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Boomland IndienWas Mittelständler in Indien beachten müssen

Indien wächst so schnell wie kaum ein anderes Land in Asien. Jetzt will die Regierung auch die Industrie auf Trab bringen. Davon können nicht nur Großkonzerne profitieren: Zwischen Hightech und günstiger Massenware bieten sich zahlreiche Chancen für deutsche Mittelständler.Sebastian Schaal 07.04.2015 - 10:10 Uhr

Automatisierung ist in Indien nur ein kleines Thema, viele Arbeitsschritte werden noch von Hand ausgeführt

Foto: Sebastian Schaal

Ajay Bhargava sieht beinahe täglich, wie Indien wächst. Noch vor wenigen Jahren lag seine Fabrik alleine auf einem freien Feld, unweit der südindischen Acht-Millionen-Metropole Bangalore. Heute umgibt ein großes Industriegebiet sein Gelände, von Grund auf aus dem Boden gestampft.

Bhargava leitet die Indien-Tochter des Herborner Mittelständlers Rittal, spezialisiert auf Schaltschränke. Seine Kunden sind die Industrieunternehmen der drittgrößten Volkswirtschaft Asiens. Ein großer Markt, der weiter wachsen wird. „Die Regierung hat hier mit ihrer „Make in India“-Kampagne viel vor“, sagt Bhargava. „Selbst wenn nur die Hälfte der Ankündigungen umgesetzt wird, sind wir immer noch sehr gut aufgestellt.“

Indien in Zahlen
Indien gehört mit einem BIP von 1,877 Milliarden US-Dollar neben Russland und China zu den drei größten und am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften. Das Pro-Kopf-Einkommen lag 2013/2014 laut Auswärtigem Amt bei 1.229 US-Dollar.
Die Wirtschaft ist weitgehend liberalisiert und das Wachstum seit Jahren auf recht hohem Niveau. 2014 waren es 6,8 Prozent. Der Export stieg im Jahr 2012 um 20 Prozent.
Die Bundesrepublik ist mit einem Volumen von 16,1 Milliarden Euro der wichtigste Handelspartner Indiens innerhalb der EU. Der deutsche Handelsüberschuss lag 2012/13 bei 3,4 Milliarden Euro. Der Warenwert der Exporte nach Deutschland lag bei gut 9 Milliarden.
Eine Milliarde Euro Kredit kamen im Jahr 2013 allein aus Deutschland. Vorgesehen sind sie für Investitionen in erneuerbare Energien und andere nachhaltige Projekte der Energieeffizienz.
Laut Auswärtigem Amt sind ca. 3.000 Deutsche in Indien ansässig, arbeiten in der Wirtschaft, im Bildungswesen, in Kultur und Missionen. Deutlich mehr Inder zieht es nach Deutschland; rund 45.000 leben in der BRD.
1,2 Milliarden Menschen leben in Indien. Die Gesellschaft ist dabei höchst gegensätzlich: fortschrittsorientiert und traditionell, arm und reich.
820 Millionen Inder leben in Armut. Davon gelten laut Weltbank fast 35 Prozent als absolut arm. Armuts- und Wirtschaftswachstum scheinen in Indien Hand in Hand zu gehen. In keinem anderen Land leben mehr Menschen in absoluter Armut, es sind mehr als in ganz Afrika. Sozialprogramme der Regierung greifen nur bedingt.
Mit 3.287.000 Quadratkilometern ist Indien flächenmäßig rund neunmal so groß wie Deutschland.

Die Regierung, das ist in den Augen vieler Inder vor allem Premierminister Narendra Modi. Seit rund einem Jahr leitet Modi die politischen Geschäfte auf dem Subkontinent – und gilt als Hoffnungsträger für das Land. Mit Investitionen in die Infrastruktur und niedrigeren Unternehmenssteuern will er ausländische Investoren anlocken, lieber in Indien zu fertigen als ihre Produkte zu importieren. Auch auf der Hannover Messe (13.-17. April) wird der Premier für seine „Make in India“-Kampagne werben.

„Make in India“ soll Industrie ankurbeln

Mit dieser Kampagne will die Regierung die Wahrnehmung Indiens als fast ausschließlicher Dienstleistungs- und IT-Standort korrigieren. Aus Sicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sind die konkreten Reformvorhaben für ausländische Investoren vielversprechend. „Neben der schrittweisen Öffnung von bislang geschützten Branchen, der Reform der Regeln beim Landerwerb und der Reduzierung der Körperschaftsteuer soll für mehr Transparenz in der öffentlichen Verwaltung gesorgt werden“, sagt Volker Treier, Außenhandelschef des DIHK. „Teil des „Make in India“-Konzeptes sind die Realisierung stagnierender Infrastrukturprojekte, der Aufbau von Sonderwirtschaftszonen und die Modernisierung der Industrie. Die Wahl Modis hat insgesamt zu einer Aufbruchstimmung im Land geführt.“

Ein riesiger Markt, viele Arbeitskräfte und zum Teil zweistellige Wachstumsraten: Indien klingt verlockend. Doch wer das Abenteuer wagen will, muss einiges beachten – denn auch in dem Boomland Indien läuft nicht alles wie geschmiert.

