Joko Winterscheidt „Ich dachte ernsthaft, Go Butler wird das neue Facebook“

Joko Winterscheidt ist bekannt als Spaßvogel der Nation. Trotz diverser Pleiten investiert er auch in Start-ups. Bald entscheidet er als Juror über die Zukunft von jungen Unternehmen. Im Interview erklärt er, warum.

Joko Winterscheidt Quelle: Willi Weber, ProSieben

WirtschaftsWoche: Herr Winterscheidt, die breite Masse kennt Sie als Moderator und Entertainer. Wie kommt jemand wie Sie dazu, in Start-ups zu investieren?
Joko Winterscheidt: Andere Menschen spielen in ihrer Freizeit gerne Fußball, mich interessiert Wirtschaft seit jeher. Ich schaue hauptsächlich auf den Menschen, der hinter seinem Unternehmen steht. Es gibt so viele Menschen, mit so vielen verschiedenen Interessengebieten innerhalb dieser Wirtschaftswelt. Sie haben eine Vision, sie wollen etwas Einzigartiges auf den Markt bringen. Ich bin derjenige, der solche Menschen auf ihrem Weg gerne unterstützt – wenn sie mich denn von ihrem Projekt überzeugen. Mit meinen Ideen werden nicht Bilanzen des Unternehmens verbessert. Ich kann dafür sorgen, dass das Projekt in der breiten Masse ankommt.

Gehen Sie eher nach Bauchgefühl und Sympathie?
Absolut. Wenngleich diese Vorgehensweise das eine oder andere Mal nicht so gut funktioniert hat. Ich bin nicht der Typ, der sagt: Zeigt mir mal euren Business-Plan. Ich bin eher ein Freund davon, Ziele gemeinsam zu erarbeiten.

Zur Person

Beim diesjährigen Pitchday von SevenVentures, dem Investment-Arm der ProSiebenSat1-Gruppe, treten Start-ups mit physischen Produkten auf. Am Ende soll ein Gewinner gekrönt werden – welche Rolle spielen Sie dabei? 
Ich bin neben dem SevenVenture-CEO und dem Publikum, einer der Juroren. So etwas habe ich zuvor noch nie gemacht. Beim SevenVentures-Pitchday spielt meine Bewertung eine große Rolle dabei, wer von den vier Start-Up-Finalisten letztlich gewinnt.

Beurteilen Sie diese Start-ups auch nach Ihrem Bauchgefühl?
Ich fungiere zum einen als Konsument, denn ich bin nicht irgendein Vollprofi-Investorvogel. Aber andererseits habe ich natürlich schon auch meine Erfahrungen mit Start-ups gemacht. Mir geht es darum, wie praktisch die Produkte im Alltag sind. Daher sind die wirtschaftlichen Aspekte für mich zweitrangig. Beim SevenVentures Pitchday 2017 handelt es sich um physische Produkte, die ich vor Ort testen kann. Das finde ich super. Das passt zu meiner Philosophie.

Trinken und netzwerken – wie die Start-Up-Szene in München funktioniert

Die vier Finalisten haben die Möglichkeit, exklusiv mit Ihnen zu sprechen. Worüber sprechen Sie mit den Gründern, wenn SevenVentures ihnen bereits ein millionenschweres Mediapaket schenkt
Nur weil nicht alle das Gewinnerpaket abräumen können, heißt es nicht, dass ihre Idee schlecht ist. Mir ist es wichtig, dass ich mit diesen Leuten spreche. Natürlich müssen diese auch Lust habe, sich mit mir zu unterhalten. Wenn das gegenseitige Interesse da ist, dann reden wir. Vielleicht setze ich mich dann auch außerhalb der Veranstaltung mit ihnen zusammen.

Wollen Unternehmer denn immer mit Ihnen sprechen? Ihre Karriere besteht darin, witzig zu sein. Ist das kein Seriositätshemmer?
(Lacht) Ich will gar nicht als seriös wahrgenommen werden. Das ist das Letzte, worüber ich mir Gedanken mache. Mit meiner humoristischen Art kann ich Leute auch viel besser motivieren. Das ist doch etwas total Positives.

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