Neue Finanzregeln MiFID II: Jetzt erfahren Sie, wie viel Provision Ihr Anlageberater kassiert
Klischees: Banker und Berater sind nur am eigenen Bonus interessiert.
Foto: Getty ImagesAm Mittwoch ist eines der umfangreichsten Regelwerke für die Finanzbranche seit der Finanzkrise in Kraft getreten. Die europäische Richtlinie MiFID II gilt ab 3. Januar auch in Deutschland und erfasst sowohl Profiinvestoren als auch Verbraucher.
Aus Sicht von Privatanlegern sind aus der Masse der neuen Vorschriften insbesondere die neuen Transparenzregeln hervorzuheben, die Finanzinstitute beim Verkauf von Wertpapieren zu beachten haben. So müssen Banken und Anlageberater die ihnen zufließenden Vertriebsprovisionen und Gebühren vor dem Investment aufdecken und ihren Kunden eine schriftliche Begründung aushändigen, warum das angebotene Finanzprodukt zu ihnen passen soll. Zudem werden Beratungsgespräche am Telefon aufgezeichnet und für fünf Jahre gespeichert. Persönliche Beratungsgespräche etwa in der Filiale oder zu Hause beim Anleger sind zu protokollieren.
Bisher war es für Anleger kaum möglich herauszufinden, wie viel ein Berater am Abschluss eines Geschäfts verdient. Jetzt müssen die Provisionen und anderen Kosten detailliert aufgeschlüsselt werden. Das ist für Anleger aus zwei Gründen entscheidend. Einmal, weil Kosten die Rendite mindern. Zum anderen können verlockende Provisionen aus der Kasse des Wertpapieremittenten den Berater auch dazu verführen, Kunden schlechte Finanzprodukte anzudrehen.
Verbraucherschutzverbände haben sich deshalb im Vorfeld des Inkrafttretens der neuen Finanzregeln für eine komplette Abschaffung des in der Finanzbranche weit verbreiteten Provisionswesens stark gemacht. So weit ist der Gesetzgeber jedoch nicht gegangen. Zwar sind Provisionen dem Wortlaut nach grundsätzlich unzulässig, bleiben jedoch erlaubt, sofern sie zur Verbesserung der Beratungsqualität beitragen. Die Ausnahme von der Regel ist so allgemein formuliert und lässt den Finanzinstituten so breiten Spielraum bei der Auslegung, dass sie in der Praxis wohl kaum zur Abschaffung von Provisionen führen wird.
So reicht beispielsweise der Nachweis, dass Anlageempfehlungen aus einer Datenbank mit zahlreichen Alternativen ausgewählt wurden. Auch die Zugehörigkeit zu einem Filialberaternetzwerk ermöglicht kleineren Banken weiterhin, Provisionen zu erhalten, wenn sie zu einem Finanzverbund gehören. Das gilt etwa für Sparkassen.
Kosteninformation für Kunden
Unterm Strich werden mögliche Interessenkonflikte bei der provisionsfinanzierten Beratung also nicht abgeschafft. Aber zumindest werden die Konfliktlinien offengelegt, weil die Höhe von Abschluss- und Bestandsprovisionen schriftlich transparent zu machen ist. Dazu erhalten Anleger vor dem Abschluss eine sogenannte standardisierte Kosteninformation. Die nützt natürlich nur etwas, wenn Bankkunden mit diesen Daten in der Hand mehrere Finanzprodukte vergleichen und das günstigste heraussuchen. Das Kalkül des Gesetzgebers liegt darin, dass durch die neue Transparenz Auswüchse im Provisionswesen verhindert werden. Das mag am Ende sogar wirkungsvoller sein, als ein Verbot auf dem Papier.
„Mit einer standardisierten Kostenaufstellung müssen Banken ihren Kunden detailliert offenlegen, welche Provisionen und Kosten bei der Investition in ein Wertpapier anfallen“, sagt Nikolai Lenarz, Abteilungsdirektor im Geschäftsbereich Finanzmärkte beim Bankenverband BdB.
