Berlin intern: Politikerreisen: Erst zur Kuh, dann zum Kühlturm
Die Sommerpause ist eigentlich die Gelegenheit für Politiker zum entspannen. Doch bei vielen endet die Öffentlichkeitsarbeit nicht mit Beginn des Urlaubs.
Foto: FotoliaSommerzeit ist Reisezeit – ganz besonders für politische Amtsträger. In den Parlamentsferien machen sich die Minister mit Journalisten im Schlepptau auf, das Land zu erkunden, das sie regieren. Politikern auf Tour geht es vor allem um die drei „B“: Botschaft, Bilder und Bekanntheit.
Wasser- und winddichte Jacke, die nicht so leicht knittert. Insgesamt 11 Taschen, davon sieben verschließbar. Die Kapuze ist im Kragen verstaubar. Lässt sich in der Maschine waschen.
Praktisch und outdoortauglich, sieht trotzdem nicht aus wie der typische Anorak.
Preis: ab 199 Euro
Schwarzer Schnürschuh mit der Geox-patentierten luftdurchlässigen Sohle, deshalb auch auf Reisen bequem.
Preis: circa 100 Euro
Einen Design-Preis wird es nicht gewinnen, aber unter dem Hemd getragen sieht man es sowieso nicht. Und ein verschwitzter Urlauber ist auch keine sonderlich elegante Erscheinung. Erfahrene Weltenbummler schwören auf das T-Shirt aus Merino-Wolle. Kühl bei Hitze, warm bei Kälte und damit ideal auf Reisen, wo man vom klimatisierten Hotel nach draußen in die Sommerhitze und dann wieder ins eiskalt klimatisierte Taxi wechselt.
Preis: ab 50 Euro
Klassisches gestyltes Reisehemd mit insgesamt 5 Taschen, davon zwei versteckte. Schützt vor Mücken, Moskitos und UV-Licht, leitet Feuchtigkeit schnell nach außen ab. Muss nicht gebügelt werden.
Preis: ab 60 Euro
Ein raffinierter Kleidersack, mit dem man bis zu 12 Hemden korrekt zusammengefaltet und knitterfrei im Koffer unterbringt. Eine Faltschablone liegt bei.
Preis: circa 30 Euro
Wenn es schon ein Rucksack sein muss, dann so einer. Ein schicker Rucksack mit Rädern und ausziehbarem Griff. Abnehmbarer kleiner Tagesrucksack und Laptop-Fach.
Gestell aus Spritzguss mit besonders großen Rollen aus Polyurethan. Der Hersteller meint: "Die Rollen fressen den Asphalt zum Frühstück", was wohl heißen soll, dass man den Rucksack auch mal über holpriges Altstadtpflaster ziehen kann.
Preis: 250 Euro
Zahlenschloss mit 4 Stellen. Durch den blauen oder roten Aufsatz kann man das Schloss farblich markieren, so dass man den Koffer auf dem Gepäckband schnell erkennt.
Preis: circa 15 Euro
Wendiger Trolley aus Polycarbonat mit vier Rollen. Abschließbar durch versenkbares Zahlenschloss. Ausziehbarer Griff und Wäschefach. In drei Größen erhältlich, die kleinste Größe hat IATA-Bordgepäck-Maß.
Preis: circa 130 Euro
Foto: PresseWer unterwegs Mobilgeräte wie Navi oder Smartphone intensiv nutzt, braucht so einen mobilen Akkulader. Das Gerät wird im Hotelzimmer oder zu Hause aufgeladen und kann dann seinerseits das Mobilgerät aufladen. Laut Hersteller lässt sich ein Smartphone bis zu 5-mal betanken. Wiegt 250 Gramm, daher wohl der Name "Heay Metal".
Preis: circa 63 Euro
Das Fernglas war früher selbstverständlicher Begleiter des Touristen, heute wurde es von der Digitalkamera mit Superzoom abgelöst. Praktisch ist das Fernglas aber immer noch, beispielsweise für Kreuzfahrtpassagiere, die Delfine beobachten. Das Zeiss Terra ED bietet mehrfach vergütete Schott-Gläser und eine Vergrößerung von 10 x 42. Das Gehäuse ist wasserdicht, deshalb nicht nur für den Stadtbummel, sondern auch für die Wanderung geeignet.
Preis: 499 Euro
Reisekameras sollten zwei Eigenschaften besitzen: ein kompaktes Gehäuse und ein starkes Zoomobjektiv. Beides trifft auf die Traveller SH-50 zu. Das 24fach-Zoom reicht von 25 bis 600 mm (Kleinbild). Verwacklungen beugt ein 5-Achsen-Bildstabilisator vor. Durch das schlichte Design fällt die Kamera auch nicht so auf, was auf Reisen oft nicht unwichtig ist. Programmautomatik und zahlreiche Motivprogramme erleichtern das Fotografieren.
