Anstehende Berichtsaison: So groß sind die Erwartungen der Investoren

Anstehende Berichtsaison: So groß sind die Erwartungen der Investoren

, aktualisiert 12. Juli 2017, 16:44 Uhr
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Die Investoren haben große Erwartungen an die europäischen Unternehmen.

Quelle:Handelsblatt Online

Das gute erste Quartal europäischer Unternehmen hat Investoren zum Kauf von Aktien bewegt. Sie jetzt wieder zu beeindrucken, dürfte deutlich schwieriger werden. Das wird Folgen für den europäischen Aktienmarkt haben.

Die anstehende Berichtssaison für das zweite Quartal muss große Fußstapfen füllen: In den ersten drei Monaten des Jahres stiegen die Gewinne so stark wie seit über sechs Jahren nicht mehr, schätzt JP Morgan Chase & Co. Gestützt von nachlassenden politischen Risiken und stärkeren Volkswirtschaften sorgte dieses Ergebnis dafür, dass das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis für den europäischen Auswahlindex Euro Stoxx 50 auf Sicht von zwölf Monaten von dem Tief im Dezember um 7,4 Prozent anzog. Da sich die Aktien verteuert haben, ist nach Einschätzung von Investoren ein weiteres solides Quartal entscheidend, damit die Marktgewinne seit Jahresbeginn gehalten werden können.

„Wir sind überzeugt, dass der europäische Markt Raum nach oben hat, doch das Gros muss nun von einer Belebung der Gewinne kommen“, sagt Marcus Morris-Eyton, Fondsmanager bei Allianz Global Investors. „Die Bewertungen in Europa sind jetzt auf absoluter Basis wahrscheinlich fair - das bedeutet, dass die Gewinne nun wichtiger sind als zu anderen Zeitpunkten im Zyklus.“

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Strategen, die zu Jahresbeginn als Kaufargument die niedrigen Bewertungen angeführt hatten, betrachten europäische Aktien vorsichtiger. Die Gewinnrevisionen sind wieder negativ geworden, nachdem es bei den Gewinnschätzungen monatelang mehr Aufwärtsrevisionen als Abwärtsrevisionen gegeben hatte. Zudem erlitten europäische Aktienfonds in der vergangenen Woche die ersten Abflüsse seit mehr als drei Monaten, wie die Bank of America Merrill Lynch unter Berufung auf Daten von EPFR Global berichtet.

Morris-Eyton von Allianz erwartet im zweiten Quartal ein Gewinnwachstum im niedrigen zweistelligen Bereich und damit etwas mehr als die Konsensschätzung von etwa zehn Prozent. Für das Gesamtjahr rechnen Analysten mit einem Ergebniszuwachs von 13 Prozent, ergab eine Umfrage von Bloomberg.

Wenn die Gewinne in dieser Saison die Erwartungen verfehlen sollten, könnte das vor dem Hintergrund der hohen Bewertungen und steigenden Anleiherenditen den Ausblick für Aktien trüben, erklärt Emmanuel Cau, Aktienstratege von JP Morgan. Seine Prognose für den Euro Stoxx 50 zum Jahresende lautet auf 3650 Punkte. Der europäische Aktienindex schloss am Montag bei 3478 Zählern und hat damit seit Anfang des Jahres um 5,7 Prozent zugelegt.


Experten sehen Aufwärtspotenzial

„Wir sehen tatsächlich etwas Aufwärtspotenzial, und es könnte zum Jahresende hin gute Kaufgelegenheiten geben. Wir wollen aber wahrscheinlich eine formelle Ankündigung der Europäischen Zentralbank über das Tapering abwarten, bevor wir wieder zukaufen“, sagt Cau. Seiner Einschätzung nach werden die Gewinne im laufenden Quartal auf Jahresbasis weniger stark zulegen als im ersten Jahresviertel.

Für die EZB beginnt eine heikle Phase. Ihr 2,3 Billionen Euro schweres Anleihekaufprogramm läuft den aktuellen Plänen zufolge bis Ende Dezember, während eine öffentliche Debatte geführt wird, wie schnell die Notenbank ihre monetären Impulse zurückschrauben sollte.

Guillermo Hernandez Sampere, Leiter Handel bei MPPM EK im deutschen Eppstein, verweist auf die Bedeutung von Signalen aus der EZB für die Aussichten von Banken, deren Ertragskraft allgemein von höheren Anleiherenditen profitiert. Er geht davon aus, dass die Banken im zweiten Quartal starke Ergebnisse vorlegen werden, ebenso wie Autohersteller und Konsumwerte.

Anleger wollen die negativen Auswirkungen des stärkeren Euro - der Währung mit der besten Entwicklung unter ihren G10-Pendants in diesem Jahr - auf die Exporteure in Europa abwarten. Einige Anzeichen könnten womöglich schon im zweiten Quartal spürbar werden, meint Morris-Eyton. Andere halten einen Euro-Kurs von 1,15 Dollar für eine Schmerzgrenze bei Aktien.

„Wir sitzen auf einer Menge Kapital, das verzweifelt auf die Ergebnisse im zweiten Quartal wartet, um angelegt zu werden, und ich glaube, unsere Wettbewerber machen das auch so“, sagt Hernandez Sampere von MPPM EK. „Ich glaube nicht, dass viele Investoren nach dieser Entwicklung seit Jahresbeginn dem Markt zuvorkommen wollen. Man versucht nicht zu riskieren, was man bislang verdient hat, darum ist Geduld entscheidend.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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