Mobbing: Ursachen schwer ermittelbar

Mobbing: Unerträgliche Attacken im Büro

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Mobbing lässt sich nur schwer nachweisen und erklären. Die Opfer können die Problem häufig schwer in Worte fassen.

Ursachen schwer ermittelbar

Das Problem beim Mobbing ist, dass sich die genaue Ursache oft nur schwer rekonstruieren lässt. Und dass jeder anders mit Konflikten am Arbeitsplatz umgeht.

"Manche reagieren schon empfindlich, wenn sie für ihre Arbeit nicht gelobt werden", sagt Hildegard Belardi, Psychotherapeutin aus Bergisch Gladbach, "andere können keine Kritik vertragen." Und dann gebe es diese Mobbing-Fälle, in denen Mitarbeiter, die sich in einem Team immer wohl gefühlt haben, plötzlich von neuen Kollegen oder Chefs geschnitten werden.

Doch auch da lassen sich die Übergriffe kaum in Worte fassen. "Es geht oft um subtile Kleinigkeiten", sagt Belardi, "handfeste Beweise gibt es nur selten."

Kaum Chancen, sich zu wehren

Das sieht auch der Leverkusener Rechtsanwalt Stephan Dreismann so. In der Theorie gebe es zwar viele Möglichkeiten, sich gegen Mobbing zu wehren: Mitarbeiter hätten ein Beschwerderecht beim Arbeitgeber, der wiederum müsse seiner Fürsorgepflicht nachkommen und den Arbeitnehmer vor persönlichen Angriffen schützen.

Doch den Mandanten falle es oft schon schwer, das Problem genau zu beschreiben. Und während man sich gegen eine Abmahnung oder Kündigung wehren könne, sei das bei zwischenmenschlichen Verhaltensweisen schwierig: "Wie sollen sich jemand dagegen wehren, wenn er von den anderen nicht gegrüßt wird?"

Von einem Prozess würde er Mitarbeitern, die sich am Arbeitsplatz gemobbt fühlen, deshalb auch abraten. Die Chancen auf Erfolg seien gering – und insgesamt mache das die Situation nicht besser: "Wie soll das Arbeitsverhältnis aussehen, wenn man zwei Jahre gegen Kollegen oder den eigenen Chef einen Prozess geführt hat?"

Suche nach alternativen Lösungen

Er empfiehlt deshalb, nach anderen Lösungen zu suchen. Etwa über einen Neustart in einem anderen Unternehmen nachzudenken oder einen Wechsel in eine andere Abteilung anzugehen.

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"Das Problem ist aber, dass die Mitarbeiter oft sehr lange warten, bis sie handeln", sagt Stephan Dreismann. Die Situation sei dann oft schon sehr verfahren, weil sich alle Betroffenen so in den Konflikt hereingesteigert haben, dass der Blick für alternative Lösungen fehlt.

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