Die Chef-Beraterin: Warum es die Bundeskanzlerin drauf hat

Die Chef-Beraterin: Warum es die Bundeskanzlerin drauf hat

, aktualisiert 19. April 2017, 16:16 Uhr
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Sabina Wachtel schreibt jeden Mittwoch ihre Berater-Kolumne auf Handelsblatt Online. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive.

Quelle:Handelsblatt Online

Unsere Kolumnistin gibt Einblick in eine professionelle Dresscode-Beratung. Der Stil soll dabei persönlich und unangetastet bleiben, soweit er nicht die Rolle stört. Wie sich Kanzlerin Angela Merkel modisch schlägt.

Geburtstag, Vernissage, Jubiläum oder einfach nur ein Essen in lockerer Runde. Man übt sich in entspannter Konversation. „Ach, Sie interessieren sich für dies oder das… Was machen Sie denn beruflich?“ Je nachdem, welchen Beruf Sie ausüben, sagen Sie allerdings am besten nicht, was Sie machen: Polizisten („…oh interessant, ich habe ja letztens nur fünf Minuten falsch geparkt und bla bla…“, Stewardessen („…wie ist das eigentlich, wenn bla bla…), Psychologen („…oh, da sage ich jetzt besser mal nichts, wer weiß, wie es gedeutet wird und bla bla…)

Auch ich bin davon nicht verschont. „Ach, Dresscodeberater. So etwas mit Farben, oder? Interessant. Ja, ja, es gibt schon schlimme Fälle. Sie sollten wirklich mal Frau Merkel… oder den… beraten (an dieser Stelle wird eine ganze Reihe an Menschen aufgelistet, die ich meistens nicht einmal kenne, geschweige denn, dass ich mich für ihren Kleidungsstil verantwortlich fühlen würde).“

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Immer Frau Dr. Merkel. Ja, Frau Dr. Merkel wird immer genannt. Und ich sage Ihnen: Sie hat es drauf! Und sie ist genau richtig gekleidet. Denn um einem Vorurteil vorzubeugen: Eine professionelle Dresscode-Beratung, egal ob für (Spitzen-)Politiker oder für Top-Manager, ist nicht das Ausstatten einzelner Personen nach „deren Gusto“. Es geht dabei ausdrücklich nicht um Persönliches. Das geht nämlich gar nicht!

Auch die Einteilung nach Farbtypen spielt im „Big Business“ leider keine Rolle. Es gilt stattdessen, eine Verbindung zu schaffen aus Dresscode (Zielgruppen ansprechen, nicht brüskieren) und Style (die Persönlichkeit professionell betonen). Die Kunst dabei ist folgende: Der Stil soll persönlich und unangetastet bleiben, soweit er nicht die Rolle stört.

Nur wenn die Mitarbeiter – egal ob Neueinsteiger oder Spitzenmanager – sich beim Auftritt im Sinne der Unternehmensmarke präsentieren, ist dies auch von Gewinn für das Unternehmen. Das wissen moderne Unternehmen und sind daran interessiert ihre Mitarbeiter darin zu unterstützen, ihre Erscheinung an den Zielen und den Werten des Hauses zu orientieren.

Diese Unternehmen wissen, dass die (Außen-)Darstellung ihrer Mitarbeiter, und da meine ich alle (nicht nur den Top-Manager), über das Image und den Börsenkurs mit entscheidet. Gerade die neuen CEOs haben zunehmend weniger Widerstände, ihre Erscheinung in die Unternehmensstrategie einzubinden.


Erstligisten, Ignoranten und Überambitionierte in Sachen Mode

Somit sollte die Erscheinung immer vor dem Hintergrund von Marke und Rolle geplant werden. Dresscode und Style müssen sich an den Markenattributen orientieren und zugleich dem Standard der Rolle entsprechen. Natürlich bekommt nicht gleich jeder Mitarbeiter eine Dresscode-Beratung: Deshalb empfehlen wir unseren Klienten Richtlinien für Dresscode & Style nicht nur den exponierten Personen (Kernzielgruppe: Vorstand und erste Führungsebene/High Potentials) zugänglich zu machen, sondern allen! Das beginnt bei Neueinsteigern und endet im Controlling.

Letztlich ist es wie immer: Es gibt solche und solche. Es gibt die, die wissen, dass ihre Kleidung zeigt, in welcher Liga sie spielen, und es gibt die Ignoranten - und die Überambitionierten. Die aus der ersten Gruppe gehen nach oben. Ist so.

Schöne Woche wünsche ich Ihnen!

Sabina Wachtel berät Manager. Sie ist Inhaberin von ExpertExecutive mit den Labels ManagerOutfit.de und MEMBER OF THE 55. Außerdem ist sie Autorin.

Quelle:  Handelsblatt Online
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