Erkältung & Co.: Mediziner gehen besonders oft krank zur Arbeit

Erkältung & Co.: Mediziner gehen besonders oft krank zur Arbeit

Mit ein bisschen Husten und Schnupfen kann man ruhig zur Arbeit gehen, die Kollegen werden sich schon nicht anstecken. Fast 70 Prozent denken so. Besonders oft teilen Mediziner ihre Viren und Bazillen mit anderen.

Im Frühling holt man sich ja gerne mal eine Erkältung. Ihr Arzt übrigens auch. Krank zur Arbeit gehen Sie beide, wie eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter 4600 Arbeitnehmern zeigt. Demnach sind 68 Prozent der Befragten schon einmal krank zur Arbeit gegangen. Nun könnte man sagen: Wer bleibt schon beim ersten Kratzen im Hals gleich zuhause? Das ist natürlich richtig. Auch aus ärztlicher Sicht spricht nichts dagegen, mit einer kleinen Erkältung zur Arbeit zu gehen. Betroffene sollten in jedem Fall in sich hinein horchen und sich fragen, ob sie sich fit genug fühlen.

Grundsätzlich gilt: Wer Fieber hat, sollte zum Arzt und nicht zur Arbeit. Denn Fieber ist ein deutliches Warnzeichen des Körpers, das etwas im Argen liegt. Auch Husten mit Auswurf ist ein deutliches Zeichen, dass ein Arztbesuch mit anschließender Bett- oder zumindest Sofaruhe angezeigt ist.

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Diese Berufsgruppen gehen krank zur Arbeit

  • Mediziner und Pfeger

    Eine Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbundes unter 4600 Arbeitnehmern zeigt: 60 Prozent der Angestellten aus dem Sektor „Medizinische Gesundheitsberufe“ – also Ärzte, Pfleger, Arzthelfer, Physiotherapeuten & Co. – gehen krank zur Arbeit. Mindestens eine Woche lang verteilen sie ihre Viren und Bazillen an ihre Patienten, bevor sie zuhause bleiben.

  • Gebäudetechniker und Co.

    55 Prozent der Gebäudetechniker waren mindestens eine Woche krank arbeiten.

  • Lageristen und Logistiker

    In dieser Berufsgruppe waren 54 Prozent der Befragten mindestens eine Woche trotz Krankheit am Arbeitsplatz.

  • Lehrer und Ausbilder

    Im Bereich der lehrenden Berufe erschienen immerhin 53 Prozent auch krank mindestens eine Woche am Arbeitsplatz.

  • Medizintechniker und Nagelpfleger

    53 Prozent der Vertreter der nichtmedizinischen Gesundheitsberufe waren mindestens eine Woche lang krank arbeiten.

  • Anwälte und Verwaltungsangestellte

    Trotz Krankheit arbeiteten 52 Prozent der Befragten dieser Berufsgruppe trotz Krankheit.

  • Security und Soldaten

    51 Prozent der Angestellten aus Militär und Überwachung waren mindestens eine Woche krank im Büro.

  • Förster und Gärtner

    Aus dieser Berufsgruppe gaben 51 Prozent an trotz Krankheit auf der Arbeit gewesen zu sein.

  • Anlagenmechaniker und Co.

    51 Prozent der Befragten aus den Metallberufen gaben an krank arbeiten gewesen zu sein.

  • Erzieher und Hauswirte

    Exakt die Hälft der Befragten gaben an, mindestens eine Woche krank zur Arbeit gegangen zu sein.

  • Verkäufer

    49 Prozent der Verkäufer erschienen krank zur Arbeit - und gefährdeten damit auch die Gesundheit ihrer Kunden.

  • Finanzdienstleister und Steuerberater

    49 Prozent der Befragten erschienen im vergangenen Jahr krank im Büro.

  • Reinigungskräfte

    48 Prozent der befragten Reinigungskräfte gaben an, mindestens eine Woche krank gearbeitet zu haben.

  • Biologen, Mathematiker und Physiker

    47 Prozent der Befragten aus dieser Berufsgruppe gaben an, krank zur Arbeit erschienen zu sein.

  • Durchschnitt

    Durchschnittlich 47 Prozent aller Befragten waren mindestens eine Woche krank arbeiten.

  • Bäcker, Metzger und Co.

