A.T. Kearney: Mehr mobile Monteure

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A.T. Kearney: Mehr mobile Monteure

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Horst Dringenberg (A.T. Kearney), Renate Löcher, Rudolf Irmscher (beide Stadtwerke Heidelberg, von links)

von Julia Leendertse

Einmal im Monat reden die Mitarbeiter der Stadtwerke Heidelberg mit Rudolf Irmscher Tacheles. Um aus erster Hand zu erfahren, wie es um das Unternehmen steht, lädt der Geschäftsführer des regionalen Energieversorgers jeweils 15 Kollegen zu einem zweistündigen Gespräch ein.

Eine Hälfte der Teilnehmer wird per Zufallsgenerator ausgewählt, die andere Hälfte aus einem Pool von Freiwilligen. „Da kommt vieles auf den Tisch, was ansonsten im Dunkeln geblieben wäre“, sagt Geschäftsführer Irmscher.

Der monatliche Erfahrungsaustausch mit der Belegschaft ist Teil eines neuen Kommunikations- und Veränderungsmanagements, das sich die Stadtwerke Heidelberg in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung A.T. Kearney 2009 verordnet hat.

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Das sind die Sieger des "Best of Consulting 2012"

  • Sieger Kategorie Strategie

    A.T. Kearney

    Projekt: Wachstumsstrategie für liberalisierten Markt

    Kunde: Stadtwerke Heidelberg

    2. Platz: Helbling Business Advisors

    3. Platz: PwC

  • Sieger Kategorie Marketing und Vertrieb

    Solution Providers

    Projekt: Verbesserte Preispositionierung und Tarifentwicklung

    Kunde: Helvetia

    2. Platz: Allianz

    3. Platz: Horvath

  • Sieger Kategorie Supply Chain Management

    Barkawi

    Projekt: Neuorganisation der Materialbeschaffung

    Kunde: Nokia Siemens Networks

    2.Platz: Camelot

    3.Platz: ROI

  • Sieger Kategorie Personal

    Dr. Geke/ KPMG

    Projekt: Software für Personalentwicklung

    Kunde: Gothaer

    2.Platz: Liebich & Partner Management- und Personalberatung

    3.Platz: Promerit

  • Sieger Kategorie Informationstechnologie

    Intargia

    Projekt: Aufbau eines IT-Zentrums

    Kunde: Universität Kassel

    2.Platz: MHP

    3.Platz: nicht vergeben

Damals stand es schlecht um die Stadtwerke: Der kommunale Versorgungsbetrieb, der rund 200.000 Menschen mit Wasser, Strom, Gas und Fernwärme versorgt, war tief in die roten Zahlen gerutscht, Organisation und Prozesse entsprachen eher einem Beamtenapparat als einem wettbewerbsfähigen Unternehmen. Irmscher, damals gerade als neuer Geschäftsführer angetreten, stieß ein Mammut-Reformprogramm an: Effizienz steigern, Kosten senken, eine neue Wachstumsstrategie entwickeln und den Markenauftritt überarbeiten. Schließlich wussten in Heidelberg damals sechs von zehn Bürgern gar nichts von der Existenz der Stadtwerke. Der Strom für Heidelberg, so dachte die Mehrheit, komme von einem überregionalen Energiekonzern.

„Vor vier Jahren waren die Stadtwerke Heidelberg 30 Prozent ineffizienter als andere kommunale Versorger“, erinnern sich Hanjo Arms und Horst Dringenberg. Also installieren die beiden Berater von A.T. Kearney ein modernes Datenmanagementsystem, automatisieren und digitalisieren mehr als 100 interne Prozesse, erfinden etwa den „mobilen Monteur“, über den Daten aus Strom-, Öl- oder Gaszähler direkt elektronisch an den Zentralrechner übermittelt werden können. Und empfehlen die Kooperation mit kostengünstigen Dienstleistern, etwa im Straßenbau.

200 von 700 Mitarbeitern müssen gehen, laut Stadtwerkschef Irmscher „im Einvernehmen mit Betriebsrat und den Mitarbeitern“. Die verbliebenen Beschäftigten können sich für andere Positionen weiterqualifizieren – ein ehemaliger Monteur etwa arbeitet heute im Callcenter.

Um die Mitarbeiter für die tief greifenden Veränderungen zu motivieren, führte das Unternehmen Sofortprämien von bis zu 500 Euro ein – 120.000 Euro wurden allein 2011 fällig.

Investiert wird auch in die Energiewende: Bis Ende 2012 entsteht für 20 Millionen Euro ein neues Holzheizkraftwerk. Zudem ist ein neues Gasheizkraftwerk geplant, und die Heidelberger denken über Geothermie nach. 2017 sollen die Stadtwerke Heidelberg frei von Atomstrom sein.

Das beeindruckt inzwischen auch die Heidelberger: 70 Prozent der Bürger aus der Region ist das Unternehmen heute ein Begriff. Und auch in der Kasse sieht’s wieder besser aus: Dank der neuen Strukturen konnten die Stadtwerke seit 2009 mehr als 37 Millionen Euro einsparen.

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