Dazu zählt etwa die Vermittlungsprovision, die eine Bank zum Beispiel von einem Fondsanbieter erhält, wenn sie Anteile an einen Anleger verkauft. Hinzu kommen Bestandsprovisionen während der Haltedauer eines Wertpapiers, aber auch Rücknahmeabschläge oder Gebühren bei einem späteren Verkauf. Diese Kosten werden zum Beispiel für einen Anlagebetrag von 10.000 Euro und eine Haltedauer von fünf Jahren dargestellt. Sinn der Übung: Der Kunde soll in die Lage versetzt werden, Kosten von Geldanlageprodukten möglichst klar zu erkennen, und danach zu entscheiden, welche Anlage zu ihm passt. Die Vorschrift gilt auch im Onlinebanking.
Für Verbraucher sind die neuen Transparenzregeln sinnvoll. Doch die mit den neuen Regeln verbundenen Kosten auf Seiten der Finanzinstitute könnten vom Gesetzgeber unbeabsichtigte Nebenwirkungen haben. „Wir beobachten, dass aufgrund von MiFID II viele Institute ihre Geschäftsmodelle grundlegend auf den Prüfstand stellen“, sagt BdB-Finanzmarktexperte Lenarz. Es zeichne sich ab, dass Banken künftig nicht mehr allen ihren Kunden jede Dienstleistung und jedes Finanzprodukt anbieten könnten.
Privatanleger machen vermeidbare Fehler
Eine Studie der Wirtschaftsprofessoren Andreas Hackethal und Steffen Meyer für das Magazin „Finanztest“ hat knapp 40.000 Wertpapierdepots von Direktbankkunden im Zeitraum von 2005 bis 2015 ausgewertet.
Das Ergebnis zeigt, dass die Anleger weit hinter den Wertzuwächsen des Gesamtmarktes liegen. Während eine Rendite von jährlich 8,7 Prozent realistisch gewesen wäre, kommen die Anleger nur auf einen Wertzuwachs von 3,1 Prozent. Mangelnde Finanzkenntnisse müssen nicht die Ursache sein. Zu Einbußen führen meist kurzfristiges Denken, Gier und Aktionismus. Die vier gängigsten Fehler sind leicht zu beheben. Wir stellen sie vor – und entsprechende Gegenstrategien.
Das Bild zeigt die Börse von Abu Dhabi. Hier handeln Privatanleger mit größeren Beträgen als in Deutschland.
Foto: REUTERSFehler 1: Mangelnde Streuung - Befund
Sie ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Geldanlage – dennoch vernachlässigen sie viele Anleger: die Risikostreuung. Wie die Studie zeigt, streuen Anleger ihre Wertpapiere zu wenig; die Aktienkonzentration ist höher als noch vor zehn Jahren. Eines der untersuchten Depots beinhaltet heute im Schnitt zwölf Aktien.
In Santiago de Chile bedient ein Mitarbeiter der chilenischen Zentralbank eine Sicherheitstür.
Foto: REUTERSFehler 1: Mangelnde Streuung - Folgen
Zwischen der Streuung und dem Chance-Risiko-Verhältnis besteht laut den Autoren ein klarer Zusammenhang. Selbst die relativ breit aufgefächerten Depots reichen nicht entfernt an das Verhältnis des Weltaktienindexes MSCI World heran.
In manchen Depots befindet sich nur eine einzige Aktie. Wenn diese auch noch ein spekulativer Titel ist, unterliegt das Depot enormen Kursschwankungen.
Am 24. Oktober 1929, dem „Schwarzen Donnerstag“ kommen Menschen vor der New York Stock Exchange zusammen.
Foto: APFehler 1: Mangelnde Streuung - Gegenmittel
Es ist leicht, ein breit gestreutes Depot aufzubauen: durch börsengehandelte Indexfonds (ETF). Sie beteiligen Anleger, je nach Art, an 1600 bis 2500 internationalen Aktien. Für Staatsanleihen gibt es ebenfalls ETFs.
Bestehende Depots umzubauen, ist nicht nicht ganz einfach. Anleger sollten sich von Verlustpositionen trennen. Ein Papier erst zu verkaufen, wenn es seinen einstigen Kaufpreis erreicht hat, ist irrational. Es sollten triftige Gründe für eine zu erwartende Wertsteigerung vorliegen.
Ein chinesischer Investor analysiert im August 2015 eine Kurstafel.