Fakten und Hintergründe zu Indien
Mit einem jährlichen Wirtschaftswachstum von zehn Prozent im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre und mehr als sieben Prozent im laufenden wie voraussichtlich auch im kommenden Jahr gehört Indien zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Quelle: DIHK
Infrastrukturausbau sowie Auf- und Ausbau von industriellen Strukturen sind zwei Bereiche von vielen, die für den gewaltigen Entwicklungsprozess in Indien stehen. Weitere Bereiche: Erneuerbare Energien, Automobil und Zulieferer, Dienstleistungen (Logistik, Finanzen)
Für Deutschland ist Indien das 25. wichtigste Handelspartnerland. Hinsichtlich der im Ausland getätigten deutschen Direktinvestitionen liegt Indien auf dem 10. Platz außerhalb der EU.
Der deutschen Ausfuhren nach Indien in Höhe von 8,92 Milliarden Euro (2014) zeugen von der hohen indischen Nachfrage insbesondere nach Investitionsgütern. In erster Linie nach Maschinen (vor allem nicht-elektronische), die etwa ein Drittel der Gesamtexporte nach Indien ausmachen (danach folgen chemische Erzeugnisse und Elektronik). Angesichts der Größe und Dynamik des indischen Marktes ist das Potenzial des deutsch-indischen Handels längst nicht ausgeschöpft.
Deutsche Hauptimportprodukte aus Indien (3,59 Milliarden Euro in 2014) sind chemische Erzeugnisse, Bekleidung und Maschinen.
Über 1.000 deutsche Firmen sind in Indien registriert, darunter über 40 Prozent in der industriestarken Region Mumbai/Pune. Etwa 20 Prozent der deutschen Unternehmen sind als Joint Ventures mit indischen Partnern organisiert. Zu den größten deutschen Investoren in Indien gehören Siemens, Bharat-Benz, Volkswagen und Allianz.

Der komplizierte Staatsapparat mit den mächtigen Bundesstaaten gilt als schwer reformierbar. Ein undurchsichtiges Steuersystem und der Regulierungswahn der zahlreichen Behörden machen es nicht einfach, in Indien Fuß zu fassen.

Der Ausbau der Infrastruktur stockt, Straßen entstehen zu langsam. Bereits heute hat Indien das zweitgrößte Straßennetz der Welt. Dennoch geht auf Indiens Straßen während der Rushhour kaum etwas voran. Ein großes Hemmnis für die Wirtschaft, denn rund 60 Prozent der Waren werden über die Straße befördert. Und die für den Transport wichtigen Schnellstraßen machen noch nicht einmal zwei Prozent des Straßennetzes aus.

Phoenix Contact-Chef Stührenberg

"Nicht alles in Indien ist billig"

von Sebastian Schaal

Dazu kommt: Güterzüge sind keine echte Alternative. Das Schienennetz stammt zum Teil noch aus der britischen Kolonialzeit. Auch See- und Flughäfen sind vielerorts dem Boom noch nicht gewachsen, genauso die Kraftwerke. Ausfälle und Verzögerungen bei Waren- und Stromversorgung bremsen die Wirtschaft. Die Wahl des Standorts kann für Erfolg oder Misserfolg in Indien entscheidend sein.

„Wenn uns etwas aufhält, dann ist es die Infrastruktur“, sagt Rittal-Manager Bhargava. „Transportschäden wegen der schlechten Straßen sind einer der Hauptgründe für Kundenbeschwerden – aber bei Weitem nicht mehr so stark wie noch vor 15 Jahren.“ Zudem falle regelmäßig für zwei Stunden am Tag der Strom aus. „Insgesamt ist der Energiesektor entscheidend für den Erfolg des Landes. Momentan kann es noch ein Grund für einen Investor sein, eher nach China zu gehen.“

Rittal in Indien

"Die Infrastruktur bremst uns"

von Sebastian Schaal

Um das zu verhindern, will Modi die Verkehrs- und vor allem Versorgungswege deutlich verbessern. Noch haben mehr als 400 Millionen Inder keinen Strom, vor allem auf dem Land. Bei der Stromversorgung setzt die Regierung aber auf einen Klimakiller: Kohle. Indien fördert aktuell rund 550 Millionen Tonnen Kohle jährlich, 2019 soll es eine Milliarde Tonnen sein.

