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Smartphone-SicherheitHandy verloren – was tun?

Geht das Smartphone verloren oder wird es gestohlen, stellt sich die Frage: Wie kann es geortet werden – und wie lassen sich sensible Daten schützen? Schnelles Handeln ist entscheidend.Mark Gilcher 02.07.2025 - 11:53 Uhr
Wenn das Smartphone geklaut wurde, heißt es: schnell sein. Foto: dpa

Die meisten kennen den kurzen Schockmoment, wenn das Smartphone plötzlich unauffindbar ist. Häufig taucht es kurze Zeit später in einer Tasche oder auf dem Sofa wieder auf. Doch was, wenn das Handy wirklich weg ist? Und was lässt sich bereits im Vorfeld unternehmen, um für einen Verlust oder Diebstahl gewappnet zu sein?

Die wichtigsten Smartphone-Einstellungen

Die erste und wichtigste Datenschutz-Maßnahme für das Smartphone ist eine aktivierte Bildschirmsperre. Biometrische Verfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung sowie eine sichere Pin oder ein Entsperrmuster verhindern unautorisierten Zugriff auf sensible Daten, etwa in Banking-Apps oder E-Mails.

Joachim Wagner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, wichtige Daten wie Kontakte, Dokumente oder E-Mails mit einem Cloud-Dienst zu synchronisieren. So können Nutzer beim Verlust des Smartphones weiter auf die eigenen Daten zugreifen. Wer keine Cloud nutzen möchte, kann alternativ regelmäßig ein Backup auf einer externen Festplatte anlegen.

Zusätzlich lohnt es sich, eine SOS-Handykarte anzulegen, wie sie auch die Verbraucherzentrale empfiehlt. Dieses Dokument enthält zentrale Informationen, die im Verlustfall benötigt werden:

  • Eigene Handynummer
  • SIM-Kartennummer
  • IMEI-Nummer
  • Gerätemodell
  • Name des Mobilfunkanbieters und dessen Sperrhotline

Die IMEI (International Mobile Equipment Identity) ist eine 15-stellige Seriennummer. Sie findet sich auf der Originalverpackung, in den Smartphone-Einstellungen oder durch Eingabe von *#06# über die Telefontastatur. Die SIM-Kartennummer ist auf der SIM-Karte selbst aufgedruckt und sollte bestenfalls vor Inbetriebnahme notiert werden.

Smartphone orten mit Android und iOS

Mittlerweile bieten die großen Handyanbieter Funktionen an, um den Standort des Telefons zu orten. Bei iPhones heißt diese Funktion „Wo ist“, bei Android-Geräten „Gerät finden“. Beide Dienste sind kostenlos und standardmäßig ins Betriebssystem integriert.

Für die Ortung unter Android müssen die Standortfreigabe aktiviert und die Option „Mein Gerät finden“ in den Einstellungen eingeschaltet sein. Der Standort kann dann über den entsprechenden Webdienst oder die Google-App angezeigt werden.

Beim iPhone muss die Ortung des Geräts aktiviert sein, welche über iCloud oder das „Wo ist“-Netzwerk funktioniert. Dann kann über iCloud der Standort des Handys ermittelt werden.

Ist das Gerät offline, ausgeschaltet oder der Akku leer, lässt es sich nicht mehr zuverlässig orten. Höchstens der letzte bekannte Standort wird dann noch angezeigt. Daher ist rasches Handeln erforderlich.

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Fernzugriff: Gerät sperren und Daten löschen

Über die „Gerät finden“- bzw. „Wo ist“-Funktion lässt sich das Smartphone mit einem Signalton aufspüren oder aus der Ferne sperren. Zudem kann eine Nachricht für Finder auf dem Sperrbildschirm hinterlassen werden.

Im Falle eines Diebstahls kann es sinnvoll sein, über die „Gerät finden“ bzw. „Wo ist“-Funktion alle Daten zu löschen und das Gerät auf Werkseinstellungen zurückzusetzen. Voraussetzung ist, dass das Smartphone eingeschaltet und mit dem Internet verbunden ist. Laut BSI-Experte Wagner könnten andernfalls Apps missbraucht und wirtschaftlicher Schaden entstehen.

