Schuldenquote aktuell: So hoch ist die Staatsverschuldung in Deutschland 2025
Die Staatsverschuldung in Deutschland steigt sekündlich.
Foto: dpaAm 24. Februar 2022 startete Russland einen Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Konsequenzen für die Weltwirtschaft waren weitreichend – Energiekrise, Lieferengpässe, explodierende Inflationsraten, sinkende Konjunkturprognosen. In der Folge schnürten zahlreiche Länder Hilfspakete und erhöhten Ausgaben für Verteidigung und Waffenlieferungen. Für die von der Energiekrise betroffenen Unternehmen und Bürger gab es aufgrund stark gestiegener Preise Energiekostenzuschüsse.
Hinzugekommen ist nun noch das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz, mit dem der Staat verschleppte Investitionen nachholen will. Für die Bündnisverteidigung kündigen sich weitere Ausgaben an. Dennoch gilt die deutsche Schuldenquote als vergleichsweise niedrig. Wir zeigen, auf welchem Niveau sich die Verschuldung in Deutschland aktuell befindet und wie hoch sie in Europa und weltweit ist. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Staatsverschuldung.
Was ist Staatsverschuldung?
Der Begriff Staatsverschuldung fasst die jährliche Schuldenaufnahme und zusätzlich die schon vorhandenen Schulden aus vergangenen Jahren zusammen, dargestellt in der Währung des Landes. Gemessen wird die Verschuldung am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Aus dem Verhältnis der Schulden zum BIP berechnet sich die Schuldenquote.
Dabei werden Staaten, anders als Privathaushalten, lange Kreditlaufzeiten und erheblich größere Kreditrahmen gewährt. Diese können Staaten in Anspruch nehmen, solange regelmäßige Einnahmen für den Staat bestehen und die Ausgaben nicht absehbar überwiegen. Erst, wenn dieser Punkt überschritten wird, ein Staat also seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, droht ein Staatsbankrott. In der Regel lösen neue Kredite auslaufende Kredite ab.
Woher bekommt der Staat Geld?
Primär erhält der Staat sein Geld aus Steuereinnahmen. Hinzu kommen Gebühren und Beiträge, die an staatliche Einrichtungen gezahlt werden, sowie Vermögenseinnahmen (Verkauf staatlichen Eigentums oder durch Gewinne (teil-)staatlicher Unternehmen). Zudem verwaltet der Staat die Sozialversicherungsbeiträge. Geld bekommt der Staat auch aus Staatsanleihen oder Bundesschatzbriefen. Die Nachfrage in Deutschland ist in den vergangenen Jahren allerdings stark gesunken, da das Zinsniveau recht niedrig ist.
Das reicht teilweise jedoch nicht aus, um nötige Investitionen in der Zukunft zu tätigen. Der Staat leiht sich zusätzlich Geld. Die einfachste Möglichkeit sind Kredite, die mit Zinsen zurückgezahlt werden. Die Kreditwürdigkeit eines Staates wird dafür von Ratingagenturen bewertet. Dazu geben sie, vereinfacht gesagt, eine Einschätzung über die wirtschaftliche Situation eines Landes ab, berücksichtigen aber auch andere Faktoren, etwa das Tilgungsverhalten bei vorherigen Krediten. Übersteigt die Schuldenquote 90 Prozent, werden Geldgeber nervös. Sinkt das Vertrauen in den Staat, verlangen sie in der Regel höhere Zinsen.
In der Regel müssen Länder mit niedrigem Bruttoinlandsprodukt und hoher Verschuldung deutlich höhere Zinsen auf Kredite zahlen als Deutschland. Problematisch ist hierbei, dass durch die höhere Verzinsung der Berg an Schulden schneller wächst. Deswegen warnen manche Ökonomen vor steigender Staatsverschuldung, da es zu einem Anstieg der Zinsen kommen kann. Durch lange Laufzeiten stellen die Zinsen zudem eine jahrelange Belastung für den Staatshaushalt dar und mindern das frei verplanbare Budget. Im aktuellen Bundeshaushalt für 2025, der 520,48 Milliarden Euro umfasst, betragen die Zinsen (inklusive Bürgschaften, Garantien und anderer Gewährleistungen) bereits 34,08 Milliarden Euro.
