Reich werden: 37 Tipps für mehr Geld
Mit Geiz gelangt man zu mehr Geld, das wusste schon Dagobert Duck.
Foto: imago images, IllustrationVon Amerika lernen, heißt siegen lernen. Wer schon immer auf der Suche nach den ultimativen Finanztipps war, sollte deshalb den Blick über den Atlantik wagen. Dort hat das Internetportal MarketWatch 51 Finanztipps für Privatleute veröffentlicht. Ja, exakt 51.
Weil die Amerikaner in der Lage sind, mit wenig Worten so viel zu sagen, haben wir die Tipps für deutsche Sparer interpretiert. Wir sind eben nicht nur Denker, sondern auch Dichter. Dabei haben wir uns auf 37 Tipps beschränkt, weil finanzmathematisch erwiesen ist, dass das genau reicht. Ein anderer Grund war, dass das US-Steuersystem noch komplizierter ist als unseres und daher einige der importierten Tipps hierzulande nicht funktionieren.
Wer alle 51, Verzeihung: 37 Tipps beherzigt, kann es finanziell zu etwas bringen. Manche der Verhaltensregeln sind ganz einfach umzusetzen. Sie sagen Ihnen nämlich nicht, was Sie tun, sondern was Sie lassen sollen. Doch auch das ist oft leichter gesagt, als getan. Diätgeplagte Menschen wissen, wovon die Rede ist.
Übrigens: Nicht für alle der US-Finanztipps wird hier Gewähr gegeben. Sollte es nicht klappen mit dem Reichtum, hatten Sie aber zumindest das Vergnügen, den rauen amerikanischen Humor kennengelernt zu haben. Denn die Amis haben uns unter anderem eines voraus: Sie sind weniger verkniffen. Auch beim Geld. So kann Sparen fast schon cool werden. Aber lesen Sie selbst:
1. Don’t buy cash-value life insurance.
Lebensversicherung, nein Danke!
Kapitalunterlegte Lebensversicherungen sind auch in Deutschland ein Auslaufmodell. Das haben mittlerweile fast alle mitbekommen. Check. Nächster Tipp.
2. Don’t trust brokers when their lips are moving.
Anlageberater lügen, sobald sie den Mund aufmachen.
Das ist an dieser Stelle keine Tatsachenbehauptung, sondern die sinngemäße Übersetzung der US-Finanzweisheit Nr. 2. Soviel muss gesagt werden, sonst könnte es presserechtlich Ärger geben. Was tut man gegen windige Ratgeber? Honorarberater engagieren (kostet) oder Provisionen für Finanzberater gesetzlich verbieten, wie es einige Länder schon vormachen. Sprechen Sie mit Ihrem Bundestagsabgeordneten. Es ist Wahlkampf!
3. Don’t keep a heap of money in your checking account.
Bargeld lacht (Dich aus).
Ein Haufen Geld auf dem Konto verleiht ein sicheres Gefühl. Aber sicher ist nur die Tatsache, dass man mit überdimensionierten Sparguthaben Geld verliert, vor allem angesichts der Minizinsen. Also umschichten und Vermögen auf mehrere Säulen verteilen: Aktien, Immobilien, Gold – oder vielleicht mal ein neues Sofa?
4. Don’t envy hedge fund investors.
Finger weg von Hedgefonds – und keinen Neid, bitte!
Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Turborenditen von Risikofonds lesen sich gut in der Finanzpresse. Aber die kurzfristigen Gewinne fließen zu einem großen Teil in Boni für die charismatischen Manager, die sich gern als Finanzgurus feiern lassen. Unterm Strich bleibt vom Geldzauber für die Investoren meist gar nicht so viel übrig, die braucht man also nicht zu beneiden. Gut, dass die Mindesteinstiegspreise bei Hedgefonds für viele ohnehin zu hoch sind.
Privatanleger machen vermeidbare Fehler
Eine Studie der Wirtschaftsprofessoren Andreas Hackethal und Steffen Meyer für das Magazin „Finanztest“ hat knapp 40.000 Wertpapierdepots von Direktbankkunden im Zeitraum von 2005 bis 2015 ausgewertet.
Das Ergebnis zeigt, dass die Anleger weit hinter den Wertzuwächsen des Gesamtmarktes liegen. Während eine Rendite von jährlich 8,7 Prozent realistisch gewesen wäre, kommen die Anleger nur auf einen Wertzuwachs von 3,1 Prozent. Mangelnde Finanzkenntnisse müssen nicht die Ursache sein. Zu Einbußen führen meist kurzfristiges Denken, Gier und Aktionismus. Die vier gängigsten Fehler sind leicht zu beheben. Wir stellen sie vor – und entsprechende Gegenstrategien.
Das Bild zeigt die Börse von Abu Dhabi. Hier handeln Privatanleger mit größeren Beträgen als in Deutschland.
Foto: REUTERSFehler 1: Mangelnde Streuung - Befund
Sie ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Geldanlage – dennoch vernachlässigen sie viele Anleger: die Risikostreuung. Wie die Studie zeigt, streuen Anleger ihre Wertpapiere zu wenig; die Aktienkonzentration ist höher als noch vor zehn Jahren. Eines der untersuchten Depots beinhaltet heute im Schnitt zwölf Aktien.
In Santiago de Chile bedient ein Mitarbeiter der chilenischen Zentralbank eine Sicherheitstür.
Foto: REUTERSFehler 1: Mangelnde Streuung - Folgen
Zwischen der Streuung und dem Chance-Risiko-Verhältnis besteht laut den Autoren ein klarer Zusammenhang. Selbst die relativ breit aufgefächerten Depots reichen nicht entfernt an das Verhältnis des Weltaktienindexes MSCI World heran.
