Börsen in Asien: Indizes in Japan legen im Handelsverlauf leicht zu
Die politische Unsicherheit an den europäischen Märkten nach dem Rechtsruck bei den Europawahlen vom Sonntag begrenzt am Dienstag die Gewinne in Asien. Der Euro, französische Aktien und Staatsschulden wurden von der Bekanntgabe der Neuwahlen in Frankreich in Mitleidenschaft gezogen. Investoren fragen sich, ob die rechtsgerichteten Parteien ihren Erfolg bei den französischen Wahlen wiederholen können und wie viel Einfluss sie auf die neue EU-Exekutive haben werden. Einer Meinungsumfrage zufolge könnte die rechtsextreme Partei RN von Marine Le Pen die vorgezogenen Wahlen gewinnen, wenn auch nicht mit einer klaren Mehrheit.
In Tokio feierten die Anleger die Rekordschlusskurse an der Wall Street: Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index stieg, angetrieben von heimischen Halbleiteraktien, um 0,3 Prozent auf 39.155,16 Punkte. Der breiter gefasste Topix notierte 0,2 Prozent höher bei 2788,27 Punkten. Für den Chiphersteller Tokyo Electron ging es um 2,2 Prozent nach oben, der Hersteller von Chip-Testgeräten Advantest gewann 0,9 Prozent.
Der Markt zeigt sich bislang überraschend widerstandsfähig gegen den Anstieg der US-Renditen nach dem Arbeitsmarktbericht vom Freitag und den zurückgeschraubten Erwartungen an Zinssenkungen der US-Notenbank Fed. „Wir sehen geringere Aussichten für eine Lockerung der Geldpolitik in diesem Jahr und erwarten die erste Zinssenkung der Fed nun erst im November“, so die Analysten von JPMorgan. "Aktien scheinen eine Vielzahl von Risiken zu ignorieren, einschließlich der Politik, der Geopolitik, der geringen Marktkonzentration und des Anstiegs von Meme-Aktien und Krypto-Trading, die auf eine Blase hindeuten könnten”, fügten sie hinzu. "Daher halten wir an einer defensiven Ausrichtung unseres Modellportfolios fest.