Preis: circa 220 Euro
Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung sind besonders auf langen Flugreisen wie ein akustisches 1.-Klasse-Ticket. Bei der Technik nimmt ein Mikrofon die Außengeräusche auf, diese werden dann von den Kopfhörern nahezu in Echtzeit reproduziert, was zu einer Auslöschung des jeweiligen Tons führt. Besonders gut funktioniert das bei gleichmäßig brummenden Tönen. Die Bose Kopfhörer gehören mit etwa 300 Euro zu den teuersten Kopfhörern mit Noise Cancelling, sind aber nach Ansicht der meisten Tester auch sehr gut. Ein Flugzeugadapter liegt bei.
Preis: circa 300 Euro
US-Schauspiellegende Steve McQueen hat diese Brille am Set von "The Thomas Crown Affair" getragen. Seitdem gilt die Persol PO 714 als ultra-cool. Wer eine Alternative zur ewigen Ray Ban sucht, liegt hier richtig.
Außerdem ist die Persol zusammenklappbar, so kann man sie dezent in der Brusttasche des Reisehemds unterbringen.
Preis: circa 215 Euro
Kurze Kugelschreiber gibt es viele, kurze Füller sind extrem selten. Dieser hier ist ganz neu und von Otto Hutt. Der Korpus ist aus galvanisiertem Messing. Außerdem ist eine Gummispitze integriert, so kann man im Urlaub nicht nur stilvoll das Reisetagebuch mit geistreichen Notizen füllen, sondern auch zeitgemäß auf dem Touchdisplay des Smartphones herumtippen.
Preis: circa 135 Euro
Besonders kurzer Kugelschreiber mit raffiniertem Druckmechanismus. Passt in die Hosentasche, verschwindet in der Hemdtasche. In Chrom, Weiß, Blau, Schwarz und Rot erhältlich. Einen Stift sollte man auf Reisen immer zur Hand haben, beispielsweise, wenn im Flieger die Einreise-Zettel verteilt werden.
Preis: circa 27 Euro
Kugelschreiber aus der kultigen 849-Serie des Schweizer Herstellers mit Taschenmesser als Beigabe. Originelles Geschenk. Und das neutrale Schweizer Kreuz kommt international sicher auch gut an.
Preis: circa 50 Euro
Die klassischen Notizbücher, mit denen laut Firmenlegende schon vor 100 Jahren berühmte Schriftsteller und Kreative gearbeitet haben, erfreuen sich gerade im Digitalzeitalter wieder großer Beliebtheit. Praktisch sind die robusten Bücher mit dem feinen, glatten Papier allemal. Wer sich einmal wie Hemingway in Paris fühlen will, braucht ein Moleskine.
Preis: ab 10 Euro (je nach Ausführung)
Foto: PresseE-Book-Reader sind auf Reisen ideal, sofern man nicht gerade am Strand liest. In einem leichten, kompakten Gehäuse fassen sie mehr Bücher als man in vielen Jahren lesen kann und müssen auch nur ganz selten an die Steckdose. Nachts schaltet man einfach die integrierte Leseleuchte ein.
Der Tolino ist auch deshalb empfehlenswert, weil er das offene Format ePub sowie TXT und PDF beherrscht. Man kann sich so beispielsweise unzählige kostenlose Literaturklassiker auf den Reader laden und ist nicht an einen Anbieter gebunden. Außerdem unterstützt der Tolino die Telekom-Hotspots, die es mittlerweile an vielen Flughäfen und Bahnhöfen gibt. So kann man sich vor dem Abflug noch Lesestoff holen.
Den Tolino gibt es bei Hugendubel, Weltbild, Thalia oder Bertelsmann Club.
Preis: 129 Euro
Foto: PresseKompaktes Kurzwellenradio von Sangean. In Europa spielt Kurzwelle praktisch keine Rolle mehr, doch in entlegenen Gebieten der Welt ist das Kurzwellenradio immer noch eine zuverlässige Informationsquelle. Der ATS-404 verfügt daneben auch über UKW-Empfang und dient im Hotel als Wecker.
Preis: circa 75 Euro
Radio hören im Ausland ist oft eine interessante Möglichkeit, Facetten der anderen Kultur kennenzulernen, egal, ob lokales Musikprogramm oder Werbung. Woher sonst wüsste man, dass brasilianische Moderatoren 3-mal so schnell sprechen wie die deutschen. Das Sony-Digitalradio bietet Stereoempfang über Kopfhörer und 25 Senderspeicher.
Preis: circa 50 Euro
Foto: PressePreisgekrönter Wasserfilter, der laut Hersteller 99,99 Prozent aller Viren, Bakterien, Protozoen (Einzeller) entfernt, und somit sauberes Trinkwasser zur Verfügung stellt. Kann in manchen Gebieten lebensrettend sein. Sieht außerdem ok aus, und ist extrem einfach zu bedienen.