In manchen Depots befindet sich nur eine einzige Aktie. Wenn diese auch noch ein spekulativer Titel ist, unterliegt das Depot enormen Kursschwankungen.
Am 24. Oktober 1929, dem „Schwarzen Donnerstag“ kommen Menschen vor der New York Stock Exchange zusammen.
Foto: APFehler 1: Mangelnde Streuung - Gegenmittel
Es ist leicht, ein breit gestreutes Depot aufzubauen: durch börsengehandelte Indexfonds (ETF). Sie beteiligen Anleger, je nach Art, an 1600 bis 2500 internationalen Aktien. Für Staatsanleihen gibt es ebenfalls ETFs.
Bestehende Depots umzubauen, ist nicht nicht ganz einfach. Anleger sollten sich von Verlustpositionen trennen. Ein Papier erst zu verkaufen, wenn es seinen einstigen Kaufpreis erreicht hat, ist irrational. Es sollten triftige Gründe für eine zu erwartende Wertsteigerung vorliegen.
Ein chinesischer Investor analysiert im August 2015 eine Kurstafel.
Foto: dpaFehler 2: Aktien-Picken - Befund
Der Fehler erinnert an das Muster von Sportwetten: Unerfreuliche Ergebnisse werden ausgeblendet, Erfolgserlebnisse übermäßig hochgehalten. Anleger sollten aber ausschließlich die langfristige Entwicklung des Gesamtdepots im Blick haben.
Oft suchen sie ihr Heil in einer Kombination aus Einzelaktien: Im Falle eines Missgriffs ist es eine beliebte Methode, die Position aufzustocken, um den durchschnittlichen Einstandspreis zu senken und von der erwarteten Erholung zu profitieren. Das kann jedoch auch weiteres Unheil anrichten: Das sogenannte Klumpenrisiko, eine Übergewichtung einzelner Anlagen im Depot, steigt. Private Anleger haben gegenüber Profis hier offenbar schlechtere Karten.
Das Foto vom 20. Oktober 1987 zeigt Händler in der Frankfurter Börse. Am 19. Oktober 1987 erlebte die Wall Street einen ihrer schwärzesten Tage.
Foto: dpaFehler 2: Aktien-Picken - Folgen
Vom Aktien-Picken betroffene Depots bringen nur 3,1 Prozent Rendite. Mit einer Indexmischung, die die durchschnittliche Vermögensaufteilung der Anleger widerspiegelt, hätten sie dagegen 8,7 Prozent erzielt.
Jeder fünfte Deutsche legt sein Geld in Fonds an. Diese werden von Fondsmanagern verwaltet, die das eingesammelte Geld in Aktien, Obligationen, Immobilien und andere Wertpapiere anlegen.
Foto: dpaFehler 2: Aktien-Picken - Gegenmittel
Aktien- und Renten-ETFs sind auch hier ein probates Mittel. Passionierte Zocker von einer solchen Strategie zu überzeugen, fällt manchmal schwer. Wer unbedingt eigenhändig zusammenstellen will, sollte zwingend auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung auf die wichtigsten Branchen achten.
Die USA gelten als Nation der Aktienbesitzer.
Foto: dpaFehler 3: Übermäßiges Handeln - Befund
Ein typischer Anleger verändert auf Jahressicht knapp ein Viertel seines Portfolios. Die aktivsten krempeln ihr Depot zweimal im Jahr komplett um. Das bringt nichts: Die eifrigen Händler erhalten die schlechteste Rendite. Übrigens auch, wenn man die Handelskosten abzieht.
Broker stehen am 25. Oktober 1929 zu Beginn der Weltwirtschaftskrise in der New Yorker Börse. Innerhalb weniger Tage verloren Millionen Amerikaner ihr Vermögen, die Panik griff weltweit auf die Börsenplätze über.
Foto: APFehler 3: Übermäßiges Handeln - Folgen
Kauf- und Verkaufskosten verringern die Rendite um annähernd ein Prozent. Dieser Wert steigt bei besonders aktiven Händlern deutlich (3,3 Prozent). Passivere kommen dagegen der Rendite des großen Index MSCI World nahe.
Händler der Investmentbank Lehman Brothers arbeiten in der New Yorker Börse am 17. Juni 2008 – drei Monate vor der Insolvenz.
Foto: dpaFehler 3: Übermäßiges Handeln - Gegenmittel
Wer vom Start weg auf weltweite Indexfonds setzt, hat in der Folge wenig Grund, sein Portfolio zu verändern. In schlechten Börsenzeiten muss die Verlusttoleranz allerdings strapazierfähig sein. Hektische Reaktionen machen die ausgegebene Taktik zunichte. Ein Logbuch kann helfen, die Transaktionssummen im Blick zu behalten.
Die Flamme eines Feuerzeuges beleuchtet eine Euro-Münze aus Griechenland. Wer Geduld bewahrt und sein Portfolio ausgewogen gestaltet, ist vor hohen Verlusten gefeit.
Foto: dpaFehler 4: Zu viel Deutschland - Befund
Die nachvollziehbare Einstellung, nur bekannte Unternehmen – also vornehmlich deutsche – ins Portfolio aufzunehmen, geht zulasten der Streuung. Während der Anteil deutscher Aktien im MSCI World drei Prozent beträgt, vertrauen in den untersuchten Depots 43 Prozent auf hiesige Aktiengesellschaften. Obwohl es leichter geworden ist, ausländische Aktien zu handeln, bleibt dieser Wert relativ konstant. Ein weiteres Problem ist die Zusammensetzung der deutschen Titel: Sie ist oft nicht repräsentativ für den Gesamtmarkt. Gängige Indizes schneiden hier besser ab.
