BaFin-Kontovergleich: Wie teuer ist mein Girokonto im Vergleich?
Auf der Suche nach dem besten Anbieter fürs Bankkonto müssen Sparer Angebote gut vergleichen. Dabei laufen sie schnell Gefahr, sich im Gebührendschungel zu verrennen.
Foto: Imago ImagesWer bei der Deutschen Bank ein Konto eröffnet, zahlt hierfür monatlich bis zu 13,90 Euro. Bei der Direktbank ING hingegen ist die Kontoführung kostenlos. Aber nur, wenn pro Monat wenigstens 1000 Euro aufs Konto fließen und Sparer hier und da Abstriche machen.
Auf der Suche nach dem besten Anbieter fürs Bankkonto müssen Sparer Angebote gut vergleichen. Dabei laufen sie schnell Gefahr, sich im Gebührendschungel zu verrennen. Nun will die Bundesfinanzaufsicht BaFin Sparern helfen und hat an diesem Mittwoch ein spezielles Vergleichstool (www.kontenvergleich.bafin.de) veröffentlicht. Hier können Verbraucher Kosten und Leistungen von 6900 Angeboten von 1100 Anbietern miteinander vergleichen. Schon seit einigen Jahren arbeitet die BaFin daran.
„Der Start der durch die Bundesregierung beauftragten Kontovergleichswebseite der BaFin ist eine gute Nachricht für alle Verbraucherinnen und Verbraucher“, wirbt Bundesfinanzminister Jörg Kukies (SPD) für das Portal. „Die Webseite zeigt übersichtlich, neutral und kostenfrei die Gebühren und Leistungen aller Kontenmodelle für Privatpersonen in Deutschland und schafft damit Transparenz auf dem Girokontenmarkt.“
Die Seite ist aufgebaut wie ein klassisches Suchportal. Sparer können die Suche nach verschiedenen 27 Vergleichskriterien filtern – etwa nach Region, ob das Konto kostenlos ist, eine Kreditkarte dazu gehört oder ob es sich um ein Sonderkonto handelt. Das können zum Beispiel spezielle Schülerkonten sein, die viele Banken kostenfrei anbieten.
Ähnliche Vergleichsangebote gibt es bereits von privaten Portalen wie Check24 oder Biallo. Trotzdem loben Verbraucherschützer die Einführung eines BaFin-Kontenvergleichs. „Mit der Vergleichswebsite können nun mehr als 80 Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland endlich unabhängig die Kosten von Zahlungskonten vergleichen“, sagt etwa Dorothea Mohn, Leiterin Finanzmarkt beim Verbraucherverband Bundeszentrale. Die Finanzaufsicht steht außerhalb des Markts und erhält – anders als Vergleichsportale – keine Provision von den aufgelisteten Banken.
Auch die Darstellung der Vergleichsergebnisse illustriert die neutrale Position der BaFin: Während private Anbieter das Ergebnis in Form eines Rankings der besten Konten aufzeigen, ist es bei der BaFin nur alphanumerisch sortiert. Heißt: Die Auflistung erfolgt streng nach Zahlen und dem Alphabet und nicht anhand qualitativer Kriterien.
Das bringt der Kontovergleich
Kritiker könnten bemängeln, dass das Tool vergleichsweise unübersichtlich ist. Wer einfach das günstigste Angebot finden will, muss sich trotz Vergleichsportals weiter mit der Suche beschäftigen. Genau das ist aber Sinn des neuen Tools. Verbraucher sollen zu einer eigenen Bewertung animiert werden. An manchen Stellen weist das Tool auch darauf hin, dass Sparer für eine weiterführende Informationen eigene Recherchen bei dem jeweiligen Dienstleister anstellen müssen.
Das Vergleichsportal verfügt dennoch über eine Fülle an Informationen, aus denen Verbraucher die für sie relevanten Punkte filtern können.
Bei der Suche nach dem günstigsten oder besten Anbieter kommt es auf Details an. Für die Basiskonten von Deutscher Bank und Commerzbank etwa fallen je 6,90 Euro an. Bei der Deutschen Bank gibt es bei dem Kontomodell keine Kreditkarte, bei der Commerzbank kostenlos eine digitale.
Kurzum: Das Vergleichstool nimmt Sparern die Entscheidung, wo sie ein Konto eröffnen sollen, nicht ab. Aber es gibt einen hilfreichen Überblick. Das kann nur helfen: Immer mehr Banken agieren in der Preispolitik strenger. Wer sparen will, kommt ums Vergleichen nicht herum.
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