Billiges Geld der Notenbanken: Es läuft auf die Zerstörung der Währung hinaus

GastbeitragBilliges Geld der Notenbanken: Es läuft auf die Zerstörung der Währung hinaus

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EZB im Nebel

Erinnern Sie sich noch daran, dass die von den Notenbanken mit Ausbruch der Überschuldungskrise 2008 verfolgte Notstandspolitik einst nur temporärer Natur sein sollte? Aber nach nunmehr sieben Jahren ist diese Politik längst nicht nur zu einem Dauerzustand geworden, sie wurde seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of Japan 2015 gar noch einmal intensiviert. Ein Gastkommentar.

„Die meisten bringen leichter das Opfer des Intellekts als das Opfer ihrer Tagträume.“ (Ludwig von Mises, 1933, aus: Grundprobleme der Nationalökonomie)

Zu welchen grotesken Verwerfungen die manipulativen Interventionen der Notenbanken inzwischen führen, zeigte sich im vergangenen Jahr besonders eindrucksvoll in der nur äußerst mühsam von der EZB und diversen Rettungsschirmen zusammengehaltenen Euro-Zone. Nachdem EZB-Chef Mario Draghi zu Jahresbeginn die von den »Märkten« seit langem geforderte Staatsfinanzierung per Druckerpresse endlich zur Hauptaufgabe der EZB erklärte und im Januar ein insgesamt 1.140 Milliarden Euro schweres Gelddruckprogramm initiierte, wurden die "Grenzen des Undenkbaren" nicht nur - wie vom Chefvolkswirt der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) Claudio Borio warnend beschrieben - "gedehnt", sondern endgültig überschritten. So wiesen Ende November 2015 nicht nur stattliche 40 Prozent aller europäischen Staatsanleihen eine Negativ-Rendite aus, selbst die in der Verschuldungsfalle sitzenden und 2012 vorerst durch das Draghische Whatever-it-takes-Versprechen geretteten Pleitekandidaten wie Spanien oder Italien konnten zuletzt Geld damit verdienen, Schulden zu machen!

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Aber was sich noch vor wenigen Jahren niemand selbst in den wildesten Fantasien je hätte vorstellen können, und was offensichtlich an Absurdität kaum noch zu überbieten ist, wird heute an den Finanzmärkten als … "Neue Normalität" verklärt, und die dafür verantwortlichen Notenbanker werden gar als … "Helden der Krise" (Christine Lagarde, geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF)) gefeiert. Was für eine verrückte Welt!

„Die Inflation kommt nicht über uns als ein Fluch oder als ein tragisches Geschick; sie wird immer durch eine leichtfertige oder sogar verbrecherische Politik hervorgerufen.“ (Ludwig Erhard)

Tatsächlich haben die "Helden der Krise" nur verantwortungslos wirtschaftende Pleitebanken und -staaten gerettet, mit den verordneten Null- und Negativ-Zinsen die Marktkräfte beseitigt, und mit dem Drucken von gigantischen 9.600 Milliarden Dollar an "funny money“ dafür gesorgt, dass aus dem weltweiten 142.000-Milliarden-Dollar-Verschuldungsproblem von 2008 nunmehr ein fast 200.000 Milliarden Dollar schweres Problem niemals mehr rückzahlbarer Schulden werden konnte!

Dass Regierungen und die ihnen dienenden Notenbanken auch weiterhin alles in ihrer Macht stehende unternehmen werden, um das stetig größer werdende Überschuldungsproblem über eine massive Geldentwertung (Inflation) zu „lösen“, ist kaum mehr zu bezweifeln. So wird beispielsweise Japans Notenbank die Geldmenge in diesem Jahr – wie schon 2015 – um abermals mehr als 80 Billionen Yen (umgerechnet gut 602 Milliarden Euro) inflationieren, während der Lira-Experte Mario Draghi im Dezember 2015 verkündete, bis März 2017 gar noch zusätzliche 360 Milliarden Euro drucken zu wollen. Und das mit einer Begründung, die den Vorwärts-immer-rückwärts-nimmer-Sozialismus-Parolen früherer Zentralplaner in Nichts nachstand: „Wir machen mehr, weil es wirkt, nicht, weil es gescheitert ist!“