Eine Gruppe von Menschen steht am 13. Juli 1931 vor der Darmstädter und Nationalbank (Danatbank) in Berlin. Die (im Zusammenhang mit den Turbulenzen bei Hypothekenbanken 2008 als Vergleich herangezogene) Bankenkrise von 1931 hat ihre Wurzeln in der Weltwirtschaftskrise von 1929 und dem damit verbundenen Börsencrash.
Foto: APProblem 4: Zu viel Deutschland - Folgen
Die Wertschwankungen steigen, das Ergebnis wird weniger berechenbar. Glück hatten die Anleger vor allem deutscher Titel vor allem dann, wenn der Markt hierzulande schlicht gut lief. Untersuchungen belegen, dass ein international ausgelegtes Portfolio ein besseres Chance-Risiko-Verhältnis verspricht.
Auch Gold, hier ein Barren aus der chilenischen Nationalbank, stellt eine beliebte Anlageform dar.
Foto: ReutersFehler 4: Zu viel Deutschland - Gegenmittel
Als Beimischung sind deutsche Aktien sehr gut geeignet. Einen Anteil von 20 Prozent halten die Studienautoren noch für akzeptabel. Wer nur ein geringes Vermögen anlegen will, dem sei eine Kombination aus MSCI World und Dax-ETF empfohlen. Fünf bis zehn Titel aus verschiedenen Branchen sollten es schon sein.
Ein junger Russe spielt mit unechten US-Dollarscheinen – ein Werbegag, mit dem eine Vermögensberatung auf der Millionärsmesse in Moskau finanzstarke Kunden locken wollte.
Studien-Quelle: Finanztest
Foto: dpa
5. Don’t carry a credit card balance.
Keine Kreditkartenschulden, bitte!
Kreditkartenschulden sind besonders in den USA ein Problem, wo man von einer Kreditkartenfirma auf die nächste umschulden kann, wodurch der Berg immer größer wird. In Deutschland brauchen Sie keine Kreditkarte, höchstens als Pfand für den Mietwagen von Sixt. Für klamme Verbraucher hierzulande sind eher die Kleinkredite über ein paar Hundert Euro von boomenden Internetleihäusern ein Problem. Hier werden für den voreiligen Kauf eines Flachbildschirms effektiv schon mal rund 15 bis 20 Prozent an effektiven Jahreszinsen fällig. Warum sollen ausgerechnet Leute mit wenig Geld solche Wucherraten schultern? Richtig, das sollten sie nicht.
6. Don’t invest in high-turnover stock funds.
Hin und her macht Taschen leer.
Finger weg von Aktienfonds mit hypernervösem Management. Portfoliomanager, die oft umschichten, verursachen hohe Transaktionskosten und laufen den Trends immer ein Stück hinterher. Also: Erst nach der Anlagestrategie fragen, dann Fondsanteile kaufen.
7. Don’t fund custodial accounts if your family hopes to receive college financial aid.
Nicht zu viel fürs Studium sparen.
Ein zynischer Rat und eine harte Kostprobe des deftigen amerikanischen Finanzhumors. Soll der Staat doch fürs Studium der Kinder zahlen! Was er nicht tut, wenn die zu viel Geld auf ihrem Vormundschaftskonto liegen haben. Dabei bleibt offen, wie freigiebig die USA gegenüber Studenten wirklich sind. Alles in allem kein politisch korrekter Finanztipp, sehr unangenehmes Thema. Vielleicht nur so viel: Auch in Deutschland werden Privatvermögen und Einkommen der Studenten beim BAföG angerechnet. Deutlicher muss man wohl nicht werden, räusper.
US-Investmentbanken profitieren von Donald Trump, die europäischen Geldhäuser schwächeln weiter. Das zeigt eine Studie der Marktforschungsfirma Coalition, die zweimal im Jahr die Ertragslage der weltgrößten Investmentbanken untersucht. Die Daten beinhalten die Erträge der Geldhäuser aus den drei wichtigsten Feldern des Investmentbanken-Geschäfts: dem Anleihehandel, dem Aktienhandel und dem sogenannten Investmentbanking, zu dem Fusionsberatung sowie das Platzieren von Aktien und Anleihen für Kunden zählt. Wie die Institute derzeit dastehen.
Foto: dpaAuf Platz zwölf steht wie auch schon im Vorjahr die Société Générale. Das französische Institut sticht dabei allerdings mit zwei Spitzenplätzen im Wertpapiergeschäft hervor. Bei Aktienderivaten (Platz zwei) und bei Termingeschäften (Platz 3) landen die Franzosen jeweils auf dem Treppchen.
Foto: REUTERSMIT BNP Paribas steht auch auf Platz 11 ein französisches Institut. Auch das größte Geldhaus des Landes hat sich damit im Coalition-Ranking weder verbessern, noch verschlechtern können. Das Institut hatte erst im März angekündigt, das Investmentbanking in Deutschland ausbauen zu wollen.
Foto: dpaDen neunten Platz im Ranking teilen sich zwei Institute. Die UBS hatte die Platzierung im Vorjahr noch exklusiv inne. Doch die Schweizer zeigten sich zuletzt etwas schwächer und mussten ihre beiden dritten Plätze bei den Geschäften mit Devisen und Derivaten abtreten.
