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Was ist Staking? Passives Einkommen mit Kryptowährungen

Oliver Meissner-Wollnitz
1. Dezember 2025 – 20:50 Uhr aktualisiert
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Krypto Staking POS
Krypto Staking POS
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Staking beschreibt den Einsatz von Kryptowährungen, die auf dem Proof-of-Stake-Mechanimus beruhen und zum Erzeugen neuer Blöcke innerhalb der Blockchain verwendet werden.
  • Für die Bereitstellung der Digitalmünzen wie Ethereum erhalten Anleger eine Belohnung, je nach Plattform fällt diese unterschiedlich hoch aus.
  • Im Gegensatz zum traditionellen Zins einer Bank sind die Prämien durch Staking wesentlich attraktiver.

Viele Krypto-Enthusiasten glauben, dass das klassische Finanzsystem ausgedient hat. Fragile Zinssätze und anhaltende Inflation schweben wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Sparer – ein Privatvermögen aufzubauen, ohne sein Geld in risikoreiche Kapitalanlagen zu investieren, scheint unmöglich.

Im immer noch jungen Krypto-Space entpuppen sich ständig neue Möglichkeiten, um neben etwaigen Kursgewinnen ein passives Einkommen aufzubauen. Eine davon ist das Staking, was dem Prinzip eines verzinsten Sparkontos ähnelt. Krypto-Halter können ihre Coins dem Netzwerk zur Verfügung stellen und somit das Recht erwerben, neue Blöcke zu validieren. Die zu erwartende Rendite liegt dabei deutlich über dem, was konventionelle Banken ihren Kunden heutzutage noch bieten.

Staking bei Krypto Börsen: Übersicht

AnbieterGebühren für gewöhnlichen Krypto-HandelStakingCoins
Bitpanda0,99 % + Spread

Bitpanda Fusion (bei einem Handelsvolumen von bis zu 100.000 € in den letzten 30 Tagen): 0,25 % plus Spread
> 50 Coins; darunter ETH, ADA, TRX, SOL, DOT, BNB
BitvavoTradinggebühr von maximal 0,25 % (Taker) bzw. 0,15 % (Maker) + Spread> 70 Coins;
darunter SOL, AVAX, ETH, POL, ADA
KrakenHauptplattform: 0,99 % inklusive Spread

Kraken Pro: Taker Gebühren für den Spot-Handel mit Kraken Pro von 0,40 % (angenommenes Handelsvolumen von bis zu 10.000 US-Dollar in den letzten 30 Tagen) + Spread
> 20 Coins;
darunter ETH, ATOM, ADA, DOT
Bison1,25 %Ethereum
Coinbase1,49 % + 0,5 % Spread< 10 für Privatkunden; darunter ETH, ADA, ALGO, ATOM, DAI, XTZ
Quelle: Preis-Leistungsverzeichnisse der Anbieter, eigene Recherche
Stand Dezember 2025

Die Methodik hinter der Anbieterauswahl

Dieser Artikel resultiert aus einer sorgfältigen Auswahl überregionaler Anbieter, die auf Grundlage häufig gesuchter Begriffe und bekannter Anbieter intensiv recherchiert wurden. Das Hauptanliegen besteht darin, Leserinnen und Lesern ein vielfältiges Bild dessen zu vermitteln, welche Anbieter im Moment von Interesse sein könnten und welche etablierten sowie neuen Optionen in Betracht gezogen werden sollten.

Angesichts der großen Auswahl an Anbietern und Produkten bietet dieser Artikel keine vollständige Marktübersicht, da es unmöglich ist, sämtliche Anbieter einzubeziehen. Ziel ist vielmehr, eine erste Orientierung zu geben und eine fundierte Basis für die Entscheidungsfindung zu schaffen.

Was ist Staking?

Um zu verstehen, wobei es sich beim Staking eigentlich handelt, gilt es, einige grundlegende Dinge zum Thema Kryptowährungen und Blockchain zu verstehen. Digitalmünzen wie der Bitcoin folgen konzeptionell dem Prinzip der Dezentralität. Deshalb bedarf es im Netzwerk eines Konsensmechanismus, der gewährleistet, dass gemeinsame Entscheidungen getroffen werden können und Transaktionen gesichert validiert werden.

Der Unterschied zwischen PoW und PoS

Beim Bitcoin sorgt der Proof-of-Work-Mechanismus (PoW) für den ordentlichen Ablauf im Netzwerk. Hier sind Miner gefragt, die ihre Rechenpower zur Verfügung stellen, um neue Blöcke zu validieren. Mining ist dabei eine Art Äquivalent zum Staking – es verfolgt zwar denselben Zweck, funktionert aber deutlich anders.

