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Kölner ChemiekonzernLanxess - von Buffett hofiert, vom Hedgefonds leerverkauft

Die Firmen der beiden Star-Investoren Warren Buffett und Ken Griffin sind entgegengesetzte Wetten mit Blick auf den deutschen Chemiekonzern Lanxess eingegangen. 01.06.2017 - 12:39 Uhr

Star-Investor und Börsenlegende Warren Buffett ist beim Chemiekonzern Lanxess eingestiegen.

Foto: dpa

General Reinsurance AG, eine Sparte von Berkshire Hathaway Inc., erklärte am 29. Mai, sie habe einen 3-Prozent-Anteil an dem Unternehmen im Wert von rund 200 Millionen Dollar gekauft. Am selben Tag offenbarte Citadel in einer Pflichtmitteilung, dass die Short-Position des Hedgefonds um 26 Prozent auf 150 Millionen Dollar gestiegen sei.

Was sehen die beiden Titanen der Investment-Welt in dem Kölner Konzern? Auf Basis des Verhältnisses von Kurs zu materiellem Buchwert – ein Maßstab, der recht oft von Substanzwert-Investor Buffett erwähnt wird – ist Lanxess relativ billig. Das Unternehmen wird mit einem Abschlag von 80 Prozent auf den S&P 500 Chemicals Index gehandelt.

Lanxess versucht gerade, einer der weltgrößten Hersteller von Brandschutzmitteln und Schmierstoffzusätzen zu werden. Im Mai kaufte der Konzern beispielsweise Chemtura Corp. Diese Firma hatte ihrerseits zuvor Great Lakes Chemical Corp. erworben.

Auf der Hauptversammlung von Lanxess hat Vorstandschef Zachert heute das beste Jahr der Konzerngeschichte in Aussicht gestellt. Doch das Analysehaus Jefferies sieht bei der Eingliederung von Chemtura noch Risiken und stuft die Aktie mit "Hold" ein.

An Great Lakes wiederum hatte sich Berkshire im Jahr 1999 beteiligt - es handelte sich allerdings um eines der am wenigsten erfolgreichen Investments, wie aus einer Einschätzung von Jefferies Group hervorgeht. Wie dem auch sei: Berkshire scheint offenbar eine Vorliebe für Zusatzstoffe zu haben. Das Unternehmen besitzt bereits Lubrizol Corp., einen Lanxess-Wettbewerber aus den USA.

Ted Weschler, einer der stellvertretenden Investmentmanager von Buffett, hatte zuletzt eine Menge Arbeit für Berkshire in Deutschland geleistet. Er sagte öffentlich, dass er sich dort nach Investmentchancen umsehe. Eine Gesellschaft von Berkshire vereinbarte in diesem Jahr auch, die Wilhelm Schulz GmbH zu kaufen, einen deutschen Hersteller von Rohrteilen.

Zwar tendiert Berkshire dazu, Beteiligungen über einen langen Zeitraum zu halten. Doch Citadel, mit einem Anlagevolumen von mehr als 26 Milliarden Dollar, fokussiert sich möglicherweise mehr auf die kurzfristigen Herausforderungen von Lanxess.

Am 11. Mai hatte das deutsche Unternehmen erklärt, es gehe davon aus, dass sich die Wachstumsraten in der zweiten Jahreshälfte verlangsamen würden – nach einer starken Entwicklung in der Region Asien-Pazifik im vergangenen Jahr.

Die Aktien von Lanxess, die am 10. Mai auf den höchsten Wert in rund vier Jahren nach oben geschnellt waren, fielen nach der Veröffentlichung der Prognose um 3,8 Prozent zurück. Am 29. Mai, als die Beteiligung von Berkshire bekannt wurde, ging es dann wieder um acht Prozent nach oben. Seitdem hat der Kurs geringfügig nachgegeben.

Sprecher von Citadel and Lanxess wollten auf Nachfrage von Bloomberg keinen Kommentar abgeben. Buffett reagierte zunächst nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme.

bbg
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