Foto: REUTERSTeilen muss sich die UBS den neunten Platz mit der HSBC, die sich damit um einen Platz im Ranking verbessert. Das in London ansässige, aber auf Asien fokussierte Institut hatte erst im März einen Führungswechsel eingeleitet.
Foto: dpaEinen Platz abwärts geht es für die Credit Suisse, die vom siebten auf den achten Rang abrutscht. Im Geschäft mit verbrieften Krediten und Wertpapieren verlieren die Schweizer ihren dritten Platz.
Foto: dpaBarclays hat mit der Credit Suisse die Plätze getauscht und verbessert damit sich vom achten auf den siebten Platz. Die Briten agieren in keinem Segment herausragend, allerdings in beinah jedem Geschäftsbereich auf Top-Ten-Niveau.
Foto: dpaDas Jahr 2016 war ein Krisenjahr für die Deutsche Bank, das auch in der wichtigen Investmentbanking-Sparte der Bank deutliche Spuren hinterlassen hat. Das Geldhaus fällt aus der Spitzengruppe, bleibt aber immerhin die größte nicht-amerikanischen Investmentbank.
Foto: dpaDas US-Institut behauptet seinen 5. Platz aus dem letzten Jahr. Die US-Banken profitierten enorm davon, dass sich der Anleihehandel in den USA nach dem Wahlsieg von Donald Trump deutlich belebte.
Foto: dpaLängst strotzt die US-Konkurrenz, die nach der Finanzkrise kollektiv Staatshilfen erhielt, wieder vor Kraft. Auch die Ränge vor Morgan Stanley sind fest in US-Hand. Auf Platz 4 steht die Bank of America.
Foto: dpaSilber geht an die Citigroup. Die Stärken des Instituts liegen vor allem im Handel mit Devisen und Rohstoffen. Allerdings muss das Geldhaus die Silbermedaille mit einem anderen Institut teilen.
Foto: dapdTeilen muss sich die Citigroup den zweiten Platz mit Goldman Sachs. US-Banken sicherten sich 2016 rund zwei Drittel der gesamten Investmentbanking-Einnahmen. Im Jahr 2011 kamen amerikanische und europäische Institute noch auf jeweils 50 Prozent. Dieses Jahr dürften die europäischen Geldhäuser ihren Marktanteil aber wieder ausbauen, sagten die Coalition-Experten voraus.
Foto: dapdJP Morgan verteidigt den Spitzenplatz: Das Geldhaus steigerte seine Einnahmen im Investmentbanking um elf Prozent auf 25,2 Milliarden Dollar. Der deutliche Anstieg ist bemerkenswert, da sich im Schnitt der zwölf erfassten Banken ein Rückgang von drei Prozent ergab.
Foto: REUTERS
8. Don’t assume the premium on your long-term-care insurance is fixed for life.
Die Garantieverzinsung ist zu niedrig.
Tja, das Problem kennen wir in Deutschland auch. Die Zuschläge auf den Garantiezins von Renten- und Lebensversicherungen schmelzen wie Eis in der Sonne des niedrigen Zinses. Das Sprachbild mag schräg sein, aber die Botschaft dürfte angekommen sein: Zusätzlich privat vorsorgen!
9. Don’t forget that a high potential return means high risk.
Viel Rendite, viel Gefahr.
Haben Sie mitbekommen, wie hoch die Renditen griechischer Staatsanleihen während der Eurokrise waren? Mehr muss man nicht sagen. Hedgefonds haben damals übrigens kräftig investiert. Aber die sind ja nicht unbedingt zu beneiden, siehe Finanztipp Nr. 4.
Fragt man die Deutschen nach attraktiven Anlageformen, sind sie sich weitgehend einig: Das Eigenheim, die betriebliche Altersvorsorge und Gold. Trotzdem setzt das Gros immer noch auf renditearme Sparbücher, Tages- und Festgeldkonten, wie das Investmentbarometer der GfK zeigt. Hier erfahren Sie, wie groß die Diskrepanz zwischen Einschätzung und Umsetzung ausfällt.
Zur Studie: Seit 1999 untersucht das GfK-Investmentbarometer, wie sich Privatanleger in den USA und Europa verhalten. Für die aktuelle Studie haben die Konsumforscher im November 2016 in Deutschland, den USA, Italien, Frankreich und Großbritannien rund 5000 Menschen danach befragt, welche Finanzanlagen die Menschen besitzen und wie attraktiv sie verschiedene Sparmöglichkeiten und Finanzprodukte finden. Allein in Deutschland wurden 2000 Menschen befragt.
Foto: dpaRang 1: Immobilien
Die attraktivste Form der Geldanlage ist für die Deutschen die eigene Immobilie. 76 Prozent der Befragten gaben an, dass Investitionen in eine private Wohnung oder ein Haus attraktiv oder sehr attraktiv seien. De facto haben hierzulande aber nur 46 Prozent ihr Geld in eine Immobilie investiert. Auch für die Franzosen, Italiener und Briten sind Immobilien die attraktivste Form der Geldanlage.
Foto: dpaRang 2: Betriebliche Altersvorsorge
Um sich auf dem Altenteil nicht auf die gesetzliche Rente verlassen zu müssen, sorgen Millionen Bundesbürger vor. Die beliebteste Form: die betriebliche Altersvorsorge, auf die seit 2002 jeder Arbeitnehmer qua Gesetz Anspruch hat. Arbeitnehmer können einen Teil ihres Gehalts oder Sonderzahlungen als Beiträge in ihre betriebliche Altersvorsorge einzahlen. Der Arbeitgeber wiederum legt diesen Betrag für die Arbeitnehmer an – der Arbeitnehmer spart zudem Steuern und Sozialabgaben. 42 Prozent der Befragten gab an, die betriebliche Altersvorsorge für attraktiv oder sehr attraktiv zu halten. Die Realität zeigt: Aktuell nutzt sie nicht einmal jeder Fünfte. Nur 18 Prozent sind es.