Der Bitcoin ist beispielsweise nicht mit Staking kompatibel, da er nicht auf dem Proof-of-Stake-Mechanismus (PoS) beruht. Dieser bietet einige Vorteile gegenüber PoW, weswegen die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum in einem richtungsweisenden Update auf PoS umstellt.

PoS spart Energie

PoS benötigt im Gegensatz zu PoW weniger Rechenleistung. Die Miner werden obsolet, indem Transaktionen durch diejenigen Nutzer validiert werden, die Staking betreiben. Der Grundsatz ist dabei der Gleiche: Ein Netzwerkteilnehmer fügt ein Transaktionspaket der Blockchain hinzu und erhält dafür eine Belohnung. Die Nutzer hinterlegen die jeweilige Kryptowährung für einen fixen Zeitraum und haben durch das Staking die Chance, mit den Token die ankommenden Transaktionen zu bestätigen.

Das Auswahlverfahren ähnelt dabei dem einer Lotterie. Je mehr Digitalmünzen man einbringt, desto höher ist die Chance gezogen werden. Aus diesem Grund schließen sich manche Nutzer zu sogenannten Staking Pools zusammen, damit multiplizieren sich die Erfolgsaussichten um ein Vielfaches.

Wichtig: Die unterschiedlichen Netzwerke einer Blockchain nutzen verschiedene Wege, um die Staking-Belohnung zu berechnen.

Wo lassen sich Kryptowährungen staken?

Für langfristige Anleger bietet Staking also die Chance, die erstandenen Kryptowährungen gewinnbringend zu nutzen und damit gleichzeitig zur Sicherheit des jeweiligen Krypto-Projekts beizutragen. Staking Pools finden sich auf modernen Krypto Börsen wie Bitpanda, Bitvavo, Kraken, Bison oder Coinbase. Solche Krypto Börsen und Marktplätze bieten einen besonders einfachen Einstieg ins Staking, da die meisten Vorgänge automatisiert sind und der eigene Verwaltungsaufwand sehr gering gehalten wird.

Die Anbieter behalten sich für den Service eine kleine Gebühr anteilig der Prämie ein.

Tipp: Auch über deutsche Anbieter wie Scalable Capital oder Justtrade ist passives Staking über ETPs möglich.

Staking auf Bitpanda – je länger desto lukrativer

Bitpanda avanciert im europäischen Raum zu einer der wichtigsten Adressen hinsichtlich dem Handel von Kryptowährungen. Dabei darf die Option Krypto-Staking zu betreiben natürlich nicht fehlen. Insgesamt über 50 Digitalmünzen können Anleger auf Bitpanda staken: darunter Binance Coin, Solana, Cardano und Polkadot.

Das Staking auf Bitpanda gestaltet sich als besonders benutzerfreundlich, immerhin gibt es keine Lock-in-Fristen, dadurch bleiben die gestakten Assets immer verfügbar. Außerdem werden die Gewinne nach dem Prinzip des Zinseszins direkt wieder angelegt, alles voll automatisch.

Bitvavo – Staking für mehr als 70 Kryptowährungen

Auch bei Bitvavo können Anleger ihre digitalen Vermögenswerte staken und so regelmäßige Erträge erzielen. Die niederländische Plattform bietet sowohl flexibles Staking als auch fixes Staking an. Beim Flex-Modell bleiben die gestakten Kryptowährungen jederzeit handelbar oder auszahlbar, während beim Fixed Staking feste Sperrfristen gelten, dafür aber höhere Renditen möglich sind. Die Auszahlungen erfolgen wöchentlich (Flex) oder nach Ablauf der vereinbarten Sperrfrist (Fixed).

Bitvavo unterstützt über 70 Kryptowährungen für Flex Staking und eine wachsende Auswahl für Fixed Staking, darunter bekannte Projekte wie Ethereum, Polkadot, Cosmos, Solana und viele weitere. Je nach Coin können zweistellige Jahresrenditen möglich sein; für einige Assets liegen die Werte deutlich über dem, was viele andere europäische Börsen bieten.

Gebühren fallen nicht an – allerdings behält Bitvavo wie andere Anbieter einen Teil der erzielten Rewards ein, was bereits in die angezeigten Renditen eingerechnet ist. Im Earn Hub können Nutzer Staking mit wenigen Klicks aktivieren und jederzeit anpassen. Da Staking und Lending nicht unter die MiCA-Regulierung fallen, sollten Anleger die Risiken kennen: Die Erträge können schwanken, Sperrfristen und Marktbewegungen beeinflussen den Wert der Bestände, und wie bei allen Proof-of-Stake-Netzwerken besteht ein Slashing-Risiko. Bitvavo setzt auf ein internes Risikomanagement und arbeitet mit geprüften Validatoren und institutionellen Partnern, dennoch bleibt Staking eine renditestarke, aber risikobehaftete Form passiven Einkommens.

