Brasilien: "Brasiliens Wirtschaft ist kaum auf Kredit gebaut"

Brasilien: "Brasiliens Wirtschaft ist kaum auf Kredit gebaut"

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Rohstoff-Milliardär Eike Batista

Brasilien ist nach Einschätzung des Rohstoff-Milliardärs Eike Batista deutlich besser gegen die aktuelle Finanzkrise gerüstet als die USA und Europa. „Unsere Wirtschaft ist kaum auf Kredit gebaut. Vor vier Jahren existierten kaum Immobilienkredite. Hier gibt es keine Lehman Brothers“, betont Batista, der über seine Holding EBX Gesellschaften im Bergbau-, Energie- und Logistikbereich hält, in der WirtschaftsWoche.

„Wir haben viele der Krisen schon hinter uns: Hyperinflation, Währungs-Crashs, Stop-and-go-Konjunktur. Wir hatten unsere Bankenkrise schon 1995. Heute sind unsere Banken stabil und werden stark kontrolliert. Wir haben schon zehn Jahre das hybride Bankensystem aus starken staatlichen und privaten Banken, jenen Mix, der sich jetzt im Bankensystem der USA durchsetzen wird.“ Brasilien biete gute Einstiegsmöglichkeiten für Investoren in den Branchen „aus der realen Welt“, so Batista, „also Konzerne aus Branchen, die Güter produzieren, bei denen Brasilien nicht zu schlagen ist: Rohstoffe und weiterverarbeitete Erzeugnisse. Beispiele wären Petrobras, Vale und die Stahlkonzerne. Schon um den eigenen Bedarf zu decken, wird Brasilien seine Stahlproduktion in den nächsten zehn Jahren verdoppeln müssen. Außerdem besitzen wir bei Rohstoffen einen Riesenvorteil: Wir können sie selber finden, abbauen und verarbeiten.“ Auch die brasilianische Währung biete angesichts der Stärke der Wirtschaft Schutz und gute Gewinnmöglichkeiten in der Finanzkrise. So rechnet Batista damit, dass der Real „wegen des schwachen Wachstums in Europa und den USA zulegen sollte. Da sind gewaltige Gewinne möglich. Wir haben eine Inflation von fünf Prozent und die Bank zahlt ihnen 14 Prozent Zinsen. Das allein bringt also eine reale Verzinsung von neun Prozent.“

Batista, zu dessen Holding auch der brasilianische Ölkonzern OGX zählt, rechnet mittelfristig mit sinkenden Ölpreisen. „Dass ein Barrel immer noch rund 80 Dollar kostet, ist für mich völlig überraschend mit Blick auf eine drohende Weltrezession.“

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