Ungleichheit beim Schulabschluss: Ein Abitur aus Niedersachsen gilt woanders als Hauptschulabschluss

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Ungleichheit beim Schulabschluss: Ein Abitur aus Niedersachsen gilt woanders als Hauptschulabschluss

Geht man nach dem Notendurchschnitt, sind die Thüringer die klügsten Abiturienten Deutschlands. Aber stimmt das auch? Für eine bessere Vergleichbarkeit sollen 2017 die Prüfungen angeglichen werden - in vier Fächern.

Sind Thüringens Abiturienten klüger als alle anderen? Sie waren schon vor zehn Jahren die besten, sie sind es auch 2016. Niedersachsen dagegen hält seit Ewigkeiten die Rote Laterne der Abi-Liga. Das Bundesländer-Ranking nach Notenschnitt und Einser-Prüfungen sorgt regelmäßig für Kopfschütteln über den deutschen Bildungsföderalismus. Und für Ärger über die oft beklagte Ungerechtigkeit der Hochschulreifetests - denn darum geht es - zwischen Flensburg und Passau, Aachen und Görlitz.

Immerhin: Nächstes Jahr soll die Vergleichbarkeit der Abiturprüfungen etwas besser werden. Dann greifen alle 16 Länder erstmals auf einen gemeinsamen Aufgabenpool zu - wenn auch nur in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch.

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Der Numerus Clausus unterscheidet nicht nach Regionen

Für die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Claudia Bogedan, ist dies „ein zentraler Schritt für mehr Gerechtigkeit“. Denn dazu gehöre „auch die Möglichkeit, mit einem Abitur mobil zu sein innerhalb Deutschlands, den gewünschten Studienort und das gewünschte Studienfach wählen zu können“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Numerus Clausus Hamburg und Bremen sind die NC-Hochburgen

Achtung, Zulassungsbeschränkung: Nicht nur angehende Mediziner brauchen einen sehr guten Notenschnitt. In manchen Bundesländern geht kaum was ohne NC. Wo es am schwierigsten ist, einen Studienplatz zu ergattern.

Zwischen dem Abiturzeugnis und dem Start ins Studium steht in vielen Fächern der Numerus Clausus (NC). Quelle: dpa

Heinz-Peter Meidinger, Chef des Deutschen Philologenverbandes, hält den Aufgabenpool hingegen für viel zu klein, um wirklich von einer gewissen Abitur-Gleichwertigkeit zu sprechen. „Wenn man sich die rechnerische Bedeutung dieses gemeinsamen Prüfungsteils anschaut, dann ist die nur minimal“, sagte er der dpa.

Für den Bildungsgewerkschafter wäre die Uneinheitlichkeit von Prüfungen und Noten halb so wild, „wenn es den Numerus Clausus für viele begehrte Studienfächer nicht gäbe. Aber bei der Vergabe der Studienplätze wird eben nicht unterschieden, ob eine Abi-Note aus Niedersachsen stammt oder aus Thüringen.“

Ein erster Blick in die noch ganz frischen Statistiken für diesen Abitur-Jahrgang bestätigt: Die Ergebnisse werden im Schnitt fast überall seit Jahren immer besser, die Quote der für ein NC-Studienfach angemessenen Abiturnoten mit einer Eins vor dem Komma wächst. Was konstant bleibt, ist die Ungleichheit von Land zu Land.

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