Erfolgreich im Job: Wann Arroganz gut für die Karriere ist

Erfolgreich im Job: Wann Arroganz gut für die Karriere ist

von Kristin Schmidt

Eine gesunde Portion Selbstbewusstsein ist gut für die Karriere. Aber wann wird daraus gefährliche Überheblichkeit? Wann sich Arroganz im Berufsleben auszahlt und wann sie schadet.

Die Begeisterung an sich selbst ist vor allem prominenten Zeitgenossen selten fremd. Napoleon etwa erklärte 1811 auf dem Höhepunkt seiner Macht: „Noch drei Jahre, und ich bin Herr über das Universum.“ Vier Jahre später erlebte er im Städtchen Waterloo seine finale Niederlage. Beatles-Sänger John Lennon verkündete 1966 vollmundig: „Wir sind jetzt populärer als Jesus.“ Nun ja. Und Modezar Karl Lagerfeld antwortete 2008 auf die Frage, warum er kein Handy besitzt: „Telefone sind etwas fürs Personal.“

Hand aufs Herz: Rutschen Ihnen solche Sprüche auch manchmal raus? Vermutlich werden Sie diese Frage verneinen – und genau da beginnt das Problem, findet zumindest der Finne Ari Turunen. In seinem neuen Buch mit dem originellen Titel „Kann mir bitte jemand das Wasser reichen?“, widmet sich der Wissenschaftsjournalist der Geschichte der Arroganz. Denn die kommt nicht nur in prominenteren Breitengraden vor. Ein bisschen Bonaparte steckt doch in jedem von uns.

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Überall finden sich Schnösel, die sich für etwas Besseres halten; andere von oben herab behandeln; sich für ein „Hallo“ auf der Straße oder im Büro zu fein sind – nicht aus Versehen, sondern aus Kalkül. Diese charakterliche Deformation betrifft Nachbarn ebenso wie Kollegen. Doch vor allem bei Menschen mit Macht und Verantwortung gibt es diese vor Selbstbewusstsein strotzenden Egomanen überdurchschnittlich oft. Bloß: Warum?

Macht Erfolg überheblich?

Stimmt der Spruch, demzufolge Niveau „nur von unten wie Arroganz aussieht“, etwa doch? Macht Erfolg die Menschen überheblich? Oder hilft Arroganz gar beim beruflichen Aufstieg? Und wo liegt eigentlich die Grenze zwischen gesundem Selbstbewusstsein und gefährlicher Überheblichkeit?

Psychologen forschen seit Jahrzehnten zu Themen wie Narzissmus und Selbstüberschätzung. „Eine Definition für Arroganz ist aber schwierig“, sagt Claas-Hinrich Lammers, ärztlicher Direktor der Psychiatrie an der Asklepios Klinik Nord in Hamburg. „Denn sie ist keine psychische Krankheit, die genauen Maßstäben unterliegt.“

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Zwei Merkmale für Arroganz

Grob gesagt, lässt sich Arroganz an zwei Merkmalen ablesen: Erstens hält sich der Überhebliche für besser als andere – ob zu Recht oder nicht, spielt keine Rolle. Im beruflichen Kontext geht es um Leistung, er kann aber auch seine Religion für überlegen halten oder seinen Reichtum für unübertroffen.

Daraus resultiert das zweite Merkmal: Von seiner Vortrefflichkeit überzeugt, lässt er andere spüren, wie er die Rangverteilung sieht. Er stellt sich über seine Mitmenschen und grenzt sich bewusst von ihnen ab. Wie Volkswagen-Chef Martin Winterkorn, der Mitarbeiter duzt, während sie ihn mit „Herr Doktor Winterkorn“ ansprechen.

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