Foto: dpaFehler 2: Aktien-Picken - Befund
Der Fehler erinnert an das Muster von Sportwetten: Unerfreuliche Ergebnisse werden ausgeblendet, Erfolgserlebnisse übermäßig hochgehalten. Anleger sollten aber ausschließlich die langfristige Entwicklung des Gesamtdepots im Blick haben.
Oft suchen sie ihr Heil in einer Kombination aus Einzelaktien: Im Falle eines Missgriffs ist es eine beliebte Methode, die Position aufzustocken, um den durchschnittlichen Einstandspreis zu senken und von der erwarteten Erholung zu profitieren. Das kann jedoch auch weiteres Unheil anrichten: Das sogenannte Klumpenrisiko, eine Übergewichtung einzelner Anlagen im Depot, steigt. Private Anleger haben gegenüber Profis hier offenbar schlechtere Karten.
Das Foto vom 20. Oktober 1987 zeigt Händler in der Frankfurter Börse. Am 19. Oktober 1987 erlebte die Wall Street einen ihrer schwärzesten Tage.
Foto: dpaFehler 2: Aktien-Picken - Folgen
Vom Aktien-Picken betroffene Depots bringen nur 3,1 Prozent Rendite. Mit einer Indexmischung, die die durchschnittliche Vermögensaufteilung der Anleger widerspiegelt, hätten sie dagegen 8,7 Prozent erzielt.
Jeder fünfte Deutsche legt sein Geld in Fonds an. Diese werden von Fondsmanagern verwaltet, die das eingesammelte Geld in Aktien, Obligationen, Immobilien und andere Wertpapiere anlegen.
Foto: dpaFehler 2: Aktien-Picken - Gegenmittel
Aktien- und Renten-ETFs sind auch hier ein probates Mittel. Passionierte Zocker von einer solchen Strategie zu überzeugen, fällt manchmal schwer. Wer unbedingt eigenhändig zusammenstellen will, sollte zwingend auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung auf die wichtigsten Branchen achten.
Die USA gelten als Nation der Aktienbesitzer.
Foto: dpaFehler 3: Übermäßiges Handeln - Befund
Ein typischer Anleger verändert auf Jahressicht knapp ein Viertel seines Portfolios. Die aktivsten krempeln ihr Depot zweimal im Jahr komplett um. Das bringt nichts: Die eifrigen Händler erhalten die schlechteste Rendite. Übrigens auch, wenn man die Handelskosten abzieht.
Broker stehen am 25. Oktober 1929 zu Beginn der Weltwirtschaftskrise in der New Yorker Börse. Innerhalb weniger Tage verloren Millionen Amerikaner ihr Vermögen, die Panik griff weltweit auf die Börsenplätze über.
Foto: APFehler 3: Übermäßiges Handeln - Folgen
Kauf- und Verkaufskosten verringern die Rendite um annähernd ein Prozent. Dieser Wert steigt bei besonders aktiven Händlern deutlich (3,3 Prozent). Passivere kommen dagegen der Rendite des großen Index MSCI World nahe.
Händler der Investmentbank Lehman Brothers arbeiten in der New Yorker Börse am 17. Juni 2008 – drei Monate vor der Insolvenz.
Foto: dpaFehler 3: Übermäßiges Handeln - Gegenmittel
Wer vom Start weg auf weltweite Indexfonds setzt, hat in der Folge wenig Grund, sein Portfolio zu verändern. In schlechten Börsenzeiten muss die Verlusttoleranz allerdings strapazierfähig sein. Hektische Reaktionen machen die ausgegebene Taktik zunichte. Ein Logbuch kann helfen, die Transaktionssummen im Blick zu behalten.
Die Flamme eines Feuerzeuges beleuchtet eine Euro-Münze aus Griechenland. Wer Geduld bewahrt und sein Portfolio ausgewogen gestaltet, ist vor hohen Verlusten gefeit.
Foto: dpaFehler 4: Zu viel Deutschland - Befund
Die nachvollziehbare Einstellung, nur bekannte Unternehmen – also vornehmlich deutsche – ins Portfolio aufzunehmen, geht zulasten der Streuung. Während der Anteil deutscher Aktien im MSCI World drei Prozent beträgt, vertrauen in den untersuchten Depots 43 Prozent auf hiesige Aktiengesellschaften. Obwohl es leichter geworden ist, ausländische Aktien zu handeln, bleibt dieser Wert relativ konstant. Ein weiteres Problem ist die Zusammensetzung der deutschen Titel: Sie ist oft nicht repräsentativ für den Gesamtmarkt. Gängige Indizes schneiden hier besser ab.