Auch Drittanbieter bieten spezielle Sicherheits-Apps an. Anwendungen wie „Where’s My Droid“ oder „Powerlock Diebstahlschutz“ ermöglichen unter anderem, bei falscher Pin-Eingabe ein Foto mit der Frontkamera aufzunehmen. Diese Funktionen sind oft kostenpflichtig.

SIM-Karte sperren

Um zu verhindern, dass ein Dieb die SIM-Karte missbraucht, sollte diese umgehend gesperrt werden. Der Mobilfunkanbieter stellt dafür meist eine eigene Sperrhotline bereit. Benötigt werden neben der Rufnummer auch die SIM-Kartennummer, die Kundennummer und ein Passwort oder Kennwort. Ein Missbrauch der SIM kann sonst schnell teuer werden. Laut BSI ist es möglich, dass innerhalb kurzer Zeit Verträge abgeschlossen oder Waren bestellt werden.

Diebstahl bei der Polizei anzeigen

Im Falle eines Diebstahls empfiehlt die Bundespolizei, den Diebstahl anzuzeigen. Auch das BSI rät aus versicherungstechnischen Gründen zu diesem Schritt. Für die Anzeige werden Kaufvertrag, Gerätebeschreibung und die IMEI-Nummer benötigt.

Ortung über die IMEI-Nummer

Nach erfolgter Anzeige kann eine Ortung über die IMEI-Nummer beim Mobilfunkanbieter beantragt werden. Allerdings besteht kein gesetzlicher Anspruch auf diese Leistung. Die Netzbetreiber können die Ortung daher auch ablehnen, wie die Bundespolizei angibt.

Smartphone ausgeschaltet oder Akku leer – was tun?

Lässt sich das Handy weder orten noch sperren, bleibt als letzte Maßnahme nur, die Zugangsdaten zu sensiblen Onlinekonten zu ändern. „Dann sollte ich mir die Mühe machen, bei unterschiedlichen Accounts die Passwörter zu ändern und damit den Zugriff zu sperren“, sagt BSI-Experte Wagner.

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Wann lohnt sich eine Handy-Versicherung?

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale lohnen sich Handy-Versicherungen meist nicht. Die jährlichen Kosten belaufen sich durchschnittlich auf rund zehn Prozent des Kaufpreises. Bei einem Smartphone für 1000 Euro wären das bereits 100 Euro pro Jahr. Hinzu kommt in vielen Fällen eine Selbstbeteiligung von rund zehn Prozent.

Zudem decken viele Policen nur Schäden am Gerät ab, wie Brüche, Wasserschäden und Ähnliches.  Diebstahl muss in der Regel für einen Aufpreis mitversichert werden. Und selbst dann greift der Schutz oft nur eingeschränkt. Wurde das Smartphone in einem Moment der Unachtsamkeit vom Tisch im Restaurant gestohlen, haben Sie Ihre Sorgfaltspflicht verletzt. Das werte die Versicherung als Fahrlässigkeit – und sie zahle nicht, erklärt die Verbraucherzentrale.

Neue Schutzfunktionen von Google und Apple

Sowohl Google (Android) als auch Apple (iOS) arbeiten an verbesserten Diebstahlschutzfunktionen. Android hat im Oktober 2024 ein System zur KI-gestützten Diebstahlerkennung eingeführt. Es erkennt ungewöhnliche Bewegungsmuster und sperrt das Gerät dann automatisch. Zudem können Nutzer „vertraute Orte“ definieren. Außerhalb dieser Orte sind sicherheitsrelevante Änderungen nur nach biometrischer Bestätigung möglich.

In einem kommenden Update für Android 16 in diesem Jahr soll der Weiterverkauf gestohlener Geräte quasi unmöglich werden, da bei einem Reset in Zukunft das vorherige Google-Konto oder die letzte Bildschirmsperre angegeben werden muss.

Apple hat ebenfalls das Konzept der vertrauten Orte eingeführt. Außerhalb jener müssen User sich mit Face ID oder Touch ID authentifizieren, wenn sie auf Passwörter oder Kreditkarten zugreifen wollen. Möchte ein Dieb das iPhone beispielsweise zurücksetzen, so muss er außerhalb der vertrauten Orte eine Stunde warten, denn kritische Funktionen werden nun zeitverzögert ausgeführt. Das gibt Usern die Zeit, das Gerät als verloren zu melden und den Apple-Account zu sichern.

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