Karriereleiter : Networking - das perfekte Karriere-Tool?

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kolumneKarriereleiter : Networking - das perfekte Karriere-Tool?

Kolumne von Simone Janson

Früher als Vitamin B oder Vetternwirtschaft bezeichnet, gilt heute Networking als Karrieretool Nummer Eins. Seit es Facebook, Xing, Twitter & Co. gibt, hat Netzwerken einen Aufschwung erlebt. Zu Recht?

In der Theorie geht das so: Man lernt jemanden kennen, idealerweise in einer möglichst unverfänglichen Situation, zum Beispiel auf einer Party beim Small Talk zwischen Häppchen und Champagner. Man ist sich sympathisch, bleibt in Kontakt - und bei passender Gelegenheit schustert man sich gegenseitig Jobs oder Aufträge zu. Natürlich wird das so gemacht, in der Politik ebenso wie in der Wirtschaft. Und die richtigen Leute zu kennen, kann hilfreich sein.

Wie Sie erfolgreich netzwerken

  • Recherche betreiben

    Wenn Sie absehen können, dass Sie eine bestimmte Person auf einer Veranstaltung treffen, recherchieren Sie im Vorfeld einige Fakten. So ist es einfacher, einen kreativen Aufhänger für den Gesprächsstart zu finden.

  • Kooperation frühzeitig starten

    Es ist ein Fehler, erst ein Netzwerk aufzubauen, wenn Sie ein Problem haben. Denn dann ist es häufig zu spät. Ein strategisches Netzwerk zu schaffen ist zeitaufwendig.

  • Kontakt halten

    Natürlich können Sie nicht ständig in regem Austausch mit all Ihren Kontakten stehen, aber versuchen Sie dennoch, die Verbindung zu halten. Eine Weihnachtskarte oder ein Gruß zum Geburtstag reichen manchmal schon.

  • Geberqualitäten zeigen

    Bieten Sie Ihrem Gegenüber Ihre Hilfe an. Wenn Sie zuerst Informationen oder Kontakte preisgeben, erhalten Sie einen Vertrauensvorschuss.

  • Synergien beachten

    Eine Beziehung, von der nur einer der beiden Partner profitiert, ist meist nicht von langer Dauer. Schaffen Sie eine gesunde Balance aus Geben und Nehmen.

  • Kontakte begrenzen

    Ein Mensch kann laut wissenschaftlichen Untersuchungen maximal den Umgang mit 150 Personen intensiv pflegen - und genau darauf kommt es an.

Selbst das Recruiting läuft in einigen Unternehmen bereits über sogenannten Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme. Das funktioniert so: Wenn ein Mitarbeiter für die freie Stelle einen passenden Kollegen kennt, dieser eingestellt wird und sich bewährt, erhält der empfehlende Kollege einen Bonus. Die Methode hat allerdings so ihre Tücken, wie die Management-Beraterin Anne Schüller erklärt: "Das wahre Erfolgsgeheimnis des Empfehlens basiert auf Freiwilligkeit. Erfährt der Empfehlungsempfänger, dass Geld geflossen ist, können darunter Glaubwürdigkeit und Vertrauen leiden. Man entwickelt Vorbehalte und folgt dem nicht ganz uneigennützigen Rat am Ende dann doch lieber nicht." Strategisch planen oder mit Goodies ankurbeln lassen sich Networking-Erfolge nämlich nicht. Es ist quasi unvorhersehbar, in der richtigen Situation die passenden Kontakte aus dem Hut zaubern zu können oder von seinem Kollegen in spe gecastet zu werden. Dennoch sind Medien und Ratgeberliteratur voll mit Tipps für die richtige Networking-Taktik.