Foto: obsRang 3: Gold
Gold gilt vor allem in unsicheren Zeiten als sichere Anlageform. 38 Prozent der Deutschen finden es als Anlageform attraktiv. Allerdings sind es nur 6 Prozent, die ihr Geld wirklich in Gold anlegen – nirgendwo ist die Diskrepanz zwischen Ideal und Realität so groß.
Foto: REUTERSRang 4: Bausparvertrag
Der Bausparvertrag ist insbesondere bei den Deutschen beliebt – was laut den Autoren das Bedürfnis der Deutschen nach sicheren Anlagen unterstreicht. 32 Prozent geben an, Bausparen attraktiv oder sehr attraktiv zu finden – und 29 Prozent legen ihr Geld auch wirklich so an.
Foto: dpaRang 5: Private Rentenversicherung
Die private Rentenversicherung sagt immerhin 28 Prozent der Deutschen als Form der Geldanlage zu. 21 Prozent der Befragten sorgen tatsächlich privat für ihre Rente vor.
Foto: dpaRang 6: Private Kapitallebensversicherung
Die private Kapitallebensversicherung ist eine Kombination aus Kapitalaufbau und Hinterbliebenenschutz. 21 Prozent der Befragten empfindet sie als eine attraktive Geldanlage – genauso viele legen einen Teil ihres Geldes auch dort an.
Foto: dpaRang 7: Aktien
Trotz der Präferenz der Deutschen zur sicheren Geldanlagen werden Aktien immer beliebter. 20 Prozent der Deutschen finden es attraktiv, einen Teil ihres Vermögens in Aktien zu investieren – immerhin 12 Prozent handeln auch entsprechend.
Foto: dpaRang 8: Investmentfonds
Ebenfalls 20 Prozent sprechen sich für Investmentfonds als attraktive Geldanlage aus. 15 Prozent legen ihr Geld auch de facto entsprechend an.
Foto: gmsRang 9: Tagesgeldkonto
Das Tagesgeldkonto gilt immerhin noch 18 Prozent der Deutschen als attraktive Form der Geldanlage. Der Anteil derer, die ein Tagesgeldkonto führen ist deckungsgleich.
Foto: WirtschaftsWocheRang 10: Zu Hause sparen
Die Großmutter, die ihr gesamtes Ersparnis unter der Matratze aufbewahrt, entspricht nicht nur einem Klischee. 18 Prozent der Deutschen halten es für attraktiv, ihr Geld daheim zu lagern. 23 Prozent verfahren sogar so.
Foto: dpaRang 11: Festgeldkonto
Das Festgeldkonto ist für 17 Prozent der Befragten eine attraktive Geldanlage. 12 Prozent besitzen eines.
Foto: WirtschaftsWocheRang 12: Festverzinsliche Wertpapiere
15 Prozent der Befragten gibt an, festverzinsliche Wertpapiere attraktiv zu finden. Aber nur vier Prozent der Befragten haben tatsächlichen Anleihen und Co. im Depot.
Foto: WirtschaftsWocheRang 13: Sparplan
Den Sparplan halten immerhin noch 14 Prozent für eine attraktive Anlageform. 9 Prozent haben wirklich einen.
Foto: WirtschaftsWocheRang 14: Fondsgebundene Lebensversicherung
13 Prozent der Befragten empfinden fondsgebundene Lebensversicherungen als eine gute Geldanlage. De facto investieren aber nur vier Prozent in eine solche Versicherung.
Foto: dpaRang 15: Sparbuch
In Zeiten des Niedrigzinses hat das Sparbuch stark an Beliebtheit eingebüßt. Nur noch 12 Prozent der Deutschen halten es für attraktiv – trotzdem haben noch 40 Prozent ein entsprechendes Sparbuch. Allerdings nimmt die Nutzung mehr und mehr ab.
Foto: dpaRang 15: Sparbrief
Die unattraktivste Anlageform in Deutschland ist der Sparbrief (10 Prozent). Nur 6 Prozent der Deutschen haben ihr Geld in einem solchen angelegt.
Foto: gms
10. Don’t buy a home if you think you’ll move in the next five years.
Wenn in Immobilien, dann ins Eigenheim investieren.
Richtig, denn Vermieter können zwar viele Kosten auf den Mieter überwälzen aber private Immobilienbesitzer sollten ihre Häuser oder Wohnung am besten selber nutzen. Wer sein gerade erworbenes Heim wegen eines Umzugs bald wieder verkaufen muss, zahlt bei den Kosten für Notar und Steuer drauf.
11. Don’t invest 100% in stocks — or 100% in bonds.
Nicht alles auf eine Karte setzen.
Richtig, es wäre zu riskant nur Aktien zu besitzen oder nur Anleihen. Das Geld lieber auf mehrere Säulen verteilen. Sonst ist schnell mal alles weg.
12. Don’t die without a will.
Mach' dein Testament!
Das spart den Angehörigen gehörig Ärger und rettet das Vermögen vor Erbstreitigkeiten und dem Staat. Ein Testament kann allerdings nur machen, wer fleißig gespart hat.
13. Don’t buy trip-cancellation insurance.
Keine Bagatellversicherungen!
