles andere müsse die Prüfung zeigen.
Foto: dpa20. Januar 2014
Die Bundesregierung rief den ADAC zu einer umfassenden Aufklärung der Manipulationen auf. "Es ist jetzt Aufgabe des ADAC, hier alle Karten auf den Tisch zu legen, möglichst transparent die Vorgänge aufzuarbeiten, auch rückblickend für die Jahre zuvor", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums.
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer forderte eine unabhängige Prüfung. "Am besten ist jetzt: alles auf den Tisch, Transparenz, und nach Möglichkeit eine unabhängige, objektive Prüfung", sagte er vor einer CSU-Vorstandssitzung. Die Manipulationen hätten ihn nicht überrascht, denn er habe sich auch über andere Zahlen in der Vergangenheit gewundert. "Im Zusammenhang mit der Maut habe ich mich immer gefragt, wie man zu solchen Schlussfolgerungen kommen kann", sagte Seehofer. Die CSU habe immer andere Zahlen etwa zu Einnahmen aus der Maut gehabt.
Foto: dpa22. Januar 2014
Wegen der Fälschungen beim Autopreis "Gelber Engel" will sich der ADAC bei den Autoherstellern und Zulieferern entschuldigen. Das werde auf allen Ebenen geschehen - im persönlichen Gespräch, telefonisch und auch schriftlich, sagte ein Sprecher des Autoclubs. "Auf höchster Ebene" werde es einen offiziellen Brief geben. Bei einigen Herstellern habe der Club sich bereits entschuldigt. Beim Preis "Lieblingsauto der Deutschen" hatte ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter die Zahlen frisiert, er übernahm die Verantwortung und legte sein Amt nieder. Unklar ist weiter die Zukunft des Preises.
Foto: dpa23. Januar 2014
Die Manipulationen haben das Vertrauen in den ADAC erschüttert. Das belegt eine Umfrage von MOTOR-TALK.de, an der sich bis zum 23. Januar mehr als 3.400 Autofahrer beteiligt haben. Mehr als jeder Fünfte (22,2 Prozent) vertraut dem ADAC nach den jüngsten Ereignissen nicht mehr. Nur eine Minderheit (7,7 Prozent) glaubt, dass der ADAC aus seinen Fehlern lernt. 32,0 Prozent hatten schon vorher kein Vertrauen in den Autoclub.
Trotzdem: 34,4 Prozent halten dem ADAC die Treue.
Foto: dpa23. Januar 2013
Der ADAC muss nach der Affäre um den Autopreis "Gelber Engel" um seinen Vereinsstatus bangen. Das Registergericht beim Amtsgericht München überprüft den Status des Autoclubs. Der Ausgang ist offen - und damit auch die Folgen, die der Wirbel um die geschönten Zahlen beim Preis "Lieblingsauto der Deutschen" für den traditionsreichen Autofahrerclub am Ende haben könnte. Eine Sprecherin des Gerichts sagte, Auslöser für die Prüfung sei ein Antrag gewesen. Die Justiz sei - auch wenn es die Möglichkeit dafür gebe - nicht von sich aus tätig geworden. Der Ausgang des Verfahrens sei offen. Lange wird der ADAC aber kaum auf eine Entscheidung warten müssen. "Das wird kaum länger als einen Monat dauern", sagte die Sprecherin.
Der ADAC zeigte sich überrascht. "Der ADAC ist dem Gericht seit vielen Jahrzehnten bekannt", sagte ein Sprecher. "Wir haben auch immer wieder Kontakt und Änderungen im Register. Es gab jedoch noch nie Beanstandungen in dieser Richtung." Zur Prüfung wollte er nichts sagen, da die Prüfung dem ADAC offiziell noch nicht bekannt sei. Über mögliche Folgen wollten weder Gericht noch ADAC spekulieren.
Foto: dpa
Fragwürdiger Umgang mit Gremien und Öffentlichkeit
Die vertraulichen Informationen, deren Bekanntwerden Markl wurmt, lassen sein bisheriges Vorgehen bei der Reform des Automobilclubs in einem zweifelhaften Licht erscheinen. Bei dem Umbauprogramm geht es um die Neuausrichtung des ADAC nach dem Dauerskandal, der mit aufgeflogenen Manipulationen bei der Wahl zum Autopreis „Gelber Engel“ im Januar 2014 seinen Anfang nahm, den ADAC monatelang erschütterte und zum Rücktritt von Präsident Peter Meyer führte. Seit Frühjahr 2014 steht Markl an der ADAC-Spitze.