Preis: circa 39 Euro
Foto: PresseEines jener Utensilien, die gerade in der Zweckentfremdung ihre wahren Nutzen entfalten. Eigentlich als Pflaster oder zum Befestigen des Verbands gedacht. Lässt sich leicht mit den Fingern auseinanderreißen oder den Zähnen und dient dann als stabiles Klebeband, beispielsweise zum Reparieren eines gebrochenen Brillenbügels.
Preis: circa 5 Euro
Foto: PresseReisewörterbücher bieten einen ersten Einblick in die Landeskultur und helfen beim Gespräch mit den "Einheimischen" – vorausgesetzt, man schaut auch mal ins Wörterbuch rein. Ideale Lektüre im Zug oder Flugzeug. Das Pons Reisewörterbuch gibt es für die meisten gängigen Sprachen. Zusätzlich kann man sich einen Aussprachetrainer im MP3-Format herunterladen.
Preis: 12,95 Euro
Für Barbara Hendricks (SPD) haben ihre Fachleute ein Kaleidoskop aller Haus-Themen zusammengestellt. Die Klimaschutzministerin lässt sich auf dem Versuchsgut Haus Riswick in ihrer Heimatstadt Kleve erklären, wie die Milchviehhaltung weniger Treibhausgas freisetzt. Erstes Ergebnis: Die Gestaltung des Stalles hat nur geringen Einfluss, auch wenn die Gülle nur selten „aufgerührt“ werden sollte, wie die Fachleute sagen. (Journalisten sind es dagegen gewöhnt, Mist aufzurühren.)
80 Prozent der Umweltbelastung sind „unvermeidbare Methanbildung im Tierpansen“, erläutert Wolfgang Büscher, Professor an der Universität Bonn. Und da sich am Hinterteil der Rindviecher kein Kuhtalysator zur Abgasreinigung befestigen lässt, bleibt nur die klimafreundliche Optimierung des Futters. Gibt’s Akazientannine mit in den Trog, entweicht weniger Methan dem Darm. Die Versuche laufen noch. In einer Kläranlage lernt die SPD-Frau alles über „Pfropfenströmung“ und „maschinelle Überschussschlammeindickung“.
Abend endet in der Stammkneipe
Die Ministerin für Reaktorsicherheit Hendricks führt die Journalisten ins Wunderland Kalkar. An der Stelle des Schnellen Brüters floriert nun ein Freizeitpark. Der Geschäftsführer nötigt sie zur Fahrt im Kettenkarussell im Innern des ehemaligen Kühlturms, das die Ministerin bei voller Fahrt oben über den Rand und damit auch über die atomare Vergangenheit hinausschauen lässt. „Dieses Kernkraftwerk ist wieder und wieder und wieder geprüft worden, bis der Betreiber die Lust verloren hat“, freut sich Hendricks noch heute über die Killerstrategie der Landesregierung – „als die Grünen noch nicht beteiligt waren, also rein sozialdemokratisch“.
Klaus Hamann, einst Mitarbeiter der Betriebsmannschaft und heute Historienerklärer im Freizeitpark, amüsiert das nicht. „Wir legen unsere schönsten Anlagen still, und drumherum geht es weiter“, schimpft er mit Hendricks. „Gut überlegt war das nicht.“
Die Bauministerin Hendricks schließlich präsentiert in der Innovation City Bottrop den Umbau von herkömmlichen Sozialwohnungen zu Energieplus-Bleiben, die mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen. Und appelliert an private Investoren: „Sozialwohnungsbau ist für die ganz normale Mitte der Gesellschaft.“ Abends erweist sie sich als versierte und amüsante Stadtführerin, der Abend endet in ihrer Klever Stammkneipe.
Besondere polit-touristische Zuwendung genießen in diesen Wochen die ostdeutschen Bundesländer. Hendricks war da vorvergangene Woche, etliche Kollegen folgten. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel tummelte sich erst privat auf Usedom, dann bereiste er Brandenburg, Sachsen und Thüringen. War da was? Ach ja: Am kommenden Sonntag wählen die Sachsen einen neuen Landtag, zwei Wochen später sind Brandenburger und Thüringer dran.
Da kann es schon mal Zufälle geben. Als Gabriel im High-Tech-Standort Jena Ergebnisse der Batterieforschung bestaunt, erscheint dazu nicht Wissenschaftsminister Christoph Matschie (SPD), sondern Sozialministerin Heike Taubert. Die ist zwar nicht zuständig, dafür aber Spitzenkandidatin der Genossen. Da bleiben von den drei „B“ immerhin zwei: Eine Botschaft hat sie nicht, aber der Besuch der Berliner Prominenz reicht für Bilder und Bekanntheit allemal.