    46 Prozent der Befragten aus der Lebensmittelbranche waren im vergangenen Jahr mindestens eine Woche lang krank arbeiten.

  • Architekten und Bauarbeiter

    44 Prozent der befragten aus dieser Berufsgruppe gaben an, mehr als eine Woche krank arbeiten gewesen zu sein.

  • Vertriebler und Händler

    47 Prozent der Befragten waren im vergangenen Jahr mindestens eine Woche lang krank auf der Arbeit.

  • Andere Dienstleistungsberufe

    44 Prozent der Angestellten anderer Dienstleistungsberufe erschienen krank auf der Arbeit.

  • Konstrukteure und Co.

    43 Prozent der Befragten dieser Berufsgruppe waren in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine Woche trotz Krankheit arbeiten.

  • Unternehmensleitung

    43 Prozent der Leiter von Unternehmen waren krank arbeiten.

  • Elektroniker und Mechaniker

    42 Prozent der Befragten dieser Berufsgruppe erschienen krank auf der Arbeit.

  • Maschinenbauer

    von den Befragten gaben 41 Prozent an, mindestens eine Woche krank arbeiten gewesen zu sein.

  • Berufe in der Rohstoffgewinnung und -verarbeitung

    Aus dieser Berufsgruppe gaben 41 Prozent an, in den vergangenen 12 Monaten mindestens eine Woche krank auf der Arbeit gewesen zu sein.

  • Hotelfachleute und Gastronomen

    39 Prozent der Befragten gaben an mindestens eine Woche lang krank gearbeitet zu haben.

  • LKW-Fahrer und Co.

    39 Prozent der Führer von Fahrzeug- und Transportgeräten gaben an in den vergangenen 12 Monaten krank gearbeitet zu haben.

  • Informatiker und Programmierer

    Nur 24 Prozent der Befragten gaben an im vergangenen Jahr mindestens eine Woche lang trotz Krankheit gearbeitet zu haben.

  • Die Studie

    Der Deutsche Gewerkschaftsbunde hat 4600 Arbeitnehmern befragt. Erhoben wurde, wie groß der Anteil der Beschäftigten einer Berufsgruppe ist, die innerhalb des vergangenen Jahres trotz Krankheit eine oder mehr Wochen auf der Arbeit waren.

    Quelle: DGB, 2015

Wer zum Arzt geht, statt sich aus Pflichtgefühl zur Arbeit zu schleppen, sollte allerdings aufpassen, sich beim Arzt nicht anzustecken. Denn besonders häufig sind es laut der Umfrage Beschäftigte aus dem medizinischen Bereich, die mindestens eine Woche lang ihre Keime mit in die Praxis oder ins Krankenhaus bringen.

Im Schnitt schleppen sich 21 Prozent der Deutschen auch mal eine ganze Woche lang krank ins Büro und stecken dort die Kollegen an. 14 Prozent sagen sogar, dass sie ihre Viren und Bakterien auch schon mal bis zu drei Wochen lang im Büro verteilt haben. Bei Führungskräften ist es noch ein bisschen ärger: Hier geht mehr als die Hälfte auch mit einer schweren Erkältung arbeiten, wie TNS Emnid im Auftrag eines Hamburger Diagnostik-Zentrums herausgefunden hat. Ein Drittel arbeitet in einem solchen Fall von zuhause aus. Und viele erwarten auch von ihren Mitarbeitern, sich nicht so anstellen.

Arbeitgeber kann für kranke Mitarbeiter haftbar gemacht werden

Das Arbeitsrecht ist in einem solchen Fall jedoch eindeutig auf der Seite der Bazillenschleuder: Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht für seine Mitarbeiter. Wenn die Gefahr besteht, dass der Angestellte seine Krankheit verschleppt und noch darüber hinaus die Kollegen ansteckt, muss der Chef ihm das Arbeiten verbieten. Auf die kranken Mediziner angewendet heißt das: Der Stationsarzt muss den Krankenpfleger heimschicken, bevor der alle Patienten ansteckt. Und zwar nicht nur aus Nächstenliebe und Fürsorge, sondern auch aus ökonomischen Gründen: Der Arbeitgeber kann im Einzelfall nämlich haftbar gemacht werden, wenn ein kranker Mitarbeiter einen Schaden verursacht und der Vorgesetzte von dessen Erkrankung wusste.

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