Na ja, klingt cool, trotzdem sollten Sie zumindest beim Thema Reiseversicherung diesem Finanztipp lieber nicht folgen. Ein abgesagter Urlaub kann teuer werden, ganz zu schweigen vom Rücktransport aus dem Fernurlaub bei schwerer Krankheit oder nach Unfällen, was bei guten Reiseversicherungen unbedingt mit abgedeckt sein sollte. Oder Sie verzichten ganz auf den Urlaub. Das ist sowieso erholsamer.
14. Don’t retire with debt.
Nehmen Sie keine Schulden mit in die Rente!
Wenn Sie bei diesem Tipp ein Déja vu haben, dann trifft das zu. Auch dieser Hinweis dürfte für die Betroffenen zu spät kommen. Daher sollten Sie frühzeitig mit der Planung der Altersvorsorge anfangen. Jetzt! Man kann es einfach nicht oft genug sagen.
15. Don’t buy initial public stock offerings.
Keine Börsengänge zeichnen!
Einverstanden. Wer auf Nummer sicher geht, kauft lieber Aktien von Börsendinosauriern, die schon seit Jahrzehnten erfolgreich am Markt sind. Aber bei einem IPO winken manchmal satte Zeichnungsgewinne, da kann man schon mal schwach werden.
16. Don’t throw away the advantages of index funds by actively trading them.
Geduld mit Indexfonds.
Richtig, automatisierte Fonds (ETFs) sind keine Spekulationsobjekte sondern eine langfristige Anlage. Am besten regelmäßig per Sparplan einzahlen.
,Fehler Nr. 1: Nebenkosten unterschätzen
Wer Gold nicht als Fonds oder Zertifikat erwirbt, sondern als Barren oder Münze, muss mit Kosten für die sichere Unterbringung rechnen. Geeignet sind etwa ein (guter) Tresor - oder gleich ein Bankschließfach. Die durch den Safe-Kauf oder die Miete des Schließfachs entstehenden Kosten mindern den Verkaufserlös bzw. die Rendite. Während börsengehandelte Goldfonds meist nur geringe Nebenkosten haben und keine sichere Lagerung erfordern, kommt bei Barren oder Münzen noch das sogenannte Aufgeld hinzu. Die ist quasi die Provision des Händlers und kann auch mal bei kleinen Einheiten - etwa einer Münze mit einer Feinunze Gold - 20 Prozent und mehr der Ausgabe ausmachen.
Quelle: Finum Private Finance, eigene Recherchen
Foto: REUTERSFehler Nr. 2: Gold, Gold, Gold
Gold ist gut, um ein Depot gegen starke Verluste zu schützen. Aber man kann auch zu viel Gold im Depot haben, es also übergewichten. Dann schlägt ein für längere Zeit fallender Goldpreis auf das ganze Depot durch. Angemessen ist eher ein Depotanteil von zehn bis 20 Prozent. Durch die Streuung auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Immobilien oder Anleihen steigt die Chance, dass Verluste bei der einen Anlage mit Gewinnen in der anderen einhergehen und so Verluste ausgleichen. Denn fliehen Anleger etwa mit Verlustängsten von der Börse, suchen sie alternative Anlageformen. Dann ist Gold als sicherer Hafen gefragt.
Foto: REUTERSFehler Nr. 3: Falsche Form
Wer in einen Goldbarren investiert, muss sich ständig überlegen: Halten oder Verkaufen? Denn er hat sein Vermögen nun mal in ein physisches Objekt getätigt, von dem er keine einzelnen Anteile verkaufen kann. Praktischer sind daher Investments in Fonds und Zertifikate, die mit physischem Gold hinterlegt sind. Sie sind leicht und in kleinen Einheiten handelbar. Muss es tatsächlich physisches Gold sein, empfehlen sich Münzen. Die lassen sich auch einzeln verkaufen oder auch im Sparplan erwerben. So können Anleger einen Goldbestand in kleinen Schritten anlegen und müssen nicht so sehr auf den Goldpreis achten, da er sich im Durchschnitt nivelliert. So bleiben Anleger flexibel.
Foto: WirtschaftsWocheFehler Nr. 4: Der Goldpreis-Rally hinterherlaufen
Der Goldpreis steigt, wenn viele Anleger Gold nachfragen. Dann mitzumachen, birgt für Privatanleger Risiken; denn kommt die Nachfrage zum Erliegen, fällt der Preis ebenso schnell oder schneller, als er gestiegen ist. Auch dieses Argument spricht dafür, nicht auf einmal eine Riesenmenge Gold zu kaufen, weil das gerade alle tun. Besser ist der regelmäßige Kauf kleinerer Mengen.
Foto: dpaFehler Nr. 5: Der Werbung erliegen
Auch wenn es verlockend erscheint: Der Goldkauf im Teleshopping oder im Internet ist oft teuer, obwohl er besonders günstig erscheint. Fragen Sie lieber Ihren Bankberater oder erkundigen Sie sich bei einem bekannten, seriösen Händler nach Barren oder Münzen. Schließlich ist der Goldkauf auch Vertrauenssache, da der Laie den Goldgehalt nicht prüfen kann.
Foto: dpaFehler Nr. 6: Rendite erwarten
Gold gilt vor allem als sichere Anlage in Krisenzeiten, zum Beispiel bei Währungs- und Finanzkrisen. Gold ist also eine ultimative Versicherung gegen kompletten Vermögensverlust, denn Gold ist knapp, ewig haltbar und vollständig wiederverwendbar - es kann also nie wertlos werden. Gold bringt aber keine Zinsen oder Dividenden, eine Unze bleibt immer eine Unze. Es ist kein Naturgesetz, dass der Goldpreis langfristig immer weiter steigt. Ohnehin gehört der Goldpreis zu den stark schwankenden Rohstoffpreisen, die vielfältigen Einflüssen unterliegen. Deshalb ist ein gewisser Depotanteil als Versicherung sinnvoll. Wetten auf den Goldpreis sind hingegen riskant.