Der große Durchbruch auf dem Weg zur Reform schien im Dezember vergangenen Jahres gelungen. Da vermeldete Präsident Markl nach einer Abstimmung im Verwaltungsrat – dort sind auch die 18 Regionalclubs vertreten – per Pressemitteilung: Der ADAC habe die „finalen Richtungsentscheidungen zur Neuausrichtung“ getroffen. Nach den Beschlüssen des Verwaltungsrats stehe „einer erfolgreichen Umsetzung im kommenden Jahr nun nichts mehr im Weg“. Doch damit lag Markl falsch. Nun muss auch noch die Hauptversammlung des ADAC im Mai über die Reformpläne beschließen, mit dem Votum des Verwaltungsrates ist es nicht getan.
Nach außen behauptet Markl, dies sei „im Sinne einer neuen Kultur aus Transparenz, Offenheit und Mitgliedereinbindung“ beschlossen worden. Der ADAC sei eben „kein ,normales‘ Unternehmen, sondern eine mitgliederorientierte Wertegemeinschaft“. Doch so schön die Worte in der Pressemitteilung auch klingen: Tatsächlich wurde Markl von seinem Vorgänger Meyer zu der Abstimmung in der Hauptversammlung gezwungen.
Ein brisantes Gutachten vor der Strategietagung
Der Beschluss zur Einbindung der Hauptversammlung fiel auf einer Strategietagung des ADAC in Mainz. Einen Tag vorher hatte Markls Vorgänger Meyer, der immer noch Chef des größten ADAC-Regionalclubs Nordrhein ist, ein Gutachten der Rechtsanwaltskanzlei CMS Hasche Sigle an die Teilnehmer verschickt. Die Juristen lassen darin kein gutes Haar an Markls Vorgehen bei der Reform.
Nach Auffassung der Anwälte ist der Verwaltungsrat von Markl nicht ausreichend informiert worden, der Beschluss somit nichtig. Obendrein dürfe über Vermögensverfügungen in einer Größenordnung, wie sie die Reform vorsehe, gar nicht der Verwaltungsrat entscheiden, sondern nur die Hauptversammlung. Markl hisste in Mainz die weiße Fahne, nun haben Anfang Mai die Delegierten bei der nächsten Hauptversammlung in Lübeck das letzte Wort. Auf Anfrage nahm Markl zur Auffassung von CMS nicht Stellung.
In der Auseinandersetzung über das Prozedere bei der ADAC-Reform treffen im Hintergrund zwei renommierte Anwaltskanzleien aufeinander. Meyers Regionalclub Nordrhein hat für das Gutachten mit CMS Hasche Sigle eine Kanzlei in Stellung gebracht, die zu den größten in Deutschland gehört und zahlreiche Großunternehmen wie E.On, Procter&Gamble oder Thyssenkrupp zu ihren Mandanten zählt. Markl ließ sich bei der Ausarbeitung der Reformpläne von der Großkanzlei Freshfields beraten, die für zahlreiche Dax-Konzerne arbeitet.
Trotz Skandal noch immer der mit Abstand größte Automobilclub Deutschlands: der ADAC. Mit 18,5 Millionen Mitgliedern ist der Allgemeine Deutsche Automobil-Club sogar der größte seiner Art in Europa. Doch jetzt kehren die Mitglieder dem Verein peu á peu den Rücken. Der ADAC geht nach dem Manipulationsskandal um den Autopreis „Gelber Engel“ bislang von rund 15.000 Kündigungen von Mitgliedern aus. Die Zahl könnte sich aber noch vervielfachen. Denn noch rund 55.000 Kündigungen für dieses Jahr seien noch in Bearbeitung, teilte der ADAC am Montag mit. Wie viele davon auf die Affäre um den Autopreis „Gelber Engel“ zurückgehen könnten, sei noch nicht ausgewertet. Normalerweise liege die Zahl unbearbeiteter Kündigungen im Januar bei zwischen 5000 und 10.000.
Mindesten 49 Euro pro Jahr kostet eine Mitgliedschaft. Das, was die meisten ADAC-Mitglieder sich davon versprechen - Hilfe im Fall einer Panne - gibt es auch bei anderen Automobilclubs. Und das manchmal sogar günstiger.
