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Fraunhofer-Studie: Frauenkarrieren scheitern an Unternehmenskultur

von kkö

Der Grund, warum Frauen meist weniger Karriere machen, liegt in der Kultur der Unternehmen, so eine aktuelle Studie. Maßnahmen reichen also nicht um das zu ändern – es muss ein Wandel her.

Platz 28: Deutschland

Mit gerade einmal 20 Prozent Frauenanteil in Führungspositionen bildet Deutschland fast das Schlusslicht.

Einen geringeren Frauenanteil haben mit 19 Prozent nur die Niederlande.

Bild: dpa

Konformismus, Traditionalismus und Hierarchien prägen einen Großteil der Unternehmen in Deutschland. Für die Initiatoren der Studie „Unternehmenskulturen verändern – Karrierebrüche vermeiden“ ein Grund dafür, warum es weniger Frauen in Führungspositionen gibt. Reine Maßnahmen können einen richtigen Wandel demnach nicht herbeiführen.

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Das Fraunhofer-Institut hat 220 männliche und weibliche Führungskräfte zum Thema befragt. Allianz Deutschland AG, BASF SE, Bayer AG, Robert Bosch GmbH, Daimler AG, Deutsche Bahn AG, EADS, Infineon Technologies AG und Microsoft beteiligten sich mit dem Ziel, den Anteil von Frauen in Führungspositionen im eigenen Unternehmen zu erhöhen.

1. Lieber Spaß als Macht

Fragt man eine Frau: Was ist Ihnen an ihrem Job wichtig? Lautet die Antwort nicht, mein Firmenwagen, das üppige Gehalt oder der leistungsabhängige Bonus. Nein! Frauen wollen hauptsächlich Spaß an der Arbeit. Eine Umfrage des Beratungsunternehmens Universum Communications unter angehenden Wirtschaftswissenschaftlern belegt dies. Während 60 Prozent der Frauen sich ein freundliches Arbeitsumfeld wünschen und über 50 Prozent Wert auf vielfältige Arbeitsaufgaben legen, sind nur 14 Prozent auf Prestige und eine rasche Beförderung aus.

Bild: gms

Das Fazit der Studie: Die bisherigen Maßnahmen, um Karrierebrüche von Frauen zu vermeiden reichen einfach nicht aus. Um den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen, ist ein umfassender Kulturwandel in den Unternehmen notwendig.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass jedes Unternehmen, Maßnahmen einführen und umsetzen sollte, die zur jeweils eigenen Kultur passen. Nicht alle Lösungen funktionieren bei allen gleich gut“, sagt Martina Schraudner, wissenschaftliche Leiterin des Projekts bei Fraunhofer.

Die wichtigsten Business-Frauen 2012

Rang 10: Simone Bagel-Trah

Mit 40 Prozent Zuspruch der Juroren landet die Ur-Urenkelin des Markenpioniers Fritz Henkel unter den Top Ten. Simone Bagel-Trah ist Aufsichtsratsvorsitzende des Düsseldorfer Henkel-Konzerns. Damit steht die promovierte Mikrobiologin an der Spitze eines der 500 umsatzstärksten Konzerne der Welt und gehört in Deutschland zu den wirtschaftlich wichtigsten Frauen für 2012.

Bild: dpa

Die Gründe, woran Frauen auf dem Weg zur großen Karriere scheitern, sind nicht neu, werden aber von einem etwas anderen Blickwinkel beleuchtet. Natürlich tauchen auch die gängigen und bekannten Probleme auch in den Befragungen wieder auf: Frauen benötigen eine bessere Vereinbarkeit von Karriere und Familie und Vorgesetzte trauen ihnen häufig weniger Kompetenz zu als den männlichen Kollegen. Des Weiteren wird auch deutlich, dass die manchmal als Allheilmittel bezeichneten Maßnahmen wie Kompetenzerweiterungen, Mentoring- oder Seminarangebote nicht ausreichen, um die Probleme zu beseitigen.

Das klare Statement der Studie: „Ein erfolgreiches Engagement für mehr Frauen in Führungspositionen setzt eine detaillierte Analyse der unternehmenskulturellen Rahmenbedingungen voraus.“

Deshalb zeigt die Untersuchung vier Typen von Unternehmenskulturen, unter denen sich jedes Unternehmen (idealtypisch gesehen) einordnen kann: die Hochleistungskultur, die Formalkultur, die Ausschlusskultur und die Bewahrungskultur.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.11.2012, 09:24 Uhrjohnnydoe

    Aaaah, ein Mann aus der Praxis. Ich dachte schon, es gibt nur noch Schwätzer.

  • 02.11.2012, 08:19 UhrAtlasQ23

    als einzige der zehn top Frauen hat Frau Schäferkordt Ihre Karriere nicht als Frau Tochter o.ä. begonnen. damit will ich keineswegs den verdienst der anderen schmälern aber die Ausgangssituationen sind doch wohl sehr, sehr unterschiedlich.

    gilt auch für die Männer in Toppostitionen

  • 01.11.2012, 20:37 UhrMV_

    Warum sind es "Fehler", wenn Frauen andere Präferenzen haben, als die linksgrünen Volkserzieher es gerne hätten? Ob etwas ein "Fehler" ist oder nicht, hängt davon ab, ob es mich daran hindert, MEINE Ziele zu erreichen - nicht die der Feminazis! Wenn eine Frau lieber Freude an ihrer Arbeit hat und die Familie ihr wichtiger ist, dann sind das IHRE Präferenzen als freier Mensch, abgesehen davon dass eine Gesellschaft, welche nicht dem Tode geweiht ist, auf solche Frauen bitter angewiesen ist.

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