Städteranking 2016: Das sind die besten Städte im Osten
Platz 10: Hamburg
Hamburg verliert zwar einen Platz im Vergleich zum Vorjahr, schafft es aber dennoch unter die Top Ten der besten Städte Deutschlands. Die Hansestadt ist eine der wirtschaftsstärksten Städte der Republik, jeder Einwohner erwirtschaftet im Schnitt ein Bruttoinlandsprodukt von rund 55.000 Euro. Zudem profitiert Hamburg davon, viele neue Unternehmen hervorzubringen. Auf 10.000 Erwerbsfähige kommen rund 50 Unternehmensgründungen. Gleichzeitig ist die Abiturientenquote in der Stadt mit rund 55 Prozent extrem hoch.
Einziger Makel: Die Hamburger leiden unter den hohen Mieten. Die durchschnittliche Warmmiete pro Quadratmeter beträgt fast zehn Euro.
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Foto: dpaPlatz 9: Ulm
Auch das baden-württembergische Ulm büßt einen Rang im Vergleich zu 2015 ein. Trotzdem kann sich die Stadt an der Landesgrenze zu Bayern unter den Top Ten behaupten. Die Langzeitarbeitslosenquote liegt gerade einmal bei 3,2 Prozent, das ist der drittniedrigste Wert aller deutschen Großstädte. Außerdem ist die Ulmer Gesundheitsversorgung eine der besten der Republik: Auf 100.000 Einwohner kommen rund 309 Ärzte.
Foto: dpaPlatz 8: Darmstadt
Darmstadt holt im Vergleich zu 2015 vier Plätze auf – und schafft es damit als einziger Neuling unter die zehn besten Städte der Republik. Die Universitätsstadt in Süd-Hessen profitiert unter anderem davon, mit sechs Prozent die höchste Abschlussquote aller Studenten zu haben, die Studiengänge aus dem Bereich Informatik, Mathematik, Naturwissenschaft und Technik gewählt haben. Zudem ist Darmstadt beliebt bei jungen Deutschen: Für 1000 Menschen in der Altersgruppe der 25- bis 30-Jährigen die die Stadt verließen, kamen rund 1127 neue hinzu. Darmstadt glänzt außerdem mit der höchsten Abiturientenquote der Republik: Fast 60 Prozent aller Schüler erzielten den höchsten Schulabschluss.
Foto: DPA/Picture-AlliancePlatz 7: Wolfsburg
Trotz des VW-Skandals strotzt Wolfsburg vor wirtschaftlicher Kraft: Am Standort des Volkswagen-Konzerns liegt das durchschnittliche Bruttosozialprodukt je Einwohner bei rund 141.000 Euro. Damit ist es so hoch wie in keiner anderen deutschen Großstadt. Jedoch hat das auch negative Folgen: Die Warmmiete bei Neuvermietungen stieg seit 2011 um mehr als 33 Prozent, auch das ist deutschlandweit der höchste Wert. Bei Eigentumswohnungen gab es im selben Zeitraum sogar einen noch stärkeren Preisanstieg: Die Kaufkosten stiegen um mehr als 91 Prozent.
Foto: dpaPlatz 6: Regensburg
Nein, liebe Kölner, Sie haben sich umsonst Hoffnungen gemacht: Dieses Bild zeigt nicht den Kölner, sondern den Regensburger Dom. Die Stadt an der Donau schiebt sich im Ranking einen Platz nach vorne. Regensburg mit seinen rund 140.000 Einwohnern profitiert davon, dass die Beschäftigung in den vergangenen Jahren enorm gestiegen ist, nämlich um 22 Prozent. Das ist der zweithöchste Wert im Ranking. Die bayerische Stadt punktet zudem mit einer medizinischen Versorgung, auf die viele andere Städte neidisch sind: Auf 10.000 Einwohner kommen rund 194 Krankenhausenbetten, das ist der dritthöchste Wert Deutschlands.
P.S. an unsere Leser aus Köln: Die „einzig wahre Domstadt“ schafft es im Gesamtranking übrigens nur auf Platz 29.
