Kienbaum-Change-Studie: Unternehmen sind nicht bereit für Veränderungen

Kienbaum-Change-Studie: Unternehmen sind nicht bereit für Veränderungen

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Viele Unternehmen können nicht schnell und flexibel auf Veränderungen reagieren.

Für Unternehmen ist es immer wichtiger, schnell und flexibel auf Veränderungen reagieren zu können. Einer aktuelle Studie zufolge fällt genau das vielen Unternehmen aber schwer. Doch es gibt bestimmte Erfolgsfaktoren.

Die meisten Unternehmen sehen sich heutzutage veränderten Rahmenbedingungen gegenüber. Dynamische Märkte, Unsicherheiten und wenig Kontinuität stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Viele von ihnen scheitern an diesen Marktveränderungen, wie eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Kienbaum ergeben hat.

Laut der „Change-Management“-Studie, bei der rund 200 Topmanager und Führungskräfte deutscher, österreichischer und Schweizer Unternehmen befragt wurden, sieht sich gerade einmal jedes sechste Unternehmen wirklich dazu bereit, schnell und flexibel beispielsweise auf veränderte Kundenbedürfnisse zu reagieren. Bei gut der Hälfte der Unternehmen klappt es einigermaßen, bei rund einem Drittel gar nicht.

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Die drei häufigsten Fehler bei Veränderungen

  • Alles diktieren

    Wer seine Angestellten nicht vergraulen will, darf keinesfalls autokratische Befehle erteilen oder den Eindruck erwecken, dass die oberste Führungsetage alle Veränderungen von oben herab diktiert. Führungskräfte sollen zwar das Ziel vorgeben. Doch am Weg dorthin muss die Belegschaft mitwirken.

  • Nichts entscheiden

    Zu viel Basisdemokratie führt zu Aufschieberitis, Planlosigkeit und Verwirrung. Ob eine geplante Veränderung überhaupt sinnvoll ist, sollte zwar unbedingt geklärt werden – bevor konkrete Schritte überlegt werden. Doch diese Entscheidung sollte keinesfalls im Kreis der Mitarbeiter erörtert werden. Wer den Sumpf trockenlegen will, fragt besser nicht die Frösche.

  • Zu viel wollen

    Gut gemeint, schlecht gemacht: Wer zu schnell zu viel verändern will, erregt Widerstand. Nicht aus Bösartigkeit, sondern oft aus Gewohnheit. Umso wichtiger, dass Manager die Angestellten nicht überfordern – und immer wieder mantraartig klarmachen, warum die Veränderung alternativlos ist.

Das Problem: Viele Unternehmen sind schlicht nicht agil genug. Das heißt, ihnen fehlt die Fähigkeit, schnell und gleichzeitig dauerhaft auf Veränderungen zu reagieren. „Agilität stellt besonders für jene Unternehmen eine überlebensnotwendige Fähigkeit dar, die es mit einem wettbewerbsintensiven Markt und mit sich schnell ändernden Kundenpräferenzen oder Kundenverhalten zu tun haben“, sagt Jens Bergstein, Autor der Studie und Berater bei Kienbaum.  Auch wenn die meisten Unternehmen es wichtig finden, agil, also flexibel und wandelbar zu sein, scheitert der Wunsch an der Realität. Die meisten Unternehmen sind nicht so agil, wie sie es gerne wären.

Auch in Bezug auf technologische Veränderungen hinken viele Unternehmen hinterher. Der Studie zufolge sehen sich 34 Prozent der Unternehmen nicht in der Lage, einen Wandel in technologischen Bereichen frühzeitig wahrzunehmen. Dementsprechend geben auch rund 37 Prozent der Befragten an, nicht schnell genug auf diesen Wandel reagieren zu können.

Ein Grund für die mangelnde Agilität: Viele Firmen orientieren sich immer noch zu sehr an Altbewährtem, so die Studie. Anstatt stetig neue Konzepte zu entwickeln und diese den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, ruhen sich viele Unternehmen lieber auf den Erfolgen der Vergangenheit aus und wünschen sich, dass alles so bleibt wie es einmal war.