Foto: dpaAutomobilclub von Deutschland (AvD)
Mitglieder: 1,4 Millionen
Leistungen : Notruf-Hotline (24 Stunden besetzt/ im Inland kostenlos / im Ausland Ortstarif), Pannenhilfe (2000 Einsatzfahrzeuge / Vor-Ort-Service in Deutschland und weltweit), Bergung nach Panne: weltweit, Übernachtung / Mietwagen bei Fahrausfall: ja / ja; Weltweiter Krankenrücktransport: ja; Verkehrsrechtsberatung; AvD Notfallortung (Notruf- und Pannenortung); AvD Winter-Sicherheits-Check;
Bonusprogramme: 10 Prozent Rabatt bei Berge&Meer; 5 Prozent Rabatt bei Reisen über die AvD Reisewelt ; bis zu 50 Prozent Rabatt bei 500 Partnershops der AvD Bonuswelt, 10 Prozent auf Sicherheitstraining des DVR
Kosten: 64,90 Euro/Jahr. Die Mitgliedschaft ist personenbezogen, Partner: 22 Euro
Webseite: www.avd.de
Foto: PresseMobil in Deutschland
Leistungen: Pannenhilfe (1700 Einsatzfahrzeuge von Vertragspartnern), Bergung nach Panne, je nach Tarif innerhalb Deutschlands oder weltweit. Übernachtung und Bahnfahrt bei Fahrausfall, Mietwagen nur für Premium-Mitglieder. Rechtsauskunft. Basis-Mitgliedschaft: Nur ein Fahrzeug. Premium: Alle auf das Mitglied zugelassenen Fahrzeuge.
Bonusprogramme: Rabatte bei verschiedenen, wechselnden Partnern. 10 Prozent bei Europcar, Sondertarif für Rechtsschutzversicherung der D.A.S.
Kosten: 24 Euro für Gültigkeit in Deutschland, 54 Euro für Gültigkeit weltweit (66 Euro inklusive Partner).
Webseite: www.mobil.org
Foto: PresseACE Autoclub
Mitglieder: 580.000
Leistungen: Pannenhilfe (2000 Einsatzfahrzeuge von Vertragspartnern), Bergung nach Panne in Europa und den Mittelmeeranrainern. Übernachtung und Mietwagen bei Fahrausfall, Krankenrücktransport.
Bonusleistungen: CCI-Card mit besonderen Konditionen auf Campingplätzen, Smartphone-, Kredit- und Reiseangebote. Kreditkarte mit Cashback (im ersten Jahr kostenlos).
Kosten: 62,80 Euro. Bis zum 30. Lebensjahr 31,40 Euro. Die Mitgliedschaft schließt Partner und Familie mit ein.
Webseite: www.ace-online.de/
Bild: K.Tschovikov, ACE Auto Club Europa
Foto: PresseAuto- und Reiseclub Deutschland (ARCD):
Mitglieder: 112.000
Leistungen: Pannenhilfe und Abschleppen ohne finanzielle Obergrenze, eigene, rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale, Geltungsbereich in Europa und den Mittelmeeranrainern, Schutz für alle auf das Mitglied zugelassenen Fahrzeuge, egal wer damit fährt, Krankenrücktransport und Fahrzeugrückführung
Reise: Über das ARCD Reisebüro drei Prozent auf viele Buchungen bei verschiedenen Reiseveranstaltern, spezielle Clubreisen-Angebote.
Kosten: 79,80 Euro pro Jahr. 72,80 Euro für Bedienstete des öffentlichen Dienstes oder vergleichbarer Einrichtungen. 29,80 Euro für Partnermitglieder, Auszubildende, BFD-Leistende und Studenten.
Webseite: www.arcd.de
Foto: dpaAutomobil-Club Verkehr (ACV)
Mitglieder: 300.000
Leistungen: Pannenhilfe (1000 Service-Partner), gültig innerhalb Europas, Übernachtung und Mietwagen bei Fahrausfall, Krankenrücktransport. Bergung nach Unfall und Hilfe bei Insolvenz des Reiseveranstalters. Rechtsberatung, Möglichkeit für Mitglieder, einen Kredit in Anspruch zu nehmen bei Panne oder Krankheit im Ausland. Gesondertes Paket für Wohnmobile (gegen Aufpreis).
Bonusprogramme: Rabatte bei DEVK Versicherungen für Kfz-, Lebens-, Rechtsschutz-, und Sachversicherungen. Rabatte bei Reiseveranstaltern wie Berge&Meer oder HRS.
Kosten: 59,76 Euro, Wohnmobil plus: 99 Euro, Partner-Mitgliedschaft: 21 Euro, für 17- bis 25-Jährige: 35,40 Euro.
