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Wall Street Wall Street startet schwach – Erneut fliegen Technologiewerte aus den Depots

Mit dem Anstieg der Renditen werden Anleihen offenbar eine ernstzunehmende Konkurrenz für Aktien. Vor allem wachstumsstarke Titel werden verkauft.

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Zum Börsenschluss in den USA legt Netflix seine Quartalszahlen vor. Quelle: dpa

Aus Furcht vor einer versiegenden Geldflut der Notenbank Fed und steigenden Zinsen verkaufen Investoren US-Aktien. Aus den Depots flogen am Dienstag vor allem Technologiewerte. Eine steigende Inflation und höhere Zinsen entwerten Experten zufolge zukünftige Gewinne dieser wachstumsstarken Firmen.

Der Nasdaq-Index fiel daher zur Eröffnung um 1,5 Prozent auf 14.741 Punkte. Der Standardwerteindex Dow Jones und der breit gefasste S&P 500 büßten jeweils rund ein halbes Prozent ein. Von US-Staatsanleihen trennten sich Investoren ebenfalls, wodurch die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen US-Bonds auf ein Dreieinhalb-Monats-Hoch von plus 1,558 Prozent stieg. Die Zinsen fünfjähriger US-Staatsanleihen standen am heutigen Dienstag mit 1,0422 Prozent so hoch wie zuletzt im Februar 2020 und damit auf einem neuen Nach-Pandemie-Hoch.

Ein Tapering, ein Zurückfahren der monatlichen Anleihekäufe, das US-Notenbankchef Jerome Powell am vergangenen Mittwoch angekündigt hatte, war am Markt offensichtlich nicht richtig eingepreist.

Damit würden Anleihen wieder zu einer Konkurrenz für Aktien, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Gleichzeitig erhöhten steigende Renditen die Finanzierungskosten der Unternehmen und drückten die Gewinne.

Gegen den Trend stiegen die Aktien von Ford um vier Prozent. Der Autobauer investiert mit seinem südkoreanischen Partner SK Innovation rund 11,4 Milliarden Dollar in den Bau einer Elektro-Version seines Verkaufsschlagers, des Pickups F-150, sowie in Batteriefertigungsanlagen.

Eine milliardenschwere Energiespeicher-Beteiligung von Siemens in den USA bereitet ihren Börsengang an der Technologiebörse Nasdaq vor. Fluence Energy, ein vor gut drei Jahren gegründetes Gemeinschaftsunternehmen des Münchner Technologiekonzerns mit dem US-Versorger AES , reichte am Dienstag offiziell den Entwurf des Börsenprospekts bei der US-Börsenaufsicht SEC ein.

Wie viele Aktien Fluence verkaufen will und welchen Erlös der Börsengang bringen soll, ist noch offen. Beim Einstieg des Staatsfonds von Katar (QIA) zum Jahreswechsel war Fluence schon mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet worden. Siemens hält wie AES bisher 43 Prozent der Anteile.

Blick auf Einzelwerte

Thor Industries: Der Hersteller von Freizeitfahrzeugen, zudem auch die deutsche Hymer-Gruppe gehört, meldete einen Quartalsgewinn von 4,12 Dollar pro Aktie und übertraf damit die Konsensschätzung von 2,92 Dollar. Nach Unternehmensangaben bleibt die Nachfrage nach Wohnmobilen hoch, die Auftragsbestände haben ein Rekordhoch erreicht. Die Aktien stiegen um 8,9 Prozent.

Applied Materials: Die Aktien rutschten um 4,7 Prozent ab, weil das Analysehaus New Street die Titel „kaufen“ auf „neutral“ herabgestuft hatte und dabei auf die Rekordbewertung und das begrenzte Kurspotenzial des Herstellers von Halbleiterfertigungsanlagen hinwies.

Aurora Cannabis: Der in Kanada ansässige Cannabisproduzent meldete einen unter den Erwartungen liegenden Quartalsumsatz, da die Cannabisverkäufe an Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent zurückgingen. Das Unternehmen nannte die Covid-19-Beschränkungen als einen Hauptgrund für den Rückgang. Die Titel von Aurora Cannabis fielen um 3,3 Prozent.

Endeavor Group: Das Unternehmen kauft den Sportwettenanbieter Openbet von Scientific Games für 1,2 Milliarden Dollar in bar und in Aktien. Der Eigentümer der Ultimate Fighting Championship plant, Openbet mit seinem bestehenden Sportwettengeschäft zu kombinieren. Endeavor-Aktien stiegen um 1,2 Prozent.

Merck: Das Unternehmen steht nach einem Bericht des Wall Street Journals kurz vor einer Übernahme des Arzneimittelherstellers Acceleron Pharma. Acceleron-Papiere stiegen um 2,3 Prozent, Merck-Papiere gaben 0,8 Prozent nach.

Spotify: Das Unternehmen startete eine weltweite Kampagne, um seine Werbeumsätze zu steigern. Die neue Kampagne des Musik-Streaming-Dienstes zielt auf kleine und mittelständische Unternehmen ab, die bisher nicht im Fokus des Unternehmens standen. Die Aktie gab in einem schwachen Marktumfeld für Technologiewerte 1,3 Prozent ab.

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