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Trump-TochterIvanka Trump soll privates Mailkonto für Dienstmails genutzt haben

Sperrt sie ein, forderte Donald Trump im Wahlkampf oft mit Blick auf Hillary Clintons E-Mail-Affäre. Nun gibt es Berichte, dass auch seine Tochter Ivanka Trump für Dienstmails ihren Privatserver genutzt habe. 20.11.2018 - 08:04 Uhr

Die Enthüllungen rund um Ivanka Trump gehen auf Anträge der liberalen Regulierungsorganisation American Oversight zurück.

Foto: dpa

Ivanka Trump, die Tochter und ranghohe Beraterin von US-Präsident Donald Trump, soll Hunderte Dienstnachrichten von einem privaten E-Mailkonto abgeschickt und damit vielfach gegen Regeln verstoßen haben. Die elektronische Post sei für Mitarbeiter im Weißen Haus, Mitglieder des Kabinetts und ihre Assistenten bestimmt gewesen, meldete die „Washington Post“ am Montag (Ortszeit). Noch im Präsidentschaftswahlkampf 2016 hatte Ivanka Trumps Vater seine demokratische Rivalin Hillary Clinton vehement für deren Nutzung eines privaten E-Mail-Servers für Dienstzwecke verbal attackiert.

Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf Fragen zu dem Bericht über Ivanka Trumps E-Mails.

Doch ein Sprecher ihres Anwalts Abbe Lowell dementierte den Bericht nicht. In der Übergangsphase vor dem Amtsantritt der Regierung habe sie mitunter ihr Privat-Mailkonto genutzt, jedoch „fast immer für Logistik und Terminplanung rund um ihre Familie“, erklärte Peter Mirijanian. Dabei seien keine streng vertraulichen Informationen übermittelt worden. Die E-Mails seien zudem nicht gelöscht und im Einklang mit Vorschriften zum Umgang mit öffentlichen Dokumenten „gespeichert“ worden.

„Als vor 14 Monaten in der Presse Bedenken laut wurden, überprüfte und kontrollierte Frau Trump ihre E-Mail-Nutzung gemeinsam mit dem Rechtsbeistand im Weißen Haus und legte die Angelegenheit der Führung im Kongress dar“, ergänzte Sprecher Mirijanian.

Die Enthüllungen rund um Ivanka Trump gehen auf Anträge der liberalen Regulierungsorganisation American Oversight zurück. Diese hatte unter anderem Korrespondenz zwischen der Präsidententochter und Linda McMahon, der Leiterin der für die Förderung von kleinen und mittleren Firmen zuständigen Behörde Small Business Adminstration, zutage gefördert. Über Trumps Privatadresse sollen außerdem Mails an Bildungsministerin Betsy DeVos versandt worden sein.

„Die Familie des Präsidenten steht nicht über dem Gesetz“, betonte der Exekutivdirektor von American Oversight, Austin Evers mit Blick auf Ivanka Trumps E-Mail-Praxis. Er forderte eine Untersuchung durch den Kongress. Schließlich hätten Präsident Trump und das Parlament seit über zwei Jahren deutlich gemacht, dass sie die Nutzung von persönlichen E-Mail-Servern für Regierungsgeschäfte als gravierendes Vergehen betrachten, das Ermittlungen und sogar Strafverfolgung nach sich ziehen sollte. „Und wir erwarten, dass die gleichen Maßstäbe an diesen Fall angelegt werden“, mahnte Evers.

Seine Konkurrentin Clinton hatte Donald Trump im Zusammenhang mit ihrer E-Mail-Affäre im Wahlkampf immer wieder mit dem Spitznamen „Betrügerische Hillary“ belegt und erklärt, sie gehöre ins Gefängnis.

AP
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