Alternative Strategien: Allianz entwickelt neue Anlageklasse für Infrastruktur

Alternative Strategien: Allianz entwickelt neue Anlageklasse für Infrastruktur

, aktualisiert 22. Mai 2017, 17:18 Uhr
Bild vergrößern

Rendite aus Finanzierungen für spezielle Dienstleister auf dem Vorfeld.

von Peter KöhlerQuelle:Handelsblatt Online

Angesichts der Zinsflaute stehen Alternativen abseits der klassischen Anlagen hoch im Kurs. Der Vermögensverwalter des Versicherungskonzerns Allianz bietet Profis jetzt einen neuen Baustein für das Depot an.

FrankfurtBeim Thema Infrastruktur-Finanzierungen denkt man zuerst an Häfen, Ministerien oder Staudämme. Doch viele Investoren wollen sich nicht über 30 Jahre oder länger binden. Für sie hat der Vermögensverwalter Allianz Global Investors (AGI) jetzt ein neues Angebot entwickelt, eine Art „Infrastruktur light“.

„Die neue Anlagestrategie zielt auf eine durchschnittliche Laufzeit von sieben Jahren. Es handelt sich um Fremdkapital, dass für den Kauf oder die Refinanzierung von speziellen Dienstleistern im Infrastruktursektor zum Einsatz kommt“, erläutert Claus Fintzen, Chefanlagestratege für den Bereich „Infrastructure Debt“ bei der AGI, gegenüber dem Handelsblatt.

Anzeige

Das können beispielsweise Heizkostenableser, Tanklagerbetreiber, Funkmasten oder Instandhaltungsfirmen für Pipelines sein. Ein gutes Beispiel sei TCR, ein europäisches Unternehmen, das Bodendienste an Flughäfen über Leasing-Verträge anbietet. Entscheidend bei der Auswahl der Finanzierungen seien stetige und sichere Cash-flows, in Deutschland trifft das laut Fintzen auf die Heizkostenableser Ista und Techem zu.

Die institutionellen Investoren haben in den vergangenen Jahren enorme Summen in private Kreditfonds gesteckt, die Finanzierungen für Fusionen und Übernahmen bereitstellen oder die Darlehen an Firmen vergeben, bei denen sich die Banken zurückhalten. Laut dem Informationsdienst Preqin waren Ende März 2017 weltweit 196 Milliarden Dollar durch die Kreditfonds eingesammelt worden, die noch nicht investiert sind.

„Größere Privatinvestoren und Family Offices fahren die Nachfrage hoch und investieren heute teilweise schon ungefähr fünf Prozent ihres Vermögens in solche Fonds“, sagt Andreas Möller, Managing Director beim Vermögensverwalter Rothschild. Der Ansatz der Allianz-Tochter AGI zielt jetzt mit dem Fokus auf Infrastruktur-Finanzierungen auf ein Segment, das noch nicht so überlaufen ist. Gleichzeitig wird eine auskömmliche Rendite in Aussicht gestellt, was man bei Staatsanleihen und anderen festverzinslichen Papieren kaum noch erwarten kann.

„Die Renditeerwartung bei der neuen Anlageklasse liegt bei drei bis vier Prozent. Wir richten für die Kunden maßgeschneiderte Fonds ein, das Mindestanlagevolumen beträgt 150 bis 200 Millionen Euro“, erläutert AGI-Experte Fintzen. Die Mittel würden über einen Zeitraum von etwa drei Jahren investiert.

Bei der AGI rechnet man mit vier bis fünf Transaktionen jährlich, bei denen rund 500 bis 700 Millionen Euro investiert werden sollen. Dabei sind sich nahezu alle Experten einig, dass es wegen der Geldschwemme im Markt immer schwieriger wird, lukrative Investments zu finden.

Wegen des enormen Kapitalangebots im Markt für Infrastrukturfinanzierungen müsse man aufpassen, dass die Konditionen noch stimmen. „Beispielsweise haben wir noch keine deutsche Straße finanziert, weil das unter Risiko-Rendite-Gesichtspunkten nicht attraktiv ist“, sagt Fintzen.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%