Eine Gruppe von Menschen steht am 13. Juli 1931 vor der Darmstädter und Nationalbank (Danatbank) in Berlin. Die (im Zusammenhang mit den Turbulenzen bei Hypothekenbanken 2008 als Vergleich herangezogene) Bankenkrise von 1931 hat ihre Wurzeln in der Weltwirtschaftskrise von 1929 und dem damit verbundenen Börsencrash.
Foto: APProblem 4: Zu viel Deutschland - Folgen
Die Wertschwankungen steigen, das Ergebnis wird weniger berechenbar. Glück hatten die Anleger vor allem deutscher Titel vor allem dann, wenn der Markt hierzulande schlicht gut lief. Untersuchungen belegen, dass ein international ausgelegtes Portfolio ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis verspricht.
Auch Gold, hier ein Barren aus der chilenischen Nationalbank, stellt eine beliebte Anlageform dar.
Foto: ReutersFehler 4: Zu viel Deutschland - Gegenmittel
Als Beimischung sind deutsche Aktien sehr gut geeignet. Einen Anteil von 20 Prozent halten die Studienautoren noch für akzeptabel. Wer nur ein geringes Vermögen anlegen will, dem sei eine Kombination aus MSCI World und Dax-ETF empfohlen. Fünf bis zehn Titel aus verschiedenen Branchen sollten es schon sein.
Ein junger Russe spielt mit unechten US-Dollarscheinen – ein Werbegag, mit dem eine Vermögensberatung auf der Millionärsmesse in Moskau finanzstarke Kunden locken wollte.
Studien-Quelle: Finanztest
Foto: dpa
In Deutschland erhalten bisher auch Anleger mit geringerem Budget eine Beratung, was mit den Einnahmen aus dem Geschäft mit größeren Kunden subventioniert wird. Die neuen Regeln könnten dazu führen, dass kleinere Banken auf Wertpapierberatung verzichten. Zudem könnten auch Großbanken dazu übergehen, Beratungsleistungen nur noch bei größeren Anlagesummen anzubieten, wie es etwa in Großbritannien üblich ist. Das legen auch Ergebnisse einer Umfrage des Beratungsunternehmens PPI bei Banken nahe, wonach jede sechste Bank Schwierigkeiten mit der Umsetzung der Finanzmarktrichtlinie hat. Als die ursprüngliche Einführungsfrist für den 1. Juli 2016 verschoben wurde, haben die meisten Banken die Umsetzung erst mal auf die lange Bank geschoben. „Die Sünden der Vergangenheit holen die Banken jetzt ein“, sagt Studienautor Christian Appel.
Laut PPI-Umfrage fürchten die Finanzinstitute auch den hohen finanziellen Aufwand durch die neuen Regelungen. Besonders die Aufzeichnung der Telefonberatung gilt als Kostentreiber. 44 Prozent der Befragten befürchten einen Wegfall von Einnahmequellen oder eine Einschränkung des Geschäftsmodells. Darum geht auch jede dritte Bank davon aus, dass sich das Angebot von Produkten mit Festpreisen im Video- oder Telefonbanking reduzieren wird.
Berät ein Banker seinen Kunden per Telefon zur Geldanlage oder nimmt dessen Aktienorders entgegen, muss das Gespräch künftig mitgeschnitten werden. Das ist nicht alles: zusätzlich muss die Aufnahme von den Instituten mindestens fünf Jahre lang aufbewahrt werden. Dafür ist nicht nur zusätzliche Speicherkapazität nötig, in vielen Fällen muss erst mal die ganze Telefonanlage umgerüstet werden. Insgesamt rechnet der Bundesverband der deutschen Banken (BdB) mit zusätzlichen Einmalkosten von einer Milliarde Euro.