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Nach Gemeinsamkeiten suchen

Etwa zu der Frage, wie man zu Ansprechpartnern am besten in Kontakt kommt, ein Thema bei dem sich viele Menschen schwer tun. Also sollte man, so empfiehlt etwa der Verkaufstrainer Oliver Schumacher, seine Hemmungen ablegen. Er rät, bei Gesprächspartnern nach Gemeinsamkeiten zu suchen und lieber zuzuhören als selbst zu reden. Beispielsweise mit der Frage: „Wie fanden sie den letzten Vortrag?“ oder „Konnten Sie schon etwas von der Veranstaltung mitnehmen?“. Zu plump darf es aber auch nicht sein, denn laut Schumacher kommt es vor allem auf Sympathie an: "Menschen kaufen nun einmal vor allem von anderen Menschen", sagt er. Daher sollte man nicht mit der Einstellung "mal sehen, wem ich heute etwas verkaufen kann" starten, sondern eher denken "Mal sehen, welche interessanten Menschen ich heute kennen lernen werde.“

So netzwerken Sie online erfolgreich

  • Persönliche Nachricht schreiben

    Natürlich können Sie in den sozialen Netzwerken Menschen Kontaktanfragen senden, die Sie noch nie zuvor getroffen haben. Dann sollten Sie jedoch eine persönliche Nachricht anfügen und darin klar machen, warum Sie gerne Kontakt aufnehmen möchten.

  • Vermitteln Sie

    Sie kennen jemanden, der einem anderen Ansprechpartner aus Ihrer Kontaktliste nützlich sein könnte? Schlagen Sie die beiden einander als Kontakt vor. Wenn Sie als Vermittler auftreten, ist es wahrscheinlich, dass auch Sie einmal nützliche Vorschläge erhalten.

  • Stöbern Sie

    Die Suchfunktionen in den sozialen Netzwerken helfen Ihnen interessante Personen für nächste Projekte oder das berufliche Fortkommen zu finden. Schauen Sie sich in Ruhe um, auch in den Kontaktlisten Ihrer Freunde. Aber Vorsicht: Verschicken Sie Kontaktanfragen nicht inflationär.

  • Langfristig denken

    Es ist immer besser Kontakte aufzubauen und über einen längeren Zeitraum zu pflegen, als Personen erst in dem Moment anzuschreiben, in dem sie Ihnen nützlich erscheinen. Kaum jemand tut einem Fremden einen Gefallen.

  • Profil optimieren

    Ihr Netzwerk vergrößert sich nicht nur auf Ihre eigene Initiative hin, sondern es hilft auch, möglichst gut gefunden zu werden. Also überlegen Sie genau, unter welchen Schlagworten andere wohl nach jemandem wie Ihnen suchen.

Doch was machen eigentlich Leute, die sich von Haus aus ein wenig schwer tun mit dem Ansprechen wildfremder Leute - beispielsweise weil sie eher schüchtern sind oder einen introvertierten Charakter haben? "Analytisch vorgehen", rät die Introversions-Expertin Sylvia Löhken. Man sollte sich klar machen, welche Ziele man verfolgt und welche Netzwerkpartner man zu welcher Gelegenheit treffen will. Darauf folgt die Überlegung, wie man mit diesen in Kontakt kommen kann - zum Beispiel eher beiläufig an einem Messestand oder gezielt mit einem Termin. "Gerade für introvertierte Menschen ist eine zielorientierten Planung nützlich. Dabei kommen Ihnen Ihre analytischen Fähigkeiten zugute," sagt Löhken.

Für die Diplom-Psychologin Chris Wolf, Autorin von "Überzeugend Leise", ist erfolgreicher Small-Talk auch eine Frage der Gelassenheit. "Früher hätte ich engagiert versucht, mitreißenden Smalltalk zu führen, wozu ich mich in etwa so eigne, wie ein Igel als Toilettenpapier. Heute warte ich einfach ein Weilchen ab, lasse mir Zeit, fühle mich ein und beobachte ein Momentchen. Dann ergibt sich irgendwann von selbst ein ganz angenehmer Smalltalk", berichtet sie.

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