Foto: dpaFreshfields und die ADAC-Spitze entwickelten für die Neuausrichtung eine Struktur, die sie „Drei-Säulen-Modell“ getauft haben. Zurzeit steht der ADAC-Dachverband im Wesentlichen auf zwei Säulen: einem eingetragenen Verein (e.V.) und einer Tochter namens Beteiligungs- und Wirtschaftsdienst (BuW) GmbH, in der die Wirtschaftsaktivitäten gebündelt sind.
Künftig soll die BuW GmbH in eine europäische Aktiengesellschaft (SE) umgewandelt werden, an der der Verein nicht mehr 100 Prozent, sondern nur noch 74,9 Prozent hält. Als dritte Säule soll eine gemeinnützige ADAC-Stiftung hinzukommen, die die weiteren 25,1 Prozent der BuW bekommt und eine Sperrminorität sowie einen Sitz im Aufsichtsratssitz der BuW erhält. Der Verein soll im Aufsichtsrat keine Mehrheit haben. Dabei geht es nicht nur um eine neue Struktur und wer darin das Sagen hat, sondern auch um einen Batzen Geld – mehr als eine Viertelmilliarde Euro.
Bei einem Buchwert der BuW-Anteile von 912 Millionen Euro, der in der ADAC-Bilanz 2014 steht, wäre allein der 25,1-prozentige Anteil, der an die neue Stiftung gehen soll, schon 228 Millionen Euro wert. Zudem soll die neue Stiftung großzügig mit Stiftungskapital ausgestattet werden. Die Abteilung Luftrettung mit einem Buchwert von 93 Millionen Euro soll aus dem Verein in die künftige SE wandern. Die Gutachter von CMS kommen zu dem Schluss, dass über derart weitreichende Transaktionen nur die Hauptversammlung beschließen kann und nicht der Verwaltungsrat, zumal durch die Umwandlung in eine SE der ADAC e.V. an Kontrollmöglichkeiten über die BuW verliert.
Harsche Worte von CMS
Der ADAC-Verwaltungsrat ist aus Sicht der Gutachter obendrein auch noch unzureichend informiert worden. „In der Vorlage wird die ausgearbeitete Drei-Säulen-Struktur nur positiv dargestellt und etwaige Argumente, die gegen diesen Lösungsweg sprechen könnten, gar nicht angesprochen“, rügen die CMS-Anwälte. Und weiter: „Ausführungen zu den weiteren Kosten des Restrukturierungsprogrammes finden sich in der Entscheidungsvorlage, mit Ausnahme des Hinweises auf anfallende Grunderwerbssteuer, ebenfalls nicht.“
Zu diversen weiteren Kritikpunkten der Anwälte zählt auch, dass „zu einem Kernelement, nämlich der Bestellung und Wahl des Stiftungsrates keine Ausführung gemacht werden.“ Doch „ohne diese Informationen war es dem Verwaltungsrat unmöglich, […] Chancen und Risiken der geplanten Struktur auf einer angemessenen Tatsachengrundlage zu entscheiden.“ Sie als „alternativlos“ dazustellen reiche jedenfalls nicht.
Im Ergebnis stellt das Gutachten von CMS fest: „Der Beschluss des Verwaltungsrates vom 04.12.2015 ist wegen fehlerhafter Ermessenausübung durch die Mitglieder des Verwaltungsrats beruhend auf unzureichender Informationsgrundlage, der fälschlicherweise behaupteten Alternativlosigkeit und der fälschlicherweise behaupteten Unzuständigkeit der Hauptversammlung nichtig.“
Markl schweigt zu den Argumenten der Kritiker
Zur harschen Kritik von CMS nimmt ADAC-Präsident Markl nicht Stellung. Auf die Frage an seine Sprecher Christian Garrels und Alexander Machowetz, wie der ADAC die Auffassung der CMS-Gutachter beurteilt, lässt Markl erklären: Auf Vorschlag des Präsidiums sei beschlossen worden, „Mitgliedereinbindung – eine der Leitlinien der neuen ADAC-Kultur – umfassender zu sehen und deshalb auch die Delegierten der Hauptversammlung noch einmal um ihr abschließendes Votum zu bitten.“
Zur Kritik der Gutachter dagegen kein Wort. Machowetz teilt lediglich so viel noch mit: „In diesen Vorschlag sind auch alle rechtlichen Bewertungen eingeflossen, die den Gremien zu diesem Zeitpunkt vorlagen.“ Zu seiner frustrierten Rundmail will Markl nun auch lieber nichts mehr sagen.
Hierzu teilt Machowetz nur mit: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir interne E-Mails des ADAC-Präsidenten selbstverständlich nicht öffentlich kommentieren.“