Exklusiver Überblick: Sparer aufgepasst: Diese Banken haben im letzten Monat die Zinsen gesenkt
Wie gewonnen, so zerronnen: Die ersten Banken schmelzen die Zinsen auf Tages- und Festgelder schon wieder ab.
Foto: imago images2023 ist ein gutes Jahr für Sparer. Nachdem Einlagen lange Zeit keine Erträge abwarfen, offerieren viele Banken ihren Kunden nun endlich wieder attraktive Zinsen für Tages- und Festgeld. Teils sind vier Prozent und mehr drin, ohne Kursschwankungen wie an der Börse. Damit lohnt es sich wieder, Geld auf dem Konto zu parken.
Doch nun zeigt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox für die WirtschaftsWoche, dass erste Institute die Zinsen für ihre Festgeldangebote bereits wieder senken. Im vergangenen Monat haben zehn Institute ihre Konditionen leicht nach unten korrigiert. Manche drehten nur einen Zehntel Prozentpunkt an der Zinsschraube, andere senkten die Zinsen aber um bis zu einen halben Prozentpunkt – eine Reduktion, die sich spürbar auf die Rendite auswirkt.
Ein Beispiel: Noch vor einem Monat zahlte die BMW Bank für einjähriges Festgeld vier Prozent, nun sind es nur noch 3,5 Prozent. Wer heute 10.000 Euro dort parken möchte, bekommt statt eines jährlichen Ertrags von 400 Euro nur noch 350 Euro.
Ist das nun schon die Wende nach der Zinswende?
Nein, sagt Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier: „Von einer generellen Trendwende zu sprechen wäre verfrüht. Insbesondere an der Spitze des Marktes sehen wir nach wie vor einen intensiven Wettbewerb um die Spargelder der Anleger.“ Gerade bei Festgeld mit einem und zwei Jahren Laufzeit seien immer noch neue Höchststände zu beobachten. Weil Banken ihrerseits wieder Geld mit Kundeneinlagen verdienen, haben sie ein Interesse an Mittelzuflüssen.
Es gibt allerdings Indizien dafür, dass der Zinsgipfel bald erreicht sein dürfte. Die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) haben zuletzt eine Pause eingelegt. Der nachlassende Inflationsdruck und die jüngsten Signale der Notbanken sprechen ebenfalls dafür, dass der Zins-Zenit bald erreicht ist.
So sichern sich Sparer hohe Zinsen
Sparer sollten das in ihrer Anlagestrategie berücksichtigen. Mit den besten Tagesgeldangeboten kommen sie jetzt zwar teils auf höhere Erträge als mit langlaufendem Festgeld. Sie haben damit zudem den Vorteil, dass das Kapital nicht für eine fixe Zeit gebunden ist. Wenn das Zinsniveau wieder sinkt, kann das aber auch ein Nachteil sein. Den bekommen Sparer spätestens nach Ablauf der Zinsgarantie zu spüren, wenn es eine gibt: Der Tagesgeldzins sinkt dann bei niedrigerem Zinsniveau in der Regel ebenfalls.
Mit Festgeld hingegen können sich Sparer das aktuelle Zinsniveau für die Zukunft sichern. Wer das Meiste aus der Zinswende rausschlagen will, sollte darüber nachdenken, allmählich Geld in Anlagen mit fester Laufzeit umzuschichten. Allerdings sollten Sparer nur Geld auf ein Festgeldkonto legen, das sie in den nächsten Jahren definitiv nicht brauchen.
Verivox-Chef Maier empfiehlt, zwei abwechselnd auslaufende Festgeldanlagen abzuschließen: „So sichern sie sich einerseits die aktuell sehr hohen Zinsen für einen längeren Zeitraum und bleiben gleichzeitig flexibel.“ Bei einer solchen Zinstreppe wird jährlich Geld inklusive Zinszahlung frei, das Anleger flexibel wieder anlegen können. Auf Renditejagd ist eben auch Kreativität gefragt.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel erschien erstmals am 18. November 2023 bei der WirtschaftsWoche. Wir zeigen ihn aufgrund des hohen Leserinteresses erneut.
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