Banken: Milliarden-Abschreibung in China erschüttert Großbank HSBC
Ihre Beteiligung an einer chinesischen Staatsbank und die Folgen der Immobilienkrise in Hongkong lasten auf der britischen Großbank HSBC. Der Gewinn des Instituts brach im ersten Halbjahr stärker als vom Markt erwartet ein. Vor Steuern sackte der Gewinn um 26 Prozent auf 15,8 Milliarden Dollar, wie das Institut am Mittwoch mitteilte. Rund 2,1 Milliarden Dollar musste das Geldhaus auf seine Beteiligung an der chinesischen Bank of Communications abschreiben. Im Februar 2024 waren hier schon einmal drei Milliarden Dollar fällig geworden. Zudem stiegen die erwarteten Kreditverluste um 900 Millionen auf 1,9 Milliarden Dollar, was die Bank unter anderem auf ihr Engagement im kriselnden Gewerbeimmobiliensektor in Hongkong zurückführte. Für neue Probleme könnte die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump sorgen, die künftige Gewinnziele der Bank im Fall eines wirtschaftlichen Abschwungs gefährdet. HSBC-Aktien gaben in London nach.
Die Auswirkungen der Abschreibungen seien rein buchhalterischer Natur und existierten „nur auf dem Papier“, sagte HSBC-Chef Georges Elhedery. Die Fähigkeit der HSBC zur Zahlung von Dividenden werde dadurch nicht eingeschränkt. Trotz des Gewinnrückgangs kündigte Europas größte Bank ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu drei Milliarden Dollar an. Es ist das zweite Programm dieser Größenordnung in diesem Jahr.
Der chinesische Immobilienmarkt befindet sich seit Jahren im Sinkflug – trotz aller Versuche der Regierung in Peking, diesen wieder zu stabilisieren. Das sorgt für Verluste in den Büchern der Banken, die Sorgen um faule Kredite bleiben. Auch in Hongkong steht HSBC wegen des kriselnden Immobilienmarktes unter Druck. Dieser könne weiter auf dem Geldhaus lasten, warnten Analysten der Citigroup. Aktien der Hang Seng Bank, an der HSBC 62 Prozent der Anteile hält, gaben am Mittwoch etwa um sieben Prozent nach.
Elhedery arbeitet am Umbau der Bank, die er schlanker und profitabler machen will. Das Privatkundengeschäft in Australien, Indonesien und Sri Lanka könnte er zur Disposition stellen – dieses werde überprüft, sagte er. Das entsprechende Geschäft in Bangladesch werde in der zweiten Jahreshälfte abgewickelt. Das Firmenkunden- und institutionelle Geschäft sei von diesen Schritten nicht betroffen. In diesem für die HSBC zentralen Geschäftsfeld lief es im Halbjahr besser – der Vorsteuergewinn im ersten Halbjahr legte um vier Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar zu.
Lesen Sie auch: US-Großbanken legen zu – Investmentbanking und Handel wachsen