,Fehler Nr. 1: Nebenkosten unterschätzen
Wer Gold nicht als Fonds oder Zertifikat erwirbt, sondern als Barren oder Münze, muss mit Kosten für die sichere Unterbringung rechnen. Geeignet sind etwa ein (guter) Tresor - oder gleich ein Bankschließfach. Die durch den Safe-Kauf oder die Miete des Schließfachs entstehenden Kosten mindern den Verkaufserlös bzw. die Rendite. Während börsengehandelte Goldfonds meist nur geringe Nebenkosten haben und keine sichere Lagerung erfordern, kommt bei Barren oder Münzen noch das sogenannte Aufgeld hinzu. Die ist quasi die Provision des Händlers und kann auch mal bei kleinen Einheiten - etwa einer Münze mit einer Feinunze Gold - 20 Prozent und mehr der Ausgabe ausmachen.
Quelle: Finum Private Finance, eigene Recherchen
Foto: REUTERSFehler Nr. 2: Gold, Gold, Gold
Gold ist gut, um ein Depot gegen starke Verluste zu schützen. Aber man kann auch zu viel Gold im Depot haben, es also übergewichten. Dann schlägt ein für längere Zeit fallender Goldpreis auf das ganze Depot durch. Angemessen ist eher ein Depotanteil von zehn bis 20 Prozent. Durch die Streuung auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Immobilien oder Anleihen steigt die Chance, dass Verluste bei der einen Anlage mit Gewinnen in der anderen einhergehen und so Verluste ausgleichen. Denn fliehen Anleger etwa mit Verlustängsten von der Börse, suchen sie alternative Anlageformen. Dann ist Gold als sicherer Hafen gefragt.
Foto: REUTERSFehler Nr. 3: Falsche Form
Wer in einen Goldbarren investiert, muss sich ständig überlegen: Halten oder Verkaufen? Denn er hat sein Vermögen nun mal in ein physisches Objekt getätigt, von dem er keine einzelnen Anteile verkaufen kann. Praktischer sind daher Investments in Fonds und Zertifikate, die mit physischem Gold hinterlegt sind. Sie sind leicht und in kleinen Einheiten handelbar. Muss es tatsächlich physisches Gold sein, empfehlen sich Münzen. Die lassen sich auch einzeln verkaufen oder auch im Sparplan erwerben. So können Anleger einen Goldbestand in kleinen Schritten anlegen und müssen nicht so sehr auf den Goldpreis achten, da er sich im Durchschnitt nivelliert. So bleiben Anleger flexibel.
Foto: WirtschaftsWocheFehler Nr. 4: Der Goldpreis-Rally hinterherlaufen
Der Goldpreis steigt, wenn viele Anleger Gold nachfragen. Dann mitzumachen, birgt für Privatanleger Risiken; denn kommt die Nachfrage zum Erliegen, fällt der Preis ebenso schnell oder schneller, als er gestiegen ist. Auch dieses Argument spricht dafür, nicht auf einmal eine Riesenmenge Gold zu kaufen, weil das gerade alle tun. Besser ist der regelmäßige Kauf kleinerer Mengen.
Foto: dpaFehler Nr. 5: Der Werbung erliegen
Auch wenn es verlockend erscheint: Der Goldkauf im Teleshopping oder im Internet ist oft teuer, obwohl er besonders günstig erscheint. Fragen Sie lieber Ihren Bankberater oder erkundigen Sie sich bei einem bekannten, seriösen Händler nach Barren oder Münzen. Schließlich ist der Goldkauf auch Vertrauenssache, da der Laie den Goldgehalt nicht prüfen kann.
Foto: dpaFehler Nr. 6: Rendite erwarten
Gold gilt vor allem als sichere Anlage in Krisenzeiten, zum Beispiel bei Währungs- und Finanzkrisen. Gold ist also eine ultimative Versicherung gegen kompletten Vermögensverlust, denn Gold ist knapp, ewig haltbar und vollständig wiederverwendbar - es kann also nie wertlos werden. Gold bringt aber keine Zinsen oder Dividenden, eine Unze bleibt immer eine Unze. Es ist kein Naturgesetz, dass der Goldpreis langfristig immer weiter steigt. Ohnehin gehört der Goldpreis zu den stark schwankenden Rohstoffpreisen, die vielfältigen Einflüssen unterliegen. Deshalb ist ein gewisser Depotanteil als Versicherung sinnvoll. Wetten auf den Goldpreis sind hingegen riskant.