Kraken – Staking von Ethereum, Solana und mehr

Auch auf der Krypto-Börse Kraken lassen sich verschiedene Digitalmünzen staken. 2025 sind das rund 20 Stück, darunter Ethereum, Cardano und Solana. Sie alle nutzen das PoS-Protokoll, wodurch Anleger je nach Coin mit einer Rendite von bis zu 21 Prozent rechnen können. Kraken verlangt für diesen Service keine Gebühren, behält sich jedoch bis zu 20 Prozent der erhaltenen Belohnung ein.

Staking bei Coinbase

Die dritte große Krypto Börse im Bunde ist Coinbase. Erwartungsgemäß haben auch hier Anleger die Option, einige ihrer Kryptowährungen zu staken. Coinbase liefert derzeit mit die größte Auswahl stakebarer Coins. Die Belohnungen variieren wie üblich stark, liegen aber maximal bei rund 14 Prozent. Coinbase behält davon selbst eine Validierungsgebühr in Höhe von 25,25 bis 35 Prozent ein.

Ethereum Staking mit Lido

Um von den Vorteilen durch Staking zu profitieren, muss man nicht zwingend eine Krypto Börse nutzen. Lido ist ein Servicedienstleister, der seinen Kunden spezielle Konditionen für das Staken von Ethereum, Solana und Polygon bietet. Dafür kooperiert das Unternehmen mit namhaften Anbietern im Bereich Staking und stellt ein weitreichendes Ökosystem zur Verfügung.

Vor allem Ethereum und die dazugehörige Kryptowährung Ether liegen im Fokus der Plattform, nicht zuletzt aus dem Grund, da Ethereum allein durch seine Größe und Relevanz zur dominierenden Digitalmünze im Bereich Staking avancieren wird. Wer Ether auf eigene Faust über die Software des Ethereum-Netzwerks staken möchte, der muss dafür mindestens 32 Ether einbringen – eine zu große Hürde für viele Anleger.

Lido bündelt die Staking Power der Nutzer

Bei Lido ist das nicht der Fall, hier können Nutzer auch mit kleinem Geldbeutel über Staking Pools am Verfahren partizipieren. Nutzer, die ihre Ether über Lido staken, tauschen diese davor in einen Token (stETH) um, der für das Staken auf Lido verwendet wird und Ether im Wert eins zu eins abbildet. Der Vorteil daran ist, dass über die neuen stETH frei verfügt werden kann und diese nach Belieben handelbar bleiben. Eine Sperrung der Coins, wie es beim Staken üblich ist, gibt es hier nicht.

Für das Staken von Ethereum erhalten Nutzer aktuell 3,5 Prozent Rendite. Davon zieht Lido nochmal 10 Prozent Gebühren ab, außerdem werden einmalige Transaktionsgebühren fällig.

Wie sicher ist Staking?

Wenn es um die Sicherheit der eigenen Coins geht, gilt im Krypto-Space eine einfache Regel: Anleger sollten sich immer an populäre und etablierte Anbieter halten, die im besten Fall durch die für ihr Land zuständigen Aufsichtsbehörden reguliert sind. Wirkt das Unternehmen zwielichtig und verspricht zudem immense Belohnungen, sollte man besser die Finger davon lassen. 

Da der Zugang zur Kryptowährung bei den meisten Plattformen innerhalb des Staking-Zeitraums gesperrt wird, haben Anleger keine Möglichkeit ihre Digitalmünzen bei etwaigen Kursstürzen umzutauschen. Im schlimmsten Fall steht man am Ende aufgrund der unrealisierten Gewinne schlechter dar. Obwohl der volatile Krypto-Markt immer wieder für Überraschungen gut ist, zeigte die Kurve bisher aber auf lange Frist stets nach oben.


Häufig gestellte Fragen zum Staking von Kryptowährungen

Sind Staking Rewards steuerpflichtig?

Staking-Belohnungen gelten steuerlich als „sonstige Einkünfte“ und müssen mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zwischen null und 45 Prozent versteuert werden, sofern sie die jährliche Freigrenze von 256 Euro überschreiten. Passives Staking wird als private Einnahme betrachtet, während aktives Staking, das mit der Erstellung von Blöcken verbunden ist, als gewerbliche Tätigkeit eingestuft wird und zusätzlich der Gewerbesteuer unterliegt. Die Steuerpflicht entsteht zum einen bei Erhalt der Belohnungen, basierend auf deren Marktwert, und kann zum anderen bei einem Verkauf innerhalb eines Jahres erneut anfallen, wenn ein Wertzuwachs erzielt wird.

Kann man auf Bitpanda Kryptowährungen staken?

Auf Bitpanda ist es ebenfalls möglich, Kryptowährungen wie Solana oder Cardano zu staken. Auf Bitvavo können über 70 Coins gestakt werden und auf Bison lässt sich derzeit ausschließlich Ethereum staken.

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