Christian Brühe, Geschäftsführer der Eventagentur Uniplan
"Purismus pur." So beschreibt Christian Brühe, 51, sein Büro in Köln. Nur ein Schreibtisch Marke "Eigenbau", eine Lampe der italienischen Leuchtenmanufaktur Artemide und ein Stuhl. Nackte, weiß getünchte Wände, keine Farbtupfer, weder Kunst noch Kitsch, weder Fotos noch Kalender. "Ich wollte auf diese Dramaturgie verzichten", sagt der Geschäftsführer und Gesellschafter der Eventagentur Uniplan, die ihr Domizil in einer ehemaligen Lagerhalle des Kabelherstellers Felten & Guilleaume aufgeschlagen hat. Als Brühe im Jahr 2000 von seinem Vater Hans die Geschäftsführung übernahm, formte er aus dem reinen Messebauunternehmen eine weltweit agierende Eventagentur, die neben dem traditionellen Standbau auch Events und Roadshows organisiert. "Live Communication", sagen Experten dazu. Das Geschäft floriert. 650 Mitarbeiter beschäftigt Uniplan weltweit, rund 108 Millionen Euro betrug der Gruppenumsatz im vergangenen Jahr. Damit gehört das Unternehmen zu den weltweit zehn größten in seiner Branche. Brühe mag seine "karge Zelle". "Das Auge wird nicht abgelenkt, der Kopf bleibt frei", sagt er. Oft greift er sich ein Bündel Unterlagen und geht in den angrenzenden Innenhof. Bei gutem Wetter konferiert er hier. "Offene Kommunikation", nennt Brühe den freien Zugang von dort zu den Büros der Mitarbeiter. So minimalistisch wie sein Arbeitszimmer präsentiert sich auch sein Schreibtisch: Laptop, Monitor, Tastatur und ab und zu eine Flasche Wasser – das reicht. Selbst für seine Leidenschaft, den Reitsport, findet sich kein Indiz. Dennoch hat er auch hier sein Ziel im Auge. "In Rio, bei den Olympischen Spielen 2016, will ich dabei sein", sagt der Dressurreiter. Derzeit steht er auf Platz 174 der Weltrangliste.
(Text: Ulrich Groothuis)