Aufholjagd im Internet: H&M geht in die Online-Offensive
H&M setzt auf Online-Verkäufe für steigenden Gewinn.
Foto: dpaDas Online-Geschäft soll mindestens um 25 Prozent zulegen, ebenso wie die Marken COS und H&M Home. Dagegen werde der Umsatz in den bestehenden Filialen weiter sinken. Gelingen wird dies nach Ansicht des Unternehmens aber frühestens 2019. Bis 2022 will H&M die Internet-Verkäufe auf umgerechnet 7,56 Milliarden Euro steigern.
Im laufenden Jahr würden die Umsätze in den weltweit gut 4700 Läden nochmals rückläufig sein, teilte der Konzern während eines Investorentages mit. Mau sieht es auch für den Gewinn aus. Die hohen Lagerbestände aus dem vierten Quartal dürften zumindest zu Jahresbeginn noch das Ergebnis belasten.
H&M muss Vertrauen zurückgewinnen, nachdem spätestens mit Vorlage der Jahresbilanz Ende Januar offen zu Tage trat, wie prekär die Lage des Konzerns inzwischen ist. Im vierten Quartal (Ende November) knickte der Gewinn nach Steuern von knapp 6 Milliarden schwedischen Kronen im Vorjahr auf 4 Milliarden Kronen (402 Millionen Euro) ein, nachdem H&M seine Ware nur mit kräftigem Rabatt loswerden konnte.
Zuletzt hatten immer mehr Kunden einen Bogen um die Filialen des Branchenzweiten gemacht und den Schweden einen Gewinneinbruch eingebrockt. Branchenprimus und Zara-Mutter Inditex baute den Vorsprung durch schnell wechselnde Kollektionen weiter aus.
Auch beim Preis ist H&M nicht mehr das Maß aller Dinge, Ketten wie Primark sind noch günstiger. Zugleich machte H&M die zunehmende Konkurrenz durch Internet-Anbieter zu schaffen. Online-Händler wie Zalando oder Asos ziehen Kundschaft ab.
H&M-Aktien zogen zunächst 2,5 Prozent an, drehten dann aber ins Minus und lagen zuletzt 2,4 Prozent tiefer. Inditex-Anteilsscheine legten dagegen 1,5 Prozent zu.