Indische Kohle ist billig, macht die Kraftwerke und den Strom erschwinglich. Das Problem der Versorgung kann zwar so gelöst werden, schaffen aber ein anderes: Bereits heute gelten Indiens Großstädte als diejenigen mit der schlechtesten Luftqualität. Ein Zustand, der sich mit dem Kohleboom kaum verbessern dürfte. Gegen diese Kritik wiegelt Indiens Energieminister Piyush Goyal aber ab: „Indiens Zwang zur Entwicklung kann nicht auf dem Altar eines eventuellen Klimawandels in ferner Zukunft geopfert werden.“

Digitale Dienstboten

Wie digitale Dienstboten uns den Alltag erleichtern

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750 Milliarden Euro will die Regierung bis 2017 in die Infrastruktur stecken. „Der Großteil der Infrastruktur, der 2050 gebraucht wird, existiert heute noch nicht“, sagt Bazmi Husain, Chef der Indien-Tochter des Schweizer Mischkonzerns ABB. „Das ist eine große Chance für die Wirtschaft.“ Gerade in den Städten muss die Versorgung kräftig zulegen: Heute leben „nur“ 30 Prozent der 1,3 Milliarden Inder in Städten, 2030 werden es aber bereits 40 Prozent sein – Tendenz steigend. Dazu kommt der Nachholbedarf, denn in den vergangenen Jahrzehnten ist die Infrastruktur nicht im selben Tempo wie die Bevölkerung gewachsen. Die chaotisch verlegten Stromkabel an jeder Straßenecke sind nur ein Beispiel.

Champagner zu Bier-Preisen

Die Infrastrukturprojekte gehen zwar meist an internationale Großunternehmen wie Siemens, ABB oder Mitsubishi aus Japan, aber auch deutsche Mittelständler können davon profitieren – als Zulieferer. Denn Teile wie Schaltschränke, Steckverbindungen oder Klemmen werden weiterhin zugekauft. Und das am liebsten in der gewohnten internationalen Qualität.

Aus diesem Grund hat sich der Klemmen-Spezialist Phoenix Contact aus dem ostwestfälischen Blomberg bereits in den 1990er Jahren nach Indien aufgemacht. „Unsere Produkte werden in der Industrie oder der Infrastruktur eingesetzt“, sagt Geschäftsführer Frank Stührenberg. „Wo es viele Menschen gibt, muss irgendwann eine Industrie und Versorgungskette entstehen – um ausreichend Güter zu produzieren, damit die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Geräten versorgt wird.“

Der Spielzeug-Dino "Watson" ist mit dem Gehirn des bekannten Supercomputers Watson ausgestattet und soll kleinen Kindern in echten Gesprächen Fragen beantworten können.

Foto: dpa

Eher skurril mutet dagegen diese Smartphone-Halterung an, bei der das Mobiltelefon direkt vor dem Gesicht getragen wird. Immerhin hat der Nutzer dann die Hände frei, wenn er vor die nächste Laterne läuft.

Foto: REUTERS

Der IO Hawk wiegt zehn Kilogramm und wiegt rund zehn Kilogramm. Bewegt wird das futuristische Fortbewegungsmittel von einem Elektrometer. Der IO Hawk fährt mit bis zu zehn Kilometer pro Stunde durch die Gegend, gesteuert und beschleunigt wird das Gerät durch Bewegungen des Fahrers. Eine Akkuladung reicht für 20 Kilometer. Mit rund 1500 Euro ist das Gerät allerdings nicht ganz billig.

Foto: AP

Der Getränke-Kühlschrank von plenti Media soll seine Besitzer mit einer intelligenten LCD-Anzeige unterhalten, auf der aktuelle Fotos und Videos aus Cloud und Netzwerk gezeigt werden können. "Die ideale Kombination von digitalen Bildern und realen Produkten" wirbt das Unternehmen.

Foto: Presse

Tado stellt auf der Cebit das smarte Thermostat vor, das die Energiekosten in Haushalten senken soll.

Foto: Screenshot

Powerbanks, also Ladestationen für das Smartphone, sind gerade beim Cebit-Partnerland China der Renner. Da kommt die Ladestation auch schon mit integriertem Schminkspiegel daher. Nicht weniger skurril, dafür aber für beide Geschlechter nützlich, ist der HotPot von Terratec. Das Unternehmen hat eine Thermoskanne mit integrierter Powerbank hergestellt. Aus der eingefüllten heißen Flüssigkeit (ab 80°C) generiert die Kanne Strom und lädt damit den integrierten Akku auf. So kann beispielsweise beim Campen Wasser am Lagerfeuer erhitzt und als Energiequelle für das Smartphone genutzt werden.