Foto: REUTERSFehler Nr. 7: Kurzfristige Spekulation mit Gold
Aus den gleichen Gründen sollte Gold auch nicht kurzfrist ge- und verkauft werden. Wer in Gold investiert, sollte dies langfristig tun. Experten halten eine Mindestanlagedauer von fünf bis sieben Jahren für sinnvoll.
Foto: WirtschaftsWocheFehler Nr. 8: Steuerregeln ignorieren
Für Münzen und Barren gilt eine Spekulationsfrist von zwölf Monaten. Wer erst danach verkauft und Kursgewinne erzielt, muss diese nicht versteuern. Anders bei den meisten Goldfonds: Bis auf wenige Ausnahmen werden Verkaufsgewinne mit der 25-prozentigen Abgeltungsteuer belegt. Um beim Verkauf kein böses Erwachen zu erleben, sollten sich Goldkäufer über die steuerliche Behandlung erkundigen.
Foto: dpaFehler Nr. 9: Sammler- statt Anlagemünzen
Grundsätzlich müssen Sammlermünzen von Anlagemünzen unterschieden werden. Bei Sammlermünzen beeinflussen neben dem Goldgehalt auch Motiv, Zustand und Seltenheit eine wesentliche Rolle für den Preis. Auch sind Verkaufserlöse unabhängig von der Haltedauer (keine Spekulationsfrist) zu versteuern. Anlagemünzen sind hingegen Massenware, deren Preis allein vom Goldgehalt bestimmt wird und steuerlich bevorzugt werden. Typische und fast überall erhältliche Anlagemünzen sind etwa Krügerrand, Wiener Philharmoniker oder American Eagle. Im Bild: Die 100 Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf", die auf der Rückseite ein Ahornblatt zeigt.
Foto: dpaFehler Nr. 10: Auf Goldschmuck vertrauen
Goldschmuck ist keine wirklich brauchbare Alternative für Anlagemünzen oder Barren. Der Goldgehalt ist meist vergleichsweise gering, zudem muss man beim Kauf auf für Design und Handwerk bezahlen. Trifft der Schmuck aber nicht den Geschmack der Käufer, gibt es dafür nicht einmal den vollen Materialwert. Schließlich kostet Schmelzen und Gießen auch etwas.
Foto: dpa
17. Don’t claim Social Security at age 62.
Kein Hartz IV im Alter!
Richtig. Aber für Betroffene kommt der Tipp zu spät. Daher unbedingt die eigene Altersvorsorge planen. Jetzt! Ich weiß, hatten wir schon mehrmals.
18. Don’t apply for credit too often.
Vorsicht mit Kreditanfragen.
Wer mehrmals als Schuldner abgelehnt wird, weil seine Bonität zu niedrig ist, sollte es nicht wieder und wieder versuchen. Denn irgendwann ist die Bank vielleicht so genervt, dass sie den Kredit wirklich gibt. Und dann haben Sie den Salat, siehe Finanztipp Nr. 14.
19. Don’t buy any fund with annual expenses above 0.35%.
Auf die Kosten achten!
Leider lassen Privatanleger die Kosten bei der Geldanlage gern aus den Augen. Wissenschaftlich erwiesen. Das ist ein gutes Argument für Indexfonds, denn die kosten manchmal nur Promille des investierten Betrags.
20. Don’t assume you, or anybody else, are smarter than the market.
Halte dich nicht für ein Finanzgenie!
Der Klimawandel begünstigt Regenschirmaktien? Schlau ausgedacht, aber wenn ein gewöhnlicher Marktteilnehmer wie Sie schon darauf kommt, wissen es alle anderen längst. Selbst ein Guru wie Warren Buffett ist nicht schlauer als der Markt. Naja, ok, der vielleicht schon.
21. Don’t get your stock picks from your brother-in-law, your spam folder or the television.
Nicht auf private Aktientipps hören.
Wenn Sie es im Wall Street Journal lesen, wird es schon zu spät sein. Mit diesem Argument lockte der legendäre Wolf der Wall Street arglose Anleger in riskante Miniaktien. Also, lieber nicht auf Aktientipps hören, wenn Sie von Verwandten kommen, aus dem Fernseher oder aus dem Spamordner Ihres E-Mailprogramms. Ein zynischer Millionär, der Name tut nichts zur Sache, hat mal Folgendes gesagt: Wenn ich meine Putzfrau über Aktien reden höre, dann weiß ich, dass es Zeit ist für den Ausstieg. Mag zynisch sein, stimmt aber.
22. Don’t purchase life insurance if you don’t have financial dependents.
Risikolebensversicherungen sollten nur die Ernährer oder Ernährerinnen einer Familie abschließen. Singles brauchen sie nicht. Stimmt, ist aber offensichtlich. Wer kauft schon eine Risikolebensversicherung für sich selbst?
23. Don’t pay a 6% real estate commission.
Vorsicht vor Provisionen beim Immobilienkauf!
Mieter müssen laut Gesetz in Deutschland keine Maklerprovision mehr zahlen, Haus- und Wohnungskäufer aber schon. Wer unbedingt einziehen will, kommt einfach nicht darum herum. Und der Staat langt auch noch mal kräftig zu: Mit rund sechs Prozent Grunderwerbsteuer. Das ist übrigens genau so viel wie die gierigen US-Makler verlangen, vor denen dieser Finanztipp im amerikanischen Original warnt. Zufall?
