Anleihen: Ausverkauf geht weiter

Anleihen: Ausverkauf geht weiter

, aktualisiert 16. November 2016, 15:44 Uhr
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Euro-Münzen aus Deutschland, Griechenland, Italien, Portugal und Spanien auf einer EU-Fahne. Die Renditen der europäischen Anleihen sind als Folge des Ausverkauf am Bondmarkt deutlich gestiegen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der weltweite Ausverkauf am Rentenmarkt hat sich am Mittwoch fortgesetzt. Die größten Verluste gab es bei den Anleihen aus europäischen Peripheriestaaten.

FrankfurtWeltweit haben Staatsanleihen am Mittwoch kräftig nachgegeben. Besonders ausgeprägt waren die Verluste bei Bonds der europäischen Peripheriestaaten. Marktteilnehmer spekulierten, dass der Konjunkturausblick ausreichend stark ist, damit die US-Notenbank ihre Zinsanhebungen beschleunigt.

Terminmarktkontrakte zeigten an, dass die Marktteilnehmer einer Leitzinsanhebung der US-Notenbank im Dezember eine Wahrscheinlichkeit von 96 Prozent beimessen, nach 68 Prozent Anfang des Monats. Es wird erwartet, dass die Ausgabenpläne des designierten US-Präsidenten Donald Trump mehr Inflation auslösen werden und geldpolitische Straffungen wahrscheinlicher machen.

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„Die Inflationsstory ist immer noch intakt“, sagte Birgit Figge, Festzins-Strategin bei der DZ Bank AG in Frankfurt. „Der Markt erwartet eine Zinsanhebung im Dezember, und es gibt keinen fundamentalen Grund für die Fed“, die Erwartungen zu enttäuschen.

Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries stieg um vier Basispunkte auf 2,26 Prozent, entsprechende deutsche Bundesanleihen rentierten mit 0,31 Prozent einen Basispunkt höher. Der Bund Future gab 19 Basispunkte auf 160,22 nach.

Italienische Bonds mit Laufzeit zehn Jahre rentierten mit 2,04 Prozent sieben Basispunkte höher, die Rendite entsprechender spanischer Papiere stieg neun Basispunkte auf 1,55 Prozent. Portugiesische Anleihen führten die Verliererliste mit einem Renditeanstieg um 18 Basispunkte auf 3,67 Prozent an.

Analysten hatten Anfang November noch davor gewarnt, dass ein Wahlsieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen eine Zinserhöhung der Federal Reserve weniger wahrscheinlich machen würde. Doch stattdessen gilt eine Straffung im Dezember nun als nahezu sicher.

„Es ist schwierig, nicht davon auszugehen, dass sich das unglaublich expansiv auf die Weltwirtschaft auswirkt“, sagte Mark Nash, Leiter globale Anleihen bei Old Mutual Global Investors. „Wir sind der Ansicht, dass mehr Straffungen eingepreist werden sollten und die Anleiherenditen steigen sollten“, erklärte er am Dienstag im Interview mit Bloomberg TV.

Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt der Fed im Dezember hatte Anfang November bei 68 Prozent gelegen und erhöhte sich seither im Zuge der steigenden Inflationserwartungen.

Die Wahl von Trump setzte den Anleihemarkt unter Druck. Der Global Broad Market Index von Bank of America Corp. ist im November bislang um 1,5 Prozent gefallen und läuft damit auf den stärksten Monatsverlust seit Mai 2013 zu. Der Renditeabstand zwischen zehnjährigen US-Staatsanleihen und inflationsgeschützten Treasury Inflation Protected Securities (TIPS) mit ähnlicher Laufzeit legte am Montag auf 1,97 Prozent zu, den höchsten Stand in diesem Jahr.

Der Blick der Händler richtet sich auf die Anhörung der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen vor dem gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des Kongresses am Donnerstag. Dort dürfte sie ihre Einschätzung der Aussichten für die Wirtschaft und die Geldpolitik erörtern.

Quelle:  Handelsblatt Online
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