Foto: DpaPlatz 5: Stuttgart
Die baden-württembergische Landeshauptstadt rutscht zwar einen Platz nach unten, dennoch bleibt sie die beste Stadt im Ländle. Die Stuttgarter erwirtschaften das sechsthöchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, rund 73.000 Euro im Jahr. Außerdem klappt in der 600.000-Einwohner-Stadt der Übergang von der Schule besonders gut, die Arbeitslosenquote bei den Unter-25-Jährigen liegt gerade einmal bei 3,5 Prozent. Das gute wirtschaftliche Klima scheint sich auch auf die Bewohner Stuttgarts auszuwirken: Die Lebenserwartung der zwischen 2012 und 2014 Geborenen liegt bei 82,2 Jahren, der dritthöchste Wert.
Foto: dpaPlatz 4: Frankfurt
Die größte Stadt Hessens verbessert sich um einen Platz. Frankfurt profitiert – na klar – vor allem von der starken Finanzbranche. Das zeigt sich auch im Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, das bei durchschnittlich 86.000 Euro liegt. Das ist der dritthöchste Wert unter deutschen Großstädten. Die 700.000-Einwohner-Metropole verzeichnet zudem den höchsten Zuzug aller 69 deutschen Großstädte in der Altersgruppe der 25- bis 30-Jährigen: Für 1000 Einwohner in der Altersgruppe, die die Stadt verließen, zogen rund 1127 neue hinzu. Das zeigt sich auch in der Entwicklung der Einwohnerzahl: Verglichen mit 2011 wohnen heute rund 7,5 Prozent mehr Menschen in der Stadt. Allerdings hat das seinen Preis: Die durchschnittliche Warmmiete pro Quadratmeter beträgt mehr als elf Euro, das ist der zweithöchste Wert aller Großstädte.
Foto: WirtschaftsWochePlatz 3: Ingolstadt
Ingolstadt verliert zwar einen Rang, die 130.000 Bewohner werden deshalb aber kaum traurig sein: Die bayerische Stadt schafft es trotzdem wieder unter die besten drei Städte Deutschlands. Ingolstadt verdankt seine komfortable Lage vor allem dem Autobauer Audi, der dort seinen Hauptsitz hat. So beträgt das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner rund 122.000 Euro. Zudem zeigt sich die Audi-Dominanz in der Ingenieursdichte vor Ort: Auf 100 Beschäftigte kommen mehr als sieben Ingenieure.
Foto: dpa/picture-alliancePlatz 2: Erlangen
Die 105.000-Einwohner-Stadt klettert in diesem Jahr einen Platz nach oben. Erlangen profitiert davon, dass zwischen 2010 und 2015 so viele anspruchsvolle Jobs wie in keiner anderen Großstadt entstanden sind. Die Zahl der Beschäftigen in wissensintensiven Dienstleistungen ist in diesem Zeitraum um mehr als 13 Prozent gestiegen. Das spiegelt sich auch in der Zahl der Patentanmeldungen wieder: Auf 100.000 Beschäftigte kommen mehr als 172 Erfindungen, auch diesen Wert kann keine andere Großstadt übertreffen. Zudem ist die medizinische Versorgung in der Stadt beispielhaft: auf 10.000 Einwohner kommen rund 205 Krankenhausbetten. Das ist, na klar, wieder der höchste Wert aller Großstädte.
Foto: dpaPlatz 1: München
Die alte Siegerin ist auch die neue: Die Stadt München erringt abermals den Titel der besten Stadt Deutschlands. Die Stadt ist wirtschaftlich stark: Sie beheimatet zum einen zahlreiche Dax-Konzerne wie BMW und Linde. Zum anderen ist die Millionen-Metropole Deutschlands Gründerhauptstadt. Auf 10.000 Erwerbsfähige kommen rund 54 Unternehmensgründungen – das schafft nicht einmal Berlin. In puncto Lebenserwartung erzielt München ebenfalls den ersten Platz: Im Schnitt werden die zwischen 2012 und 2014 geboren Einwohner einmal 82,5 Jahre alt. Nur die Mieten sind weniger vorbildlich: Sie belaufen sich in der bayerischen Landeshauptstadt pro Quadratmeter auf stolze 14 Euro.
