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Anleger-ABC: Ab an die Börse - so geht's

von Kerstin Dämon

Experten raten Verbrauchern der drohenden Rentenlücke mit Aktieninvestments beizukommen. Das klingt einfach - doch was sind Bid und Ask, Hausse und Baisse eigentlich? Und was müssen Börsenneulinge beachten? Ein paar Tipps für den Gang auf das Parkett.

Wenn Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen Recht hat, klafft bei so gut wie jedem Deutschen eine gewaltige Lücke in seiner Altersvorsorge. Das größte Problem: Die bisher vorgestellten Vorsorgemodelle schließen die Rentenlücke wahrscheinlich auch nicht. Viele vermeintliche Rentenexperten raten deshalb zu Aktien. Annabel Oelmann, Leiterin der Gruppe Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, schränkt diesen Vorschlag jedoch etwas ein: "Aktien sind nicht das Allheilmittel", sagt sie. Als Beimischung fürs Depot zur Absicherung der Altersvorsorge können Wertpapiere laut ihr aber durchaus sinnvoll sein.

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Aktuelle Zahlen der Deutschen Rentenversicherung und des Statistischen Bundesamtes zeigen: Beamte bekommen im Ruhestand fast doppelt so viel Geld wie Rentner, die nicht im Staatsdienst gewesen sind. Ihre Pensionen sind darüber hinaus im zweistelligen Bereich gestiegen.


Ein Bundesbeamter mit durchschnittlicher Pension bekam im Jahr 2002 Altersbezüge in Höhe von 2070 Euro im Monat, 2012 waren es 2340 Euro. Das entspricht einem Zuwachs von rund 13 Prozent.

Bei einem Landesbeamten betrug die durchschnittliche Pension 2002 monatlich 2240 Euro, 2012 waren es schon 14,7 Prozent mehr, nämlich 2570 Euro.
Die Kommunalbeamten verbuchten den größten Zuwachs: Binnen zehn Jahren stiegen ihre Pensionen um mehr als 14,9 Prozent von 2070 Euro auf durchschnittlich 2380 Euro.

Bild: dpa

Wer sich jetzt entscheidet, sein Geld an der Börse anzulegen, läuft Gefahr, selbiges zu verlieren, wenn er sich nicht im Vorfeld genügend informiert. "Ich muss mir selbst eine Menge anlesen und zur Not einen unabhängigen Berater konsultieren", rät Oelmann. Sich nur auf den Rat der eigenen Hausbank zu verlassen, sei ein Fehler. Die meisten Kleinanleger, die bei der Verbraucherzentrale vorstellig werden, seien sehr sicherheitsorientiert, sagt Oelmann. Ihnen gehe es vor allem um den Bestand des Geldes, nicht um Rendite. So jemandem rate sie vom Wertpapierhandel ab. "Aktien sind nicht für alle geeignet", sagt Oelmann. Wer am Börsenhandel teilnehmen wolle, müsse ein gewisses Risiko akzeptieren können.

Sie erlebe oft, dass Verbraucher, die sich von ihrer Bank Aktien aufschwatzen ließen, keine Nacht mehr ruhig schliefen und bei kleinsten Abwärtsbewegungen Panikverkäufe tätigten. Bei solchen Fällen sind Aktien kein Garant für eine sichere und stabile Altersvorsorge. Wer an der Börse mitspielen möchte, braucht auch die Nerven dazu.

Grundsätzlich, so die Finanzexpertin, sind "Einzelaktien für die meisten nicht sinnvoll." Sie rät daher zu Aktienfonds, die in viele verschiedene Wertpapiere investieren, oder zu börsengehandelten Indexfonds, sogenannten ETFs. Gerade für diejenigen, die weniger als 5000 Euro investieren wollen, sind Fonds sinnvoll.

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