Foto: Presse

Das Start-up Husarion präsentiert auf der Cebit seinen herzförmigen Roboter RoboCore. Das junge Unternehmen baut für seine Kunden individuelle Roboter zusammen, die per WLAN und Bluetooth gesteuert werden können. Der RoboCore ist außerdem mit anderen mechanischen Systemen kompatibel.

Foto: Screenshot

Auch auf der Cebit offenbar unvermeidlich ist das Zubehör rund um's Selfie: Selfie-Sticks mit oder ohne Bluetooth, für's Smartphone oder die Action-Cam: Gerade in der China-Halle gibt es alles für den begeistertetn Ego-Fotografen. Aber nicht nur die Chinesen arbeiten am perfekten Selbstportrait: So stellt beispielsweise ultron in Hannover seinen „selfie cable“ vor, der via 3,5 mm Klinkenkabel angeschlossen wird. Der „ultron selfie BT energy“ ist ein Selfie-Stick mit Bluetooth-Auslöser, der eine Powerbank im Griff bereithält. Darüber hinaus präsentiert das Unternehme einen Wanderstock aus aluminium, der als Selfie-Stick fungiert.

Foto: Presse

Haut statt Smartwatch ist das Motto einer Gruppe von Informatikern vom Max Planck-Institut in Saarbrücken. Sie wollen mit ihrem Projekt iSkin tragbare Elektronik direkt auf der Haut platzieren.

Foto: Screenshot

Der Router Nighthawk X6 R8000 funkt mit sechs Antennen mit bis zu 3,2 Gigabit pro Sekunde. Dank eines Netzwerklastausgleichs optimiert der Router die WLAN-Frequenzen für angemeldete Geräte. Ende März kommt das Gerät für rund 300 Euro in den Handel. Auf der Cebit können es Besucher schon einmal vorab in Augenschein nehmen.

Foto: Screenshot

Das Hannspad SN14T72B ist ein übergroßer Tablet-PC mit einem 13 Zoll großen Full-HD-Display. Das Tablet wiegt gut ein Kilo und kommt mit einem Quad-Core-Chip mit 1,6 Gigahertz Taktung, 2 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und erweiterbarem Datenspeicher mit 16 GB daher. Außerdem stecken zwei Kameras, WLAN- und Bluetooth-Funk sowie ein 8.000 Milliamperestunden großer Akku im Gerät.

Foto: Screenshot

Mit der 3D-Brille "Yourcar" der Firma Salt And Pepper kann der Kunde sein Fahrzeug virtuell konfigurieren.

Foto: dpa

Seit über 20 Jahren fertigt Phoenix Contact vor den Toren von Delhi seine Produkte für den indischen Markt. In dieser Zeit haben sich, so Stührenberg, nicht nur die Rahmenbedingungen wie Infrastruktur und Korruptionsbekämpfung verbessert, sondern das Unternehmen hat auch die Eigenheiten des Landes kennen gelernt – und verstanden. „Heute wissen wir viel genauer, welche Ansprüche es an ein Produkt gibt und wie der Preis aussehen muss. Und in Indien wird sehr viel Wettbewerb über den Preis ausgetragen.“ Anders ausgedrückt: „Der Inder will oft Champagner zu Bier-Preisen.“

Wegen diesen Anforderungen betreibt das Blomberger Unternehmen seit einem Jahr eine eigene Entwicklungsabteilung. Da zahlreiche EU-Standards in Indien nicht gefordert sind, können diese Funktionen ohne Probleme weggelassen werden. Zudem sind oft nicht alle Werkstoffe verfügbar – und schon muss das Bauteil geändert oder von Grund auf umgeplant werden.

Platz 30: Ensinger

Die 1966 gegründete Ensinger GmbH verarbeitet Kunststoffe zu Halbzeugen, Fertigteilen, Profilen oder Compounds. Neben dem Hauptsitz im baden-württembergischen Nufringen fertigt Ensinger an zwei weiteren Standorten in Deutschland. Das Familienunternehmen hat außerdem 14 Fabriken in aller Welt, darunter fünf in den USA und eine in China sowie zahlreiche Vertriebsniederlassungen – bis hin nach Indien.

Branche: Kunststoffe
Mitarbeiter 2012: 2181
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 100,00/350,20
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 13,35 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 876,2

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 29: Sennheiser electronic

Die Firma Sennheiser ist vor allem Audio-Fans ein Begriff. Der Mittelständler aus Wedemark-Wennebostel ist vor allem für seine Mikrofone und Kopfhörer bekannt. Im Profi-Bereich bietet das 1945 gegründete Unternehmen Broadcast-Technik, Luftfahrtkommunikationssysteme und Headsets für Callcenter an.