Ein weiterer Grund ist, dass viele Veränderungsprojekte scheitern, weil Topmanager ihre Aufgaben für ein erfolgreiches Change Management nicht richtig erfüllen. Viele verstehen das Change Management als ein zeitlich begrenztes Projekt an und nicht als Kernaufgabe der Unternehmensführung. Doch Bergstein betont: „Veränderung ist zum Dauerprozess in Unternehmen und Organisationen geworden.“  Das heißt, Unternehmen brauchen einen permanenten und übergreifend organisierten Prozess, an dem alle Unternehmensbereiche mitarbeiten müssen, um nachhaltig bereit für Veränderungen  zu sein.

So gelingt der Umbau

  • Unterschiede akzeptieren

    Sie versuchen, ein zunehmend unprofitables Geschäft über Wasser zu halten, und bauen gleichzeitig einen neuen Zweig auf, der stark wächst? Trennen Sie für diese unterschiedlichen Geschäfte und Geschwindigkeiten sukzessive Strukturen, Leitung und Führungsmethoden.

  • Zügig abspalten

    Die Synergien unterschiedlicher Geschäftsfelder sind kleiner als die Bremswirkung ihrer Kompromisse? Dann denken Sie über ein Abspalten des dynamischen Teils nach. Geschwindigkeit ist im Wettbewerb oft wertschaffender als Synergie.

  • Offen im Wachstum

    Sie managen ein global-dynamisches, innovationsgetriebenes Unternehmen? Dann sind partizipatorische, dezentrale Entscheidungsstrukturen besser.

  • Hierarchisch in der Krise

    Ihr Unternehmen steckt in einer Kostenkrise? Setzen Sie auf zentralisierte, hierarchische Führung, und machen Sie klare Vorgaben.

  • Strukturen erneuern

    Passen Sie die Organisation Ihres Unternehmen regelmäßig an – so schaffen Sie immer wieder einen neuen Fokus auf die zentralen Fragen des Marktes.

  • Fehler zulassen

    Vermitteln Sie Freude daran, Fehler zu machen und deren Ursachen zu suchen. Lassen Sie fachliche Dummheit zu, schaffen Sie Kommunikationsräume, in denen intelligente Leute frei von bisherigen Mustern über die Zukunft des Unternehmens nachdenken. Führung ist ein sozialer Prozess und lebt nicht nur von Fachautorität.

  • Kritik lieben lernen

    Lernen Sie, Kritik aus den eigenen Reihen zu lieben. Das ist gelebte Innovation – hoch spezialisiertes Erfahrungswissen neu zu kombinieren und auf neue Möglichkeiten übertragen.

  • Wissen anzapfen

    Fördern Sie den kritischen Geist Ihrer Mitarbeiter, und zapfen Sie deren Wissen an – Sie werden Lösungen entdecken, auf die Sie und Ihr Management allein nicht gekommen wären.

  • Klar kommunzieren

    Holen Sie Ihre Mitarbeiter ins Boot, und teilen Sie Ihren Blick auf die Realität mit ihnen. Seien Sie klar, wo Sie Klarheit haben, und sagen Sie, was Sie nicht wissen – dann werden Ihre Mitarbeiter mehr Verständnis haben und mitziehen.

Weitere Erfolgsfaktoren für ein agiles Unternehmen: Unternehmen müssen ausreichend Zeit und Ressourcen in neue Ideen stecken und möglichst alle Mitarbeiter in den Innovationsprozess miteinbeziehen. Auch hilft es, wenn Manager bereit sind Entscheidungen zügig zu treffen, statt sie immer wieder aufzuschieben. Im Notfall sollten sie außerdem verschiedene Was-wäre-wenn-Szenarien parat haben, um auf veränderte Rahmenbedingungen schnell reagieren zu können.

Moderne Kommunikationswege, wie etwa die sozialen Netzwerke im Internet, die innerhalb von Unternehmen eingesetzt werden, können ebenfalls zur Agilität beitragen, indem sie etwa die Kommunikationswege verkürzen und die Zusammenarbeit verbessern.

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