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Foto: dpa
Die beste Großstadt Ostdeutschlands, sie ist eine der unbekannteren Metropolen der Republik, weil sie kaum mehr als 100.000 Einwohner zählt. Sie liegt im selbsternannten „grünen Herzen“ Deutschlands, in Thüringen, und zugleich an einem Nebenfluss der Elbe, der 413 Kilometer langen Saale. Viele Bundesbürger kennen nur ihre hässliche Seite, den Stadtteil Lobeda mit seinen Plattenbauten direkt an der Autobahn 4 – dabei gilt ihre Innenstadt ob der schmucken Häuschen als durchaus ansehnlich. Die Rede ist von Jena, der Stadt, in der der Poet und Philosoph Friedrich Schiller als Professor lehrte – und die heute noch von dessen Ruhm zehrt.
Ostdeutsche Städte gelten vielen Westdeutschen auch mehr als 25 Jahre nach der Wende als Inbegriff von Tristesse und Rückständigkeit. Das exklusive Städteranking von WirtschaftsWoche, des IW Consult Köln und von Immobilienscout24 beweist, dass dieses Klischee längst nicht mehr auf alle Ost-Metropolen zutrifft. Jena etwa landet im Niveauranking auf dem 17. von 69 Plätzen – und schneidet damit besser ab als vermeintliche Musterstädte im Westen wie Bonn und Münster, Heilbronn und Wiesbaden. Das Niveauranking vergleicht Ist-Werte ausgewählter Kennziffern, also zum Beispiel die aktuelle Arbeitslosenzahl.
Jena profitiert zum einen von der Friedrich-Schiller-Universität und der Ernst-Abbe-Hochschule, insgesamt mehr als 20.000 Studenten besuchen die beiden Bildungseinrichtungen. Wie segensreich das für die thüringische Stadt ist, zeigt sich etwa am Anteil der Hochschulabsolventen in mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Fächern (MINT) an allen Beschäftigten. Dieser Wert beträgt drei Prozent – und liegt damit mehr als doppelt so hoch wie etwa in der bayerischen Landeshauptstadt München.
Zum anderen erklärt sich Jenas Stärke durch die Glas- und Optikindustrie. In der Stadt sitzen weltbekannte Unternehmen wie Jenoptik und Carl Zeiss Meditec, die etliche Hochqualifizierte beschäftigen. So kommen in Jena auf 100 Beschäftigte mehr als vier Ingenieure. Die thüringische Stadt schneidet damit sogar besser ab als das nordrhein-westfälische Leverkusen, Heimat des Pharma-Riesens Bayer.
Zudem sind die Jenaer besonders forschungsstark. Auf 100.000 Erwerbstätige kommen fast 90 Patente, das ist der zweithöchste Wert aller deutschen Großstädte. All das schlägt sich auch im Bruttoinlandsprodukt pro Kopf wieder, in der Kommune an der Saale ist es zwischen 2010 und 2013 um fast 30 Prozent gestiegen – stärker konnten nur die beiden Autostädte Wolfsburg und Ingolstadt zulegen.
Außerdem punktet Jena mit einer guten Gesundheitsversorgung. So kommen auf 10.000 Einwohner rund 134 Krankenhausbetten. Das ist der höchste Wert aller ostdeutschen Metropolen und der siebthöchste bundesweit.
Der Erfolg der thüringischen Stadt hat allerdings auch eine Schattenseite: Die Mieten sind vergleichsweise hoch, die durchschnittliche Warmmiete pro Quadratmeter beträgt acht Euro. Damit liegt Jena auf demselben Niveau wie die westdeutsche Universitätsmetropole Aachen.
