Karriereleiter: Schneller zum passenden Angebot

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Karriereleiter: Wie Sie die richtige Weiterbildung finden

Schneller zum passenden Angebot

Um die beste Weiterbildung zu finden, muss man sich also auch vergegenwärtigen, wie Menschen lernen: Nämlich idealerweise dann, wenn Sie den Lernstoff aufgrund ihrer bisherigen beruflichen Erfahrungen selbst bestimmen können - je nachdem welche Anwendung sie häufiger brauchen und welche nicht. Denn dann würden sie selbst entscheiden, welche neuen Erfahrungen sie interessieren und könnten die auf diese Weise gemachten Erfahrungen besonders gut an das bereits vorhandene Wissen anknüpfen und so ihre Verhaltensmuster optimal erweitern.

Eigenverantwortliches Lernen, das möglichst auf unseren bisherigen beruflichen Erfahrungen aufbaut, ist also die beste Form der Weiterbildung.

Der Grund dafür: Der Arbeitsplatz ist eine gewohnte Umgebung für die meisten Menschen und mit dem was er bisher getan hat, kennt er sich in der Regel am besten aus. Das spielt für den Lernerfolg eine entscheidenden Rolle: Jede Erfahrung, jede Sinneswahrnehmung erzeugt im Gehirn ein Aktivierungsmuster, ein Wahrnehmungsbild. Das Gehirn versucht nun, ein bereits vorhandenes Nervenzellen-Verschaltungsmuster zu aktivieren, eine Art Erinnerungsbild, das irgendwie zu dem neuen Aktivierungsmuster passt.

Stimmen beide Bilder überein, wird die neue Wahrnehmung als bekannt abgetan. Kann überhaupt keine Übereinstimmung zwischen dem neuen und bereits abgespeicherten Eindrücken hergestellt werden, passiert gar nichts. Die Information wird unverzüglich wieder vergessen.

Nur wenn das neue Aktivierungsmuster zu bereits bekannten Erinnerungen passt, lernen wir. Dann wird das alte Muster so lange geöffnet, erweitert und umgestaltet, bis das neue Aktivierungsmuster in das nun modifizierte Erinnerungsbild integriert werden kann. Das bedeutet, dass Menschen gar nicht alles wahrnehmen und schon gar nicht abspeichern können, sondern das, was irgendwie zu ihren bisherigen Vorstellungen und Erfahrungen passt. Und das bedeutet genau genommen eigentlich auch, das Wissen gar nicht weiter gegeben werden kann, sondern in jedem Gehirn neu entsteht.

Warum Menschen eine Weiterbildung machen

  • Zur Umfrage

    Die Industrie- und Handelskammern haben 2014 mehr als 10.000 Teilnehmer der Prüfungsjahrgänge 2008 nach ihren Motiven und Zielen für die Weiterbildung sowie den anschließenden Karriereweg gefragt.
    Quelle: IHK: Aufstieg mit Weiterbildung. Umfrage-Ergebnisse 2014

  • Platz 7

    3 Prozent der Teilnehmer nahmen an IHK-Prüfungen teil, weil sie arbeitssuchend waren.

  • Platz 6

    11 Prozent der Teilnehmer wollten in Zukunft beruflich weniger festgelegt sein.

  • Platz 5

    13 Prozent gaben an, sich ständig an neue Entwicklungen und Anforderungen anzupassen.

  • Platz 4

    15 Prozent gaben an, den Arbeitsplatz sichern zu wollen. Die eigene Kenntnisse zu erweitern und zu vertiefen war ebenfalls für 15 Prozent der Teilnehmer ein Weiterbildungsgrund.

  • Platz 3

    24 Prozent der Teilnehmer wollten etwas Neues lernen und den persönlichen Horizont erweitern.

  • Platz 2

    45 Prozent rechneten sich bessere Einkommensmöglichkeiten aus.

  • Platz 1

    63 Prozent der Teilnehmer wollten aufsteigen oder einen größeren Verantwortungsbereich übernehmen.

Wer eine Weiterbildung machen will, sollte daher gezielt nach Angeboten suchen, die es erlauben, sich eigenverantwortlich weiterzubilden und dabei Neues auszuprobieren - individuell, am besten am eigenen Arbeitsplatz und auf die eigenen Bedürfnisse und das eigene Lerntempo zugeschnitten. Online-Kurse, so genannte MOOCs, bieten dabei interessante neue Ansätze.

Man sollte bei der Auswahl der richtigen Weiterbildung aber auch die eigenen Bedürfnisse berücksichtigen. Online-Kurse etwa ermöglichen flexibles Lernen, je nach Zeitumfang, aber man braucht auch ein gewisses Maß an Disziplin, um sie durchzuhalten. Ganz grundsätzlich sollte man sich überlegen, wie viel Zeit für die Weiterbildung zur Verfügung steht und ob dieser in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden kann. Und ganz generell muss man sich klar machen, welche Ziele man damit verfolgt: Wiedereinstieg oder Karriere im Unternehmen? Persönlichen Weiterentwicklung? Fortbildung oder Umschulung? Wer die Suche eingrenzt, findet schneller das passende Angebot.

Weitere Artikel

Hilfreich sind dabei verschiedene Online-Datenbanken: Zum Beispiel KURS, die größte, aber keineswegs vollständige Datenbank oder das Weiterbildungsangebot der IHK. Die Metasuchmaschine InfoWebWeiterbildung hilft, einen Überblick über die zahlreichen Online-Angebote zu finden. Ebenfalls hilfreich sind die Weiterbildungstests der Stiftung Warentest, die regelmäßig Weiterbildungen unter die Lupe nimmt und so die Schwachpunkte aufzeigt. Sie können die Weiterbildungstests unter test.de/themen/bildung-soziales (leider kostenpflichtig) abrufen.

Auch wenn der Aufwand groß ist: Kriterien abstecken und vergleichen lohnt sich, um in dem umfangreichen Angebot die passende Weiterbildung zu finden.

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Die Autorin betreibt das Blog "Berufebilder". Sie können auch über Twitter mit ihr in Kontakt treten.

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