Übrigens: In gewisser Weise profitiert der Staat mit Blick auf die Verschuldung von der jährlichen Inflation. Durch die Geldentwertung und die steigenden Steuereinnahmen können sie schneller abgebaut werden.
Wie hoch ist die Staatsverschuldung in Deutschland aktuell?
In Deutschland kommt es im Jahr 2025 unter anderem zu Neuverschuldungen infolge der Schuldenaufnahme für das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz von insgesamt 500 Milliarden Euro über eine Laufzeit von zwölf Jahren, aber auch im Zuge eines höheren Verteidigungsetats. Hinzu kommen Altlasten, die etwa im Zuge der Corona-Pandemie entstanden sind.
Laut Statistischem Bundesamt liegt die Verschuldung zum Ende des ersten Quartals 2025 bei 2,52 Billionen Euro. Dies waren 0,6 Prozent oder 14,3 Milliarden Euro mehr als zum Jahresbeginn. Da lag der Schuldenstand noch bei 2,51 Milliarden. In dieser Summe sind die Schulden aus dem Bund, den 16 Bundesländern sowie den Städten und Gemeinden und der Sozialversicherung.
Ausgegeben wird das Geld vor allem für die soziale Sicherung, Infrastruktur, Verteidigung, Forschung und Bildung. Im Ranking der Europäischen Union liegt Deutschland mit der aktuellen Verschuldung auf Platz drei, hinter Frankreich und Italien.
Verschuldung der Bundesländer in Deutschland
Ein erheblicher Teil der Staatsverschuldung entfällt auf die einzelnen Bundesländer. Zum Ende des ersten Quartals 2025 zählte das Statistische Bundesamt Schulden in Höhe von 615,4 Milliarden Euro bei den 16 Bundesländern. Dabei weist Nordrhein-Westfalen seit vielen Jahren die höchste Verschuldung auf. Nach dem Ende des ersten Quartals 2025 lag sie bei 174,02 Milliarden Euro. Berlin und Niedersachsen folgen mit 67,11 beziehungsweise 60,13 Milliarden Euro. Den geringsten Schuldenstand vermeldeten Sachsen (6,99 Mrd.), Mecklenburg-Vorpommern (7,94 Mrd.) und das Saarland (14,19 Mrd.).
Staatsverschuldung in der Europäischen Union 2025
In der Europäischen Union lag der Schuldenwert nach dem ersten Quartal 2025 insgesamt bei 14,82 Billionen Euro. Die höchste absolute Verschuldung hat Frankreich mit 3,35 Billionen Euro, gefolgt von Italien (3,03 Bio. Euro) und Deutschland (2,69 Bio. Euro).
Allerdings weisen Länder mit einer geringeren Wirtschaftsleistung eine höhere Schuldenquote auf. Die höchste Staatsschuldenquote hat Griechenland mit 152,5 Prozent, obwohl das Land seine Schuldenlast bereits deutlich reduziert hat. Die Verschuldung in der EU liegt bei durchschnittlich rund 81,8 Prozent und in den Euro-Ländern bei 88 Prozent des BIP (Stand zum Ende des ersten Quartals 2025).
Länder der EU mit der höchsten Schuldenquote
Die geringsten Staatsschulden hat Estland mit 9,6 Milliarden Euro und einer zusätzlich niedrigen Schuldenquote von 24,6 Prozent.
Staatsverschuldung weltweit
Weltweit haben die Vereinigten Staaten die höchste absolute Staatsverschuldung. Die jüngsten weltweit vergleichbaren Daten beziehen sich hierbei auf Ende 2024 und stammen von der World Economic Database. Demzufolge lag die Verschuldung der USA bei 35,25 Billionen US-Dollar. Die US-Schuldenquote betrug 271,98 Prozent, bei steigender Tendenz.
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