Branche: Audiotechnik
Mitarbeiter 2012: 2100
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 229,10/584,40
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 9,82 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 906,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 28: Adva Optical Networking

Der Glasfaser-Spezialist Adva Optical Networking wurde erst 1994 als kleines Start-up im thüringischen Meiningen und in München gegründet. Die Glasfaser-Übertragungstechnik von Adva wird weltweit von mehr als 10.000 Unternehmen eingesetzt. Produziert wird am Unternehmenssitz in Meiningen, die Verwaltung sitzt im bayerischen Martinsried.

Branche: Telekommunikation
Mitarbeiter 2012: 1378
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 88,06/330,10
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 14,13 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 907,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 27: Schottel

Die Schottel Gruppe mit Sitz im rheinland-pfälzischen Spay am Rhein entwickelt, konstruiert, produziert und vertreibt steuerbare Schiffsantriebs- und Manövriersysteme sowie komplette Antriebsanlagen.

Branche: Schiffsmaschinenbau/Antriebstechnik
Mitarbeiter 2012: 1100
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 80,00/313,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 14,625 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 911,6.

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: PR

Platz 26: Pfeiffer Vacuum Technology

1890 in Wetzlar gegründet, entwickelte sich Pfeiffer schnell zum führenden Unternehmen für Vakuumtechnik. Die 1958 erfundene Turbopumpe macht noch heute in ihrer weiterentwickelten Form 40 Prozent des Konzernumsatzes aus. Der Maschinenbauer ist im TecDax gelistet.

Branche: Vakuumlösungen
Mitarbeiter 2012: 2270

Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 150,90/461,30
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,82 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 948,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 25: igus

Die 1964 in Köln gegründete Igus GmbH ist ein Spezialist für Spitzguss-Kunststoffteile. Alle Produkte, wie etwa Kunststoffgleitlager oder flexible Spezialleitungen werden in diesem Verfahren hergestellt. Igus ist der weltweit größte Hersteller von Energiekettensystemen mit Spezialleitungen, Steckern und Zubehör.

Branche: Kunststoff-Energieketten
Mitarbeiter 2012: 2175
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 117,00/399,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 13,05 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 961,7

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 24: Hansgrohe

Hansgrohe stellt Armaturen, Brausen, Thermostate, Abläufe und Badzubehör her. Das 1901 in Schiltach im Schwarzwald gegründete Unternehmen darf nicht mit der Firma Grohe, die ebenfalls Armaturen herstellt und von Hans Grohes Sohn Friedrich gegründet wurde, verwechselt werden. Die Familie des jüngsten Sohns des Firmengründers hält heute noch 32 Prozent des Unternehmens, 68 Prozent gehören der amerikanischen Masco Corporation.

Branche: Armaturen
Mitarbeiter 2012: 2178
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 360,50/805,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 8,37 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 992,6

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: REUTERS

Platz 23: Emka Beschlagteile

Die Emka Beschlagteile GmbH stellt Komponenten für industrielle Schränke und Gehäuse her. Heute fertigt das 1932 in Velbert bei Düsseldorf gegründete Unternehmen weltweit an acht Standorten.

Branche: Verschlusstechnik
Mitarbeiter 2012: 1400
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 42,99/230,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 18,26 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1000,5

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 22: Bitzer

Bitzer aus dem schwäbischen Sindelfingen ist ein Spezialist für Klima- und Kältetechnik. Das Unternehmen ist mit über 40 Tochtergesellschaften international aufgestellt und fertigt unter anderem in Deutschland, Portugal, Südafrika, Australien, China und den USA Verdichter, Druckbehälter und Verflüssigungssätze.

Branche: Kältemaschinen
Mitarbeiter 2012: 3046
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 231,58/639,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 10,67 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1120,5

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 21: Pöschl Tabak

Pöschl gehört zu den weltweit größten Produzenten von Schnupftabak – in Deutschland hat das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 95 Prozent, weltweit noch von 50 Prozent. Pöschl Tabak hat seinen Sitz in Geisenhausen bei Landshut und befindet sich noch immer im Besitz der Familien Pöschl und Engels. Neben Schnupftabak stellt Pöschl auch Feinschnitt- und Pfeifentabak her.

