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Thyssenkrupp Steel EuropeKaufinteressent für Thyssenkrupps Stahlsparte setzt auf Fördermittel

Der Europachef von Jindal Steel International erläutert die Bedeutung politischer Unterstützung für grünen Stahl. Diese sei „ein wichtiger Faktor in unserer Strategie“.Melanie Bergermann, Florian Güßgen 05.12.2025 - 07:49 Uhr
Plötzlich ein interessantes Objekt: Das Stahlwerk von Thyssenkrupp in Duisburg. Foto: IMAGO/Zoonar

Der potenzielle Käufer von Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE), der Stahlsparte der Thyssenkrupp AG, setzt darauf, dass TKSE dank politischer Unterstützung mit emissionsarm hergestelltem Stahl wieder Gewinne erwirtschaften kann. „Wir glauben an grünen Stahl, nicht zuletzt wegen der Regulierung in Europa“, sagte Narendra Kumar Misra, Direktor für das Europageschäft von Jindal Steel International, der WirtschaftsWoche. „Europa ist der einzige Ort, an dem man für die Produktion von emissionsarmem Stahl belohnt wird.“

Länder wie die Niederlande oder die Slowakei hätten „erhebliche Fördermittel“ an Stahlhersteller ausgereicht, damit diese ihre Werke auf emissionsarmen Stahl umstellen. „Das ist ein wichtiger Faktor in unserer Strategie“, sagte Misra.

Mitte September hat Jindal Steel International, eine Firma der Familie um Naveen Jindal mit Sitz auf Mauritius, ein noch nicht bindendes Angebot für TKSE abgegeben und Investitionen in Höhe von zwei Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Aktuell prüfen die Jindals die Bücher. Die Gewerkschaft IG Metall hat einen ersten Katalog mit Bedingungen für eine Übernahme formuliert. Im Raum steht ein negativer Kaufpreis.

Wir wollen den Wandel vollziehen, weil wir fest daran glauben, dass er wirtschaftlich sinnvoll ist.
Narendra Kumar Misra
Direktor für das Europageschäft von Jindal Steel International

Die Frage, ob Jindal Steel International weitere Subventionen im Fall einer Übernahme von Thyssenkrupp Steel Europe erwarte, beantwortete Misra abwartend: „Es kommt darauf an“, sagte er. Er verwies darauf, dass der Markt für grünen Stahl „ein entstehender Markt“ sei, dessen Rentabilität von vielen Variablen abhänge. Zu diesen Faktoren zählten der Preis für Wasserstoff, der Preis für CO2 sowie die Zahlungsbereitschaft der Kunden.

Grundsätzlich hält Misra die Erzeugung und den Verkauf von emissionsarmem Stahl für ein tragfähiges Geschäftsmodell. „Wir wollen den Wandel vollziehen, weil wir fest daran glauben, dass er wirtschaftlich sinnvoll ist“, sagte er der WirtschaftsWoche.

Die Familie um Naveen Jindal ist Mehrheitsgesellschafter des indischen Stahlherstellers Jindal Steel & Power. Über die Gesellschaft Jindal International lenkt die Familie ihre Aktivitäten außerhalb Indiens. In Mosambik und Kamerun in Afrika gehören ihr Minen für Kohle und Erz, im Oman gehört ihr seit 2010 ­eine Stahlfabrik. In Europa hat Jindal Steel International vor gut einem Jahr das Stahlwerk Vitkovice Steel in Ostrava in Tschechien übernommen.

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