24. Don’t opt for the extended warranty.
Garantie? Nein, danke!
Hui, dieser lässige US-Finanztipp hat es in sich, besonders für die sicherheitsaffinen deutschen Verbraucher. Beim Kauf des neuen iPhones oder Fernsehers einfach mal die Garantie weglassen? Da kommt man sich so richtig cowboymäßig verwegen vor. Ein Gefühl, das man selten hat beim Sparen.
25. Don’t invest heavily in your employer’s stock.
Nicht zu viele Mitarbeiteraktien kaufen.
Aktien des eigenen Arbeitgebers sind oft die einzigen Aktien, die deutsche Sparer überhaupt haben. Kein gutes Risikomanagement. Denn was passiert, wenn es der Firma schlecht geht? Richtig, nicht nur der Arbeitsplatz wackelt, sondern auch das Depot.
26. Don’t have children if you hope to retire early.
Kinder kosten Geld.
Und keine Kinder kosten kein Geld. Richtig. Ohne sie kann man früher in den Ruhestand gehen. Auch richtig. Aber wofür? Noch so ein ruppiger Ami-Spar-Tipp, den man nicht wörtlich nehmen muss. Und in manchen Ländern gelten Kinder sogar als Altersvorsorge.
27. Don’t read anything into short-term market movements.
Nicht nervös werden!
Auf kurzfristige Marktschwankungen sollte man nicht reagieren. Theoretisch richtig. Aber woher weiß man, ob eine Schwankung kurzfristig ist? Fragen Sie Warren Buffett.
28. Don’t buy investments without first settling on your financial goals.
Finanzielle Ziele setzen.
Wo stehe ich, wo will ich hin? Auch beim Sparen hilft diese Frage enorm weiter. Ein Achtzigjähriger braucht keinen riskanten Fonds mehr, in diesem hohen Alter reicht sogar das Sparbuch. Wer aber mit 25 zu sparen anfängt, muss dagegen mehr Risiko eingehen, um später mal auf ein angemessenes Niveau zu kommen.
29. Don’t use more than 10% of the credit limit on your credit cards.
Konto und Kreditkarte nicht ausreizen.
Zehn Prozent Minus und nicht mehr? Für die schuldenaffinen Amis mag das ein harter Spar-Tipp sein. Für deutsche Sparer dagegen gilt Null Toleranz bei Konto- und Kartenüberziehungen. Ein Blick auf die Effektivverzinsung des Dispo sollte als Begründung reichen. Schauen Sie mal ins Kleingedruckte auf der Preisliste Ihrer Bank, das dürfte abschreckend genug sein.
30. Don’t buy an individual bond without figuring out what markup you’re paying.
Achtung, Ausgabeaufschlag!
Nicht nur bei Anleihen, auch bei allen anderen Finanzprodukten müssen Anleger die Kosten im Auge behalten. Beim Kauf eines Fondsanteils zum Beispiel werden schnell mal fünf Prozent Ausgabeaufschlag fällig. Dieses Geld wird nicht investiert, sondern fließt in die Verwaltung und den Finanzvertrieb. Es ist dann nicht weg, aber es hat dann ein anderer. Gut, dass es oft Rabatte auf die Ausgabeaufschläge gibt.
31. Don’t forget about inflation.
Vorsicht vor der Inflation.
Was soll das bedeuten? Ganz einfach: Es bringt nichts, fürs Alter heute 20.000 Euro auf die Bank zu legen, denn die sind nach zehn Jahren nur noch die Hälfte wert.
32. Don’t buy an investment unless you’d be happy to hold it for 10 years.
Zehn Jahre Haltedauer.
Richtig. Zehn Jahre mindestens. Am besten noch länger. Denn hin und her macht Taschen leer. Diesen wichtigen Investmenthinweis kennen wir schon als Finanztipp Nr. 6. Stimmt aber immer noch.
33. Don’t keep money in the stock market that you’ll need to spend within five years.
Investieren muss man sich leisten können.
Also sollten Sie nur so viel in Aktien stecken, dass Sie nicht zur Depotauflösung gezwungen sind, wenn Ihre Waschmaschine plötzlich kaputt geht. Nur so kann man auch mal Phasen mit niedrigen Kursen aussitzen.
34. Don’t assume a high yield means a high return.
Vorsicht bei zu hoher Rendite!
Geldanlagen mit besonders hohen Zinsen sind besonders riskant. Das ist in Deutschland nicht anders als in den USA. Käufer von Mittelstandsbonds und geschlossenen Schiffsfonds wissen, wovon die Rede ist.
35. Don’t pay bills late, especially loans and credit card payments.
Zahle pünktlich!
Der Tipp ist zwar richtig, kommt aber für viele zu spät. Pünktlich zahlen und teure Strafzinsen vermeiden kann nur, wer seine Finanzen vernünftig geplant hat. Daher lieber auf überteuerte Anschaffungen verzichten.
36. Don’t expect stocks to earn 10% a year, even over the long run.
Von Aktien keine Wunder erwarten.
Aktien können schon mal zehn Prozent Rendite im Jahr bringen oder auch mehr. Aber nicht jedes Jahr.
37. Don’t lend money to family members if you’ll need it back.
Keine familiären Geldgeschäfte.
Verwandten sollte man kein Geld leihen. Denn was kann man machen, wenn die nicht zurückzahlen wollen? Richtig, nichts.