Branche: Tabakwaren
Mitarbeiter 2012: 800
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 109,60/416,01
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 14,27 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1163,0

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 20: Mapal Dr. Kress

Mapal Dr. Kress zählt zu den international führenden Anbietern von Präzisionswerkzeugen für die Metallbearbeitung. Bei der Feinbearbeitung mit spanabhebenden Werkzeugen sieht sich das Unternehmen aus Aalen als weltweiten Technologieführer. Zu Mapal gehören noch zahlreiche weitere Unternehmen, die allesamt auf besondere Werkzeuge spezialisiert sind.

Branche: Maschinenbau
Mitarbeiter 2012: 4157
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 120,00/440,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 13,88 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1173,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 19: Maschinenfabrik Reinhausen

Die MR Maschinenfabrik Reinhausen GmbH, so der vollständige Name, fertigt Komponenten für Transformatoren. Bei der Produktion der sogenannten Laststufenschaltern zählt das 1868 im Regensburger Stadtteil Reinhausen gegründete Unternehmen zu den Weltmarktführern.

Branche: Maschinenbau
Mitarbeiter 2012: 2850
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 218,00/630,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,20 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1190,6

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 18: Viega

Die Viega GmbH & Co. KG stellt unter anderem Sanitär- und Heizungssysteme, Rohrleitungssysteme und Entwässerungstechnik her. Bei der Pressverbindungstechnik sieht sich das Unternehmen selbst als Weltmarktführer. Neben dem Stammhaus in Attendorn fertigt das Familienunternehmen in vier deutschen Zweigwerken in Deutschland und einem in den USA.

Branche: Heizung, Sanitär
Mitarbeiter 2012: 3500

Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 395,00/915,36
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 8,77 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1205,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 17: Manz

1987 im baden-württembergischen Reutlingen gegründet, begann die Manz Automation AG mit der automatisierten Produktion von kristallinen Solarzellen. Inzwischen firmiert das Unternehmen nur noch als Manz AG und hat neben den Solarzellen noch die Bereiche Displays (LCD, LED, OLED und Touchscreens) und Lithium-Ionen-Batterien aufgebaut.

Branche: Display- und Solarindustrie
Mitarbeiter 2012: 2000
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 24,00/184,11
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 22,60 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1228,2

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 16: Norma Group

Die Norma Group ist auf Verbindungstechnik spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt rund 35.000 Verbindungssysteme für industrielle Anwendungen. Die Kunden kommen unter anderem aus der Öl- und Gasbranche, der Autoindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie Infrastruktur und Bewässerung.

Branche: Verbindungstechnik
Mitarbeiter 2012: 4485
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 197,60/604,60
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,83 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1245,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 15: Schenck Process

Die Schenck Process GmbH entstand aus der 1881 gegründeten Darmstädter Eisengießerei und Waagenfabrik von Carl Schenk. Heute gilt das Unternehmen als einer der Weltmarktführer im Bereich der Mess- und Verfahrenstechnik. Die Schenck Process GmbH beschäftigt  nach eigenen Angaben rund 3.400 Mitarbeiter an weltweit 33 Standorten.

Branche: Mess- und Regeltechnik
Mitarbeiter 2012: 3400
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 240,00/680,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 10,98 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1246,7

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 14: KWS Saat

Das niedersächsische Pflanzenzüchtungs- und Biotechnologie-Unternehmen KWS Saat AG züchtet seit über 150 Jahren landwirtschaftliche Nutzpflanzen. Das Unternehmen ist in mehr als 70 Ländern präsent.

Branche: Saatgut
Mitarbeiter 2012: 3851
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 433,70/986,30
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 8,56 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1256,7

Bildquelle: KWS SAAT AG

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 13: Rimowa

Koffer aus Aluminium und Polycarbonat sind die Spezialität der Rimowa GmbH (kurz für „Richard Morszeck Warenzeichen“). Der Hersteller aus Köln ist bereits seit 1898 im Geschäft. Heute vertreibt Rimowa seine Koffer in 65 Ländern.

Branche: Koffer
Mitarbeiter 2012: 1300
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 25,00/206,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 22,54 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1266,0

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 12: Sick

Das 1946 gegründete Unternehmen Sick zählt zu den führenden Herstellern von Sensoren und Sensorlösungen für industrielle Anwendungen.

Branche: Sensortechnik
Mitarbeiter 2012: 6302
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 420,40/971,31
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 8,73 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1272,8

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 11: Rosenberger

Seit mehr als einem halben Jahrhundert entwickelt Rosenberger Verbindungslösungen in der Hochfrequenz- und Fiber-Optik-Technologie.

Branche: Hochfrequenztechnik
Mitarbeiter 2012: 5000

Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 126,50/483,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 14,34 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1361,2

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 10: Brückner Technology Holding

Die Brückner-Gruppe aus Siegen gehört zu den führenden Unternehmen im Maschinen und Anlagenbau.

