Coaching: Die zweifelhaften Methoden vieler Karriereberater

Coaching: Die zweifelhaften Methoden vieler Karriereberater

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Illu Coaching

Die Nachfrage nach individueller Karriereberatung steigt. Das Problem: Coach nennen kann sich jeder – und so lockt der Markt allerlei seltsame Gestalten an. Die sind allerdings nicht immer leicht zu entlarven.

Er wusste einfach nicht weiter. Als sein Job als Pressesprecher durch eine Firmenfusion bedroht war, bekam er ein Stellenangebot in einer anderen Branche. Sollte er es annehmen? Der unschlüssige Manager suchte Birgitt Morrien auf, die als Coach und PR-Beraterin in Köln arbeitet. Sie schickte ihren Klienten auf eine „geführte, tranceähnliche Reise“ zu seinen „innersten Wünschen, Zielen und Aufgaben“. Dort wies ihm eine Schlange den richtigen Weg.

Dem Reptil begegnete der Manager in einem Traum. Er hatte keine Angst vor ihm, sondern streichelte es. Seine Frau tat es ihm gleich. Dann verschwand das Reptil in einem Feld voller Sonnenblumen.

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Kurze Zeit nach diesem „Visionserlebnis“ nahm der Pressesprecher das Jobangebot an. Die Schlange als vermeintliches Symbol der Weisheit konnte unmöglich irren – und nicht zuletzt hatte sich auch seine Frau dem Reptil zärtlich zugewandt. Daher war der Manager sicher, mit seiner Entscheidung „Privates und Berufliches, Gefühl und Ratio“ in harmonischen Einklang zu bringen.

Jüngste Erkenntnisse der Hirnforschung

Mit Fällen wie diesen wirbt Morrien auf ihrer Web-Site. Ihre Coaching-Methode hat sie als Marke „DreamGuidance“ schützen lassen, und sie hat Bücher darüber geschrieben: „Erfolg mit DreamGuidance: Unbewusste Intelligenz stärken und nutzen“ heißt eines davon.

Bei ihrer Arbeit nutzt Morrien laut eigener Aussage „die jüngsten Erkenntnisse der Hirnforschung“, aber auch „uraltes schamanisches Wissen“. Die Referenzen, die die 51-Jährige auf ihrer Homepage präsentiert, sind beeindruckend. Dort schwärmen von Morriens Herangehensweise Manager zahlreicher Großkonzerne, von Audi, BASF bis Siemens.

Bloß: Handelt es sich dabei um ein seriöses Angebot, das tatsächlich der persönlichen und beruflichen Entwicklung dient? Ist das noch Business-Coaching im klassischen Sinne, bei dem der Coach als neutraler Partner Führungskräfte zur Selbstreflexion anleitet? Oder schon ausgemachter Kokolores? Blendet hier jemand mit Pseudowissen, um Klienten für Quacksalberei zu ködern? Und das zu Stundensätzen, die in der Branche üblicherweise zwischen 100 und 200 Euro liegen, im Top-Management gar bei mehr als 1000 Euro pro Tag.

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14 Kommentare zu Coaching: Die zweifelhaften Methoden vieler Karriereberater

  • Früher waren Unternehmer noch Menschen die etwas auf die beine gestellt haben mit vielen Höhen und Tiefen (siehe Thyssen, Krupp, Mannesmann und sehr viele andetre). Sie brauchten keine solchen blöden Quacksalber als Managmentberater wie die heutigen Dummköpfe die nur auf schnelles Geld aus sind und von Tuten und blasen keine Ahnung haben. Diese blödgesellschaft wird sowieso immer blöder.

  • Leider gibt es immer weniger Unternehmerpersönlichkeiten, statt dessen wird die Wirtschaft von netzwerkenden inszenierungskünstlern in den Abgrund geführt. Unser Wirtschaftssystem besteht nur noch aus Schuldenmachen und Projekten, die niemals auf Rentabilität untersucht werden, sondern nur dem "Projektmanager" als Sprungbrett auf der Karriere in die globale Elite!

  • Der Artikel ist wertvoll und spiegelt leider die Realität wieder. ich habe selbst beobachten können, was selbsternannte Coachs - gefeuerte banker, ehemalige Sekretärinnen, Studienabbrecher, gescheiterte Existenzen...... - anrichten können. Der beruf ist leider nicht geschützt. Viele geben sich auch als Diplom-Psychologen aus, haben aber vielleicht nicht mal Abitur.
    Ein betroffener (Geschädigter) sollte nicht zögern zu prüfen, ob in seinem Fall betrug/Vorspiegelung falscher Tatsachen vorliegt. Man sollte auf jeden Fall für gezahltes Honorar eine Quittung verlangen. Kapriziert sich der "Coach" auf psychotherapeutische Methoden, so ist es bereits ein strafrechtlich evidenter Fall.

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