Betrugsverdacht: US-Aufsicht wirft Stanford International Bank Milliardenbetrug vor

Betrugsverdacht: US-Aufsicht wirft Stanford International Bank Milliardenbetrug vor

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Der Standord Cricket Platz in Antigua am 13. Februar 2009. Noch vor drei Wochen galt Allen Stanford als einer der 100 einflussreichsten Personen des britischen Sport. Nun untersucht die US-Aufsichtsbehörde das Firmenimperium des Milliardärs aus Texas. Sie untersucht wegen des Verdachts auf Anlegerbetrug in Milliardenhöhe.

Kurz nach dem Fall Madoff erschüttert ein weiterer großer Betrugsverdacht die USA. Der Texaner Robert Allen Stanford soll ein 8 Milliarden Dollar schweres Betrugssystem aufgebaut haben. Das sagt die US-Wertpapieraufsicht SEC in einer Beschwerdeschrift. Darin enthalten ist eine Fülle von dubiosen Details zu den Praktiken der Stanford International Bank.

"Die SEC hat heute gegen Robert Allen Stanford und drei seiner Unternehmen den Vorwurf erhoben, ein betrügerisches, mehrere Milliarden Dollar umfassendes Investment-Modell organisiert zu haben, in dessen Zentrum ein acht Milliarden Dollar großes Certificate-of-Deposits-Programm stand", teilte die US-Aufsichtsbehörde heute mit.

Die auf der Karibikinsel Antigua ansässige Tochterfirma Stanford International Bank habe mit ungewöhnlich hohen Renditen Anleger in die Schuldtitel gelockt, so die SEC.

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Stanford International Bank habe Anlegern in den vergangenen Jahren zweistellige Renditen versprochen.

"Stanford und ein enger Zirkel aus Familienmitgliedern und Freunden, mit denen er das Geschäft betreibt, haben massiven Betrug begangen, um Anleger auszubeuten, auf Basis falscher Versprechungen und gefälschter Renditezahlen", sagte Linda Chatman Thomsen, eine Direktorin der SEC-Vollzugsabteilung. Standard International Bank hat nach eigenen Angaben 30000 Kunden in 131 Ländern.

Wie beim Betrugsfall um Bernie Madoff hätten die ungewöhnlich hohen und konstanten Renditen die Investoren stutzig machen sollen: Stanford International Bank habe Anlegern in den vergangenen Jahren zweistellige Renditen versprochen, so die SEC.

Auch als die Aktienmärkte im vergangenen Jahr um mehr als 40 Prozent einbrachen, wiesen die Schuldtitel eine Renditen von 1,3 Prozent aus. "Vielleicht noch verwunderlicher ist, dass Stanford International Bank 1995 und 1996 eine identische Rendite von exakt 15,71 Prozent berichtet hat", heißt es in der SEC-Beschwerdeschrift.

Die SEC konnte bei ihrer Untersuchung nicht feststellen, ob die acht Milliarden Dollar tatsächlich bei der Bank auf Antigua vorhanden sind. Allen Stanford und sein Kollege James Davies hätten nicht kooperiert bei dem Versuch, den Verbleib der acht Milliarden Dollar aufzuklären, so die SEC.

"Kurz gesagt befinden sich 90 Prozent des Investment-Portfolios der Standard International Bank in einer 'black box', für die es keinerlei externe Aufsicht gibt", warnt die Behörde.

Eine bizarre Randnotiz ist, dass es nach SEC-Angaben außerdem eine direkte Verbindung zum Madoff-Fall gibt: Entgegen aller Versicherungen von Allen Stanford sei sein Unternehmen auch von dem Madoff-Skandal betroffen, teilte die Behörde mit.

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