Foto: REUTERSFehler Nr. 7: Kurzfristige Spekulation mit Gold
Aus den gleichen Gründen sollte Gold auch nicht kurzfrist ge- und verkauft werden. Wer in Gold investiert, sollte dies langfristig tun. Experten halten eine Mindestanlagedauer von fünf bis sieben Jahren für sinnvoll.
Foto: WirtschaftsWocheFehler Nr. 8: Steuerregeln ignorieren
Für Münzen und Barren gilt eine Spekulationsfrist von zwölf Monaten. Wer erst danach verkauft und Kursgewinne erzielt, muss diese nicht versteuern. Anders bei den meisten Goldfonds: Bis auf wenige Ausnahmen werden Verkaufsgewinne mit der 25-prozentigen Abgeltungsteuer belegt. Um beim Verkauf kein böses Erwachen zu erleben, sollten sich Goldkäufer über die steuerliche Behandlung erkundigen.
Foto: dpaFehler Nr. 9: Sammler- statt Anlagemünzen
Grundsätzlich müssen Sammlermünzen von Anlagemünzen unterschieden werden. Bei Sammlermünzen beeinflussen neben dem Goldgehalt auch Motiv, Zustand und Seltenheit eine wesentliche Rolle für den Preis. Auch sind Verkaufserlöse unabhängig von der Haltedauer (keine Spekulationsfrist) zu versteuern. Anlagemünzen sind hingegen Massenware, deren Preis allein vom Goldgehalt bestimmt wird und steuerlich bevorzugt werden. Typische und fast überall erhältliche Anlagemünzen sind etwa Krügerrand, Wiener Philharmoniker oder American Eagle. Im Bild: Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf", die auf der Rückseite ein Ahornblatt zeigt.
Foto: dpaFehler Nr. 10: Auf Goldschmuck vertrauen
Goldschmuck ist keine wirklich brauchbare Alternative für Anlagemünzen oder Barren. Der Goldgehalt ist meist vergleichsweise gering, zudem muss man beim Kauf auf für Design und Handwerk bezahlen. Trifft der Schmuck aber nicht den Geschmack der Käufer, gibt es dafür nicht einmal den vollen Materialwert. Schließlich kostet Schmelzen und Gießen auch etwas.
Foto: dpa
Großbanken wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank fällt das Umrüsten da leichter der kleineren Konkurrenz. Da ein Abschied von der telefonischen Beratung für sie nicht in Frage kommt, werden eben ein paar Telefone ausgetauscht. Bei kleinen Häusern steigt dagegen die Gefahr, dass sie sich endgültig aus der telefonischen Beratung und dem Wertpapierhandel zurückziehen.
Bereits in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Institute, die Aktienorders oder Wertpapierberatung per Telefon anbieten, deutlich gesunken. Der Aufwand für die 2010 eingeführten Beratungsprotokolle hat zum Abschied vieler kleinerer Volksbanken und Sparkassen aus dem Wertpapiervertrieb am Telefon geführt.
Großbanken wollen daran jedoch auch unter MiFID festhalten. Für Anleger ändere sich nichts, heißt es etwa bei der Commerzbank. Der Sparkassenverband DSGV erklärt, jede Sparkasse müsse für sich entscheiden, ob sich telefonische Beratung für sie weiterhin rechne.
Bei der Frankfurter Sparkasse beispielsweise heißt es, für Verbraucher ändere sich nichts. Dass der Kunde die MiFID-Anpassungen nicht zu spüren kriege liege auch daran, dass der IT-Anbieter der Sparkassen die Umstellung für die gesamte rote Gruppe steuere.
Ob die Kosten der Mifid-Neuerungen am Ende auf den Kunden abgewälzt werden, lässt sich aktuell noch nicht absehen. Vorerst wollen Banken davon nichts wissen. Direktbanken wie die Comdirect halten ihre Kunden ohnehin schon dazu an, Wertpapiere online zu handeln statt per Telefon. Wer in Quickborn am Telefon ordert, zahlt eine pauschale Zusatzgebühr von knapp 15 Euro. Die war allerdings auch schon vor Inkrafttreten der neuen Regeln fällig.
Wer weitere Informationen zu den neuen Finanzregeln sucht, wird beim Bankenverband BdB fündig. Auf der Internetpräsenz des BdB steht eine Liste mit aktuellen Fragen und Antworten für Bankkunden zur Verfügung.