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InflationSchufa-Chefin - Viele Menschen haben nur noch begrenzt Rücklagen

Die Zahl der negativen Schufa-Einträge ist 2022 um 30 Prozent gestiegen. Ein Härtefallfonds könnte Abhilfe schaffen, so die Schufa-Chefin. 22.12.2022 - 12:30 Uhr

Viele Menschen haben nur noch begrenzte Rücklagen, so die Schufa-Chefin.

Foto: IMAGO/ANP

Die hohe Inflation nagt der Auskunftei Schufa zufolge am Finanzpolster vieler Deutscher. „Viele Menschen haben nur noch begrenzt Rücklagen, auch jene aus der Mittelschicht“, sagte Schufa-Chefin Tanja Birkholz der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagausgabe).

„Wir registrieren daher rund 30 Prozent mehr negative Schufa-Einträge im Vergleich zum Vorjahr.“ Diese folgen zumeist, wenn Rechnungen auch nach mehrmaliger Mahnung nicht bezahlt wurden. Der sogenannte Schufa-Score entscheidet mit darüber, ob jemand einen Kredit bekommt. Es seien 16 Prozent mehr Kreditanfragen registriert worden, zugleich gebe es aber nur acht Prozent mehr abgeschlossene Verträge. „Nicht alle bekommen also einen Vertrag, brauchen das Geld aber wahrscheinlich“, sagte Birkholz.

Mit einer raschen Besserung rechnet sie nicht. Es dürfte eher noch schlimmer werden. „Aber wie sehr, das ist abhängig von Umfang und Wirkung der staatlichen Maßnahmen“, sagte die Schufa-Chefin. Menschen sollten nicht wegen der hohen Energiepreise in Zahlungsschwierigkeiten kommen und dann negative Einträge bei der Schufa kassieren. „Deshalb schlagen wir einen Härtefallfonds vor.“

Aus dem könnte der Staat an Menschen oberhalb der Transfergrenze zinslose Kredite vergeben, vergleichbar mit dem Studentenkredit Bafög. Das wäre gedacht für Menschen, die keinen Anspruch auf Bürgergeld haben, aber höhere Energiekosten nicht wegstecken könnten. „Klar muss das Ziel sein, Energie zu sparen, aber der eine oder die andere kann vielleicht nicht mehr sparen und braucht Überbrückungshilfe“, sagte Birkholz.

Die hohe Inflation in Deutschland hat einer Studie zufolge dieses Jahr einen historischen Reallohnverlust ausgelöst. Die Tariflöhne stiegen 2022 gegenüber dem Vorjahr zwar um durchschnittlich 2,7 Prozent, wie aus Daten des Tarifarchivs des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) hervorgeht.

Angesichts einer für das Gesamtjahr zu erwartenden Inflationsrate von 7,8 Prozent ergibt sich hieraus laut WSI jedoch ein durchschnittlicher Rückgang der Reallöhne von 4,7 Prozent. Dies sei ein „in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland bislang einzigartiger Reallohnverlust“, sagte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten.

rtr
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