Branche: Maschinenbau
Mitarbeiter 2012: 1676
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 225,20/682,40
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,72 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1385,4

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 9: Sirona Dental Systems

Sirona stellt Behandlungs- und Diagnosegeräten für Zahnarztpraxen, zahntechnische Laboratorien und Kliniken her. Das Unternehmen entstand 1997 aus der Dentalsparte der Siemens AG.

Branche: Dentalindustrie
Mitarbeiter 2012: 2979
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 284,00/814,56
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 11,11 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1521,7

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 8: Realtime Technology

Die 1999 gegründete Realtime Technology AG ist ein auf industrielle 3D-Visualisierung spezialisierter Software-Anbieter.

Branche: IT / Software
Mitarbeiter 2012: 689
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 3,35/73,70
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 36,22 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1547,7

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 7: JF Hillebrand Group

Die Spedition J. F. Hillebrand ist der weltweit größte Wein- und Getränkespediteur. Das 1844 gegründete Unternehmen mit Sitz in Mainz transportiert in 83 Ländern weltweit.

Branche: Logistik
Mitarbeiter 2012: 2000
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 335,24/934,70
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 10,8 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1671,4

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Screenshot

Platz 6: Beckhoff Automation

Die Beckhoff Automation GmbH & Co. KG ist ein führender Hersteller von Automatisierungstechnik. Das Unternehmen mit Sitz in Verl realisiert offene Automatisierungssysteme auf der Grundlage PC-basierter Steuerungstechnik. Mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzplus von rund 18 Prozent in zehn Jahren ist Beckhoff Automation aus Westfalen der erfolgreichste Aufsteiger unter den wachstumsstärksten Weltmarktführern im deutschen Mittelstand.

Branche: Automatisierungstechnik
Mitarbeiter 2012: 2200
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 78,00/408,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 17,955 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1712,0

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: PR

Platz 5: Beumer Maschinenfabrik

Die Beumer Maschinenfabrik wurde 1935 als Maschinenfabrik für die Produktion von Förderanlagen gegründet. Erste Aufträge kamen aus der westfälischen Zement- und Kalkindustrie und vom Bergbau des Ruhrgebietes. Heute ist das Unternehmen weltweit tätig und kommt nach eigenen Angaben auf einen Auslandsanteil von mehr als 85 Prozent.

Branche: Maschinenbau
Mitarbeiter 2012: 3700
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 104,04/511,70
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 17,27 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 1996,3

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 4: Big Dutchman

Big Dutchman aus dem niedersächsischen Vechta vertreibt Fütterungsanlagen und Stalleinrichtungen für die Haltung von Geflügel und Schweinen.

Branche: Agrartechnik
Mitarbeiter 2012: 2432
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 250,00/858,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 13,12 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2083,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 3: Mobotix

Die Mobotix AG aus Rheinland-Pfalz entwickelt und vertreibt netzwerkbasierte Videoüberwachungsanlagen. Das Unternehmen zählt dabei zu den führenden Anbietern weltweit.

Branche: Sicherheitskameras
Mitarbeiter 2012: 336
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 3,00/81,60
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 39,14 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2137,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 2: Lürssen

Die Lürssen Werft GmbH & Co. KG ist eine deutsche Schiffswerft aus Bremen. Mit einem jährlichen durchschnittlichen Umsatzplus von mehr als zwölf Prozent in zehn Jahren ist der Bremer Schiffbauer Lürssen der am zweitschnellsten wachsende Weltmarktführer im deutschen Mittelstand.

Branche: Schiffbau
Mitarbeiter 2012: 1400
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 300,00/984,90
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 12,6 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2248,5

Bildquelle: Klaus Jordan

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Presse

Platz 1: Hirschvogel Holding

Mit einem jährlichen durchschnittlichen Umsatzplus von rund 16 Prozent in zehn Jahren ist der Automobilzulieferer Hirschvogel aus dem bayerischen Denklingen Deutschlands wachstumsstärkster mittelständischer Weltmarktführer.