Die zweitbeste ostdeutsche Stadt ist Potsdam, die Rang 24 belegt. Die 170.000 Einwohner profitieren unter anderem von der Nähe zu Berlin, zum anderen davon, dass die brandenburgische Landesregierung in der Stadt sitzt. So liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf mit mehr als 36.000 Euro so hoch wie in keiner anderen ostdeutschen Kommune.
Zudem hat der Anteil der Hochqualifizierten an allen beschäftigen zwischen 2013 und 2015 um 2,6 Prozent zugenommen, so stark wie in nur wenigen anderen Großstädten.
Die drittbeste ostdeutsche Metropole ist Dresden, sie kommt auf Rang 31. Die sächsische Landeshauptstadt weist die achthöchste Ingenieursquote der Republik auf: Auf 1.000 Beschäftigte kommen fast fünf studierte Techniker. Zudem ist in der 500.000-Einwohner-Kommune die Jugendarbeitslosigkeit so stark zurückgegangen wie in keiner anderen deutschen Großstadt – zwischen 2010 und 2015 ist sie um mehr als sechs Prozent gefallen. Ein weiteres Argument, das für Dresden spricht: Die Bewohner werden im Schnitt 82,1 Jahre alt, länger leben nur Münchner, Heidelberger und Stuttgarter.
Berlin profitiert von den Gründern
Beim Dynamikranking dagegen liegen zwei andere ostdeutsche Großstädte vorne. Im Gegensatz zum Niveauranking misst das Dynamikranking die Veränderungsraten in fünf zurückliegenden Jahren – es geht also beispielsweise darum, wie sich die Arbeitslosenrate entwickelt hat.
Die ostdeutsche Metropole mit der größten Dynamik ist Berlin, sie belegt in dieser Rangliste den neunten Platz. Die Bundeshauptstadt profitiert etwa vom starken Bevölkerungszuzug, die Einwohnerzahl stieg zwischen 2011 und 2015 um mehr als fünf Prozent.
Das beeinflusst auch den Anteil der Hochqualifizierten, der im Zeitraum von 2013 bis 2015 um vier Prozent zugelegt hat. Das ist der dritthöchste Wert deutschlandweit. Zudem gründen die Berliner viele Firmen: Auf 10.000 Erwerbsfähige kommen rund 42 neue Betrieb, nur in München, Hamburg, Frankfurt am Main und Düsseldorf wagen mehr Einwohner das unternehmerische Risiko.
Leipzig profitiert vom starken Zuzug
Die ostdeutsche Großstadt mit der zweitgrößten Dynamik ist das sächsische Leipzig. Die 520.000-Einwohner-Metropole belegt in diesem Ranking den zwölften Platz. Zwischen 2010 und 2015 sind rund 24 Prozent neue Jobs entstanden, das ist der bundesweite Spitzenwert. Parallel dazu konnte Leipzig die Zahl der Hartz-4-Empfänger um fast drei Prozentpunkte senken, auch das schafft keine andere deutsche Metropole. Zudem ist die Jugendarbeitslosigkeit um mehr als fünf Prozentpunkte gefallen.
Gleichzeitig profitiert Leipzig vom Zuzug vieler Neu-Bürger, so wuchs die Einwohnerzahl zwischen 2011 und 2015 um fast 8,5 Prozent.
Einige ostdeutsche Städte schneiden jedoch nach wie vor miserabel ab, etwa Halle an der Saale. Auf 100.000 Beschäftigte kommen noch nicht einmal zehn Patente, fast elf Prozent aller Schulabgänger machen keinen Abschluss, mehr als 17 Prozent der Einwohner sind verschuldet. Da ist es quasi unausweichlich, dass Halle im Niveauranking nur auf Rang 62 landet.
Im Dynamikranking sieht es noch schlechter aus, da belegt die 230.000-Einwohner-Stadt gar Platz 63. Das einzige Trostpflaster für Halle: Eine kleine Gruppe von Kommunen schneidet noch miserabler ab, darunter sind etwa Ruhrgebiets-Städte wie Duisburg, Gelsenkirchen und Herne. Triste und rückständige Metropolen, inzwischen liegen sie vor allem tief im Westen Deutschlands.