US-Shutdown 2025: Das waren die längsten Shutdowns in den USA
Wegen eines Haushaltsstreits im Kongress stehen Teile der US-Regierung seit dem 1. Oktober still. Tausende Bundesbedienstete wurden in den Zwangsurlaub geschickt, seither geht in vielen US-Behörden nichts mehr.
Seit 1980 kommt es immer wieder zu solchen Stillständen bei den Behörden, wenn sich der Kongress nicht auf einen Haushalt einigen kann.
Das waren die längsten Shutdowns in den USA:
2025: 36 Tage Shutdown
Der derzeitige Stillstand seit dem 1. Oktober ist inzwischen der längste in der Geschichte (Stand: 5. November 2025): In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (Ortszeit) begann der 36. Tag des sogenannten Shutdowns, der gravierende Folgen für die Bevölkerung und Wirtschaft hat.
Die Demokraten blockieren im von den Republikanern kontrollierten Kongress die Haushaltsgesetze. Sie fordern, dass jedes Finanzpaket auch eine Verlängerung der Ende Dezember auslaufenden Gesundheitshilfen aus der Zeit der Coronapandemie enthalten müsse. Die Republikaner sind der Ansicht, dass dieses Thema getrennt behandelt werden sollte.
Der anhaltende Teil-Stillstand der Regierungsgeschäfte macht sich auch im Alltagsleben der Amerikaner immer deutlicher bemerkbar. Viele Mitarbeiter von Bundesbehörden werden seit Oktober nicht mehr bezahlt. An Flughäfen gibt es lange Schlangen, weil die Abfertigung nicht wie üblich verläuft. Und wer auf Lebensmittelhilfe angewiesen ist, muss darauf zurzeit länger warten. Als nicht systemrelevant eingestufte Institutionen wie das Büro für Arbeitsmarktstatistik mussten schließen oder ihre Angestellten in Zwangsurlaub schicken.
2018 bis 2019: 35 Tage Shutdown
Der mit 35 Tagen zweitlängste Stillstand der US-Verwaltung begann am 22. Dezember 2018 während der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump. Die Demokraten im Kongress verweigerten die Zustimmung zu einem Haushaltsgesetz, das 5,7 Milliarden Dollar für den von Trump geforderten Bau einer Grenzmauer zu Mexiko vorsah.
Am 25. Januar 2019 unterzeichnete Trump schließlich ein Haushaltsgesetz ohne die Mittel für die Mauer und beendete damit den Shutdown.
1995 bis 1996: 22 Tage Shutdown
Am 16. Dezember 1995 wurden Teile der Regierung heruntergefahren. Grund war ein Streit zwischen dem von den Republikanern kontrollierten Kongress und dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton über einen ausgeglichenen Haushalt.
Clinton unterzeichnete am 6. Januar 1996 ein Gesetz zur Wiederaufnahme der Regierungsgeschäfte.
2013: 16 Tage Shutdown
Der Stillstand begann am 1. Oktober 2013, nachdem die Republikaner Kürzungen oder eine Verschiebung der von dem demokratischen Präsidenten Barack Obama vorangetriebenen Gesundheitsreform gefordert hatten. Der Shutdown war Teil eines Streits über die Staatsverschuldung, bei dem den USA ohne eine Anhebung der Schuldengrenze durch den Kongress ein Zahlungsausfall drohte.
Am 17. Oktober 2013 unterzeichnete Obama ein Gesetz, das die Regierung wieder öffnete und eine weitere Kreditaufnahme genehmigte.
1995: Sechs Tage Shutdown
Als Vorspiel für den längeren Stillstand Ende 1995 legte Präsident Clinton am 14. November 1995 sein Veto gegen ein von den Republikanern unterstütztes Haushaltsgesetz ein.
Am 19. November wurde eine Einigung erzielt, die den „Shutdown“ beendete. Nur wenige Wochen später folgte jedoch der nächste Stillstand.
1990: Drei Tage Shutdown
Der republikanische Präsident George H. W. Bush legte im Streit um den Abbau des Haushaltsdefizits sein Veto gegen ein Gesetz ein. Dies führte am 6. Oktober 1990 zu einem teilweisen Shutdown, bei dem Nationalparks und andere Sehenswürdigkeiten geschlossen wurden.
In den frühen Morgenstunden des 9. Oktober verabschiedete der Kongress eine Maßnahme zur Wiederaufnahme der Regierungsgeschäfte.
2018: Drei Tage Shutdown
Die Demokraten im von den Republikanern kontrollierten Kongress blockierten ein Haushaltsgesetz und lösten damit am 20. Januar 2018 einen „Shutdown“ aus. Sie wollten damit unter anderem den Schutz von Einwanderern vor Abschiebung durchsetzen, die als Kinder ohne Papiere in die USA gekommen waren.
Der Kongress verabschiedete am 22. Januar 2018 ein Gesetz zur Beendigung des Stillstands, ohne jedoch das Schicksal der jungen Einwanderer zu klären.