Branche: Automobilzulieferer
Mitarbeiter 2012: 4000
Umsatz im Geschäftsjahr 2002/2012 (in Mio. Euro): 179,90/780,00
durchschnittliches jährliches Wachstum über zehn Jahre: 15,80 Prozent
Birch-Index² (prozentuales mal absolutes Wachstum): 2601,9

Quellen: Bundesanzeiger, eigene Schätzungen, Datenbank Weltmarktführer

Foto: Andreas Chudowski für WirtschaftsWoche

Trotz des schwierigen Umfelds ist es Phoenix Contact gelungen, sich als Premium-Anbieter auf dem preissensitiven Markt zu etablieren. Das offene Geheimnis: Kunden aus Europa kommen auch in Indien als Kunden infrage. „Ein nicht unerheblicher Teil unserer Kundenklientel in Indien rekrutiert sich aus multinational agierenden Unternehmen“, sagt Stührenberg. „Solche Konzerne orientieren sich an internationalen Standards und wollen die gewohnte Qualität auch in Indien beziehen. Das andere Extrem, der indische Installateur weitab der Metropolen, ist für uns nur sehr schwer erreichbar.“

Ein weiterer Tipp des international erfahrenen Unternehmenslenkers: In einem Emerging Market kann ein lokales Management eine große Hilfe sein. „Für uns ist es sehr schwer, ein Land mit 29 relativ unabhängig agierenden Bundesstaaten und 21 Amtssprachen zu koordinieren“, sagt der Phoenix Contact-Geschäftsführer. „Die unterschiedlichen Steuersysteme, Handels- und Vertriebsstrukturen kennt ein indischer Manager viel besser.“

Soll heißen: Jeder der Bundesstaaten erhebt andere Steuersätze, beim Transport zwischen den Staaten fallen zum Teil Zölle an. Deshalb kommt auch hier der Standortwahl eine große Bedeutung zu: Potenzielle Kunden können nah sein, die Geschäfte werden aber von Zollgrenzen gehemmt.

Weiter gute Nerven gefragt

Klaus John, Leiter International Trade & Future Markets beim Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), sieht aus diesem Grund in der Logistik eine der größten Herausforderungen. „Zum Teil gibt es zwischen den Bundesstaaten immer noch Mautstationen, die – zumindest in früheren Jahren – an den Wochenenden noch nicht einmal besetzt waren“, so John. „Die Folge waren lange Lastwagenkolonnen von Freitagnachmittag bis Montagmorgen, weil die Fahrer nicht in der Lage waren, die notwendigen Mautbescheinigungen zu erwerben.“

Alle Hürden wird Modi nicht beseitigen können, es sind also weiter gute Nerven gefragt. Das Steuersystem zu vereinfachen wird immerhin ein Anfang sein. Neben der Infrastruktur und der Korruptionsbekämpfung steht noch die Bildung auf dem ehrgeizigen Plan des Premiers – nicht nur für die Manager ein äußerst wichtiger Punkt.

Pro Jahr drängen 15 Millionen junge Inder auf den Arbeitsmarkt. Alleine um für sie ausreichend Jobs zu schaffen, ist ein Wachstum von mindestens acht Prozent nötig. Doch diese Nachwuchskräfte müssen auch entsprechend gebildet sein, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können. „Wir sagen immer, dass wir in Indien mehr als genug Arbeitskräfte haben. Es kommt aber auf deren Qualität an“, sagt Rashmikant Joshi, Geschäftsführer von Festo Indien. „In diesem Punkt liegt China vor uns, denn die Chinesen haben früh mit europäischen Unternehmen und Forschungsinstituten zusammengearbeitet.“

Der Spezialist für Steuerung- und Automatisierungstechnik aus Esslingen am Neckar brachte sein Konzept für die industrielle Aus- und Weiterbildung „Festo Didactic“ bereits 1995 nach Indien. Neben der Zentrale in Bangalore unterhält Festo auf dem Subkontinent sechs weitere Trainings-Center. „Der Markt für Bildungsprogramme entwickelt sich positiv“, sagt Joshi.

Auch Rittal hat seit 2014 ein eigenes Trainingszentrum am Standort Bangalore. „An der Universität bekommen die Studenten keine Praxiserfahrung. Deshalb gibt es eine Differenz zwischen der Lehre und dem, was wir im Unternehmen benötigen“, sagt Ajay Bhargava. „Wir müssen die Leute von verschiedenen Levels auf ein Niveau bringen.“

Von der mangelnden Ausbildung sind nicht nur die Töchter mittelständischer Unternehmen betroffen, auch Siemens bleibt vom Fachkräftemangel nicht verschont. „Weil uns qualifizierte Mitarbeiter fehlen, können wir nicht 100 Prozent aus den Maschinen herausholen“, sagt Niederlassungsleiter Vijay Pratap Singh. „Im CNC-Werkzeugbau brauchen wir mehr als 50.000 Programmierer. Pro Jahr bilden wir 2.500 Programmierer aus, der Bedarf ist aber deutlich größer.“

So groß die kulturellen und wirtschaftlichen Unterschiede zwischen dem Westen und Europa zum Teil noch sein mögen, in einem Punkt seien sie gleich, sagt Festo-Manager Joshi: „Qualifizierte Menschen sind der Schlüssel zum Erfolg.“

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