Daten: Eurostat // Stand: Januar 2016



Auch wenn es seine Zeit braucht, bis diese von wirren Begründungen begleiteten geldpolitischen Amokläufe ihre fatalen Wirkungen voll entfalteten, so wird die jetzt mit größter Selbstverständlichkeit aufgenommene Finanzierung der reformunfähigen Wohlfahrtsstaaten per Druckerpresse auf Dauer zwangsläufig auf die (hyper-)inflationäre Zerstörung der betroffenen Währungen hinauslaufen. Selbst ein Notenbank-Insider wie Ex-Fed-Gouverneur Lawrence Lindsay hat daran keine Zweifel, sprach er doch im Mai 2015 im Rahmen einer unter dem Thema „Paying for the Past“ stehenden Podiumsdiskussion mit US-Notenbankgrößen wie Richard W. Fisher und Alan Greenspan Klartext: „Es endet immer auf diese Weise. Wenn Sie zurückschauen auf das alte Rom, auf die Ming Dynastie oder auf Simbabwe – immer, immer, immer endet es auf diese Weise. Wir reden hier über das Endspiel, und das ist unangenehm.“

Dass wir uns im Endspiel eines Geldsystems befinden, welches sich seit der Aufhebung der Golddeckung im Jahr 1971 nur noch auf – inzwischen exponentiell wachsenden – Schulden gründet, kann man auch daran ablesen, dass die Notenbanken zur »Rettung« der Welt „absichtlich“ die „größte Anleiheblase der Weltgeschichte“ erzeugt haben (Andrew Haldane, Chef der Finanzstabilität bei der Bank of England) und die Zinsen heute tiefer sein müssen, als in tausenden von Jahren zuvor, weil das gesamte Verschuldungskartenhaus sonst sofort zusammenbrechen würde.

Dass die Zauberlehrlinge in den Notenbanken nichts anderes können als bedrohliche Finanzblasen zu erzeugen, ist derzeit leider auch an vielen Aktienmärkten feststellbar. So war beispielsweise die Bewertung der US-Leitbörse nicht einmal während der Internetblase im Jahr 2000 so hoch wie heute.

Wie sehr das Spekulationsfieber derzeit wieder grassiert, zeigt sich dabei nicht nur an den rekordhohen Aktienkäufen auf Kredit, sondern auch den rekordhohen Übernahme- und Fusionsaktivitäten der Unternehmen oder auch deren rekordhohen verschuldungsfinanzierten Aktienrückkäufen. Auch die heute unter der Investorengemeinde vorherrschende Sorglosigkeit, die in das risikoausblendende Aktien-sind-alternativlos- und naive Dividenden-sind-die-neuen-Zinsen-Mantra gipfelt, ist ein weiterer klarer Beleg für die aktuell herrschende euphorische Stimmung, die alle Finanzblasen in der Geschichte kennzeichnete.

Die gute Stimmung und der (Irr-)Glaube, dass mehr Liquidität automatisch zu steigenden Aktienkursen führt, wurden selbst dadurch nicht getrübt, dass der Aufwärtstrend an vielen Aktienmärkten im Jahr 2015 bereits merklich ins Stocken geriet. Zwar legten sowohl die japanische als auch einige westeuropäische Börsen im Jahresverlauf 2015 noch zu, doch obwohl die Fed-Chefin Yellen „beträchtliche wirtschaftliche Fortschritte“ in den USA diagnostizierte, mussten ausgerechnet die Investoren an der Weltleitbörse der "Weltkonjunkturlokomotive" schon Verluste hinnehmen. An zahlreichen Emerging-Markets-Börsen galt es sogar deutliche Kurseinbußen zu verkraften, samt eines spektakulären Crashs des chinesischen Aktienmarktes! Warum aber plötzlich Kursverluste, wenn Aktien doch angeblich alternativlos sein sollen?

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