Gewalteskalation: Polizist im Kosovo getötet – Regierung spricht von Terror
Von den serbischen Behörden lag zunächst keine Stellungnahme zu dem Angriff vor.
Foto: ReutersIm Norden des Kosovo ist es zur schwersten Gewalteskalation seit mehreren Monaten gekommen. Ein kosovarischer Polizist wurde während eines Schusswechsels am Sonntagmorgen nach Angaben der Regierung des Balkanstaats getötet. Ein weiterer Beamter sei verletzt worden. Präsidentin Vjosa Osmani verurteilte den Vorfall als Terror-Angriff krimineller serbischer Gruppen.
Ministerpräsident Albin Kurti sagte, die Angreifer seien schwer bewaffnete, maskierte Profis gewesen. Nach Angaben der Polizei hatten zwei Schwerfahrzeuge auf einer Brücke in Banjska Position bezogen und den Zugang zu dem etwa 15 Kilometer von der serbischen Grenze entfernten Dorf versperrt. Als die Polizei eintraf, seien die Beamten mit einem ganzen Waffenarsenal unter Beschuss genommen worden.
Unabhängig ließen sich die Angaben nicht überprüfen. Von den serbischen Behörden lag zunächst keine Stellungnahme vor. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters, der vor Ort war, meldete, dass Nato-Soldaten zusammen mit Angehörigen der EU-Mission Eulex und kosovarischen Polizisten auf der nach Banjska führenden Straße patrouillierten.
Der Kosovo hatte 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Das wird weder von der Regierung in Belgrad, noch von der serbischen Minderheit im Kosovo anerkannt. Über 90 Prozent der Bevölkerung des Kosovo sind ethnische Albaner. Im Norden des Landes stellen allerdings die Serben die Mehrheit. Die Nato hat rund 4000 Soldaten in dem Balkan-Land stationiert, die den Frieden sichern sollen.
Die EU bemüht sich um eine Normalisierung der Beziehungen zwischen dem Kosovo und Serbien, die beide in die EU streben. Zuletzt nahmen die Spannungen aber wieder zu. Im Mai war es im Norden des Kosovo zu schweren Ausschreitungen gekommen. Dabei wurden etwa 50 serbische Demonstranten und mehr als 90 Nato-Friedenstruppen verletzt.