Börse Frankfurt: Dax geht die Puste aus

Börse Frankfurt: Dax geht die Puste aus

, aktualisiert 01. Juli 2016, 12:59 Uhr
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Die Kurse in Frankfurt steigen weiter.

Quelle:Handelsblatt Online

Das war dann wohl doch zu viel an Erholung: Trotz Brexit-Schocks lieferte der Deutsche Aktienindex eine starke Woche und stabilisiert sich. Am Nachmittag aber verliert er sich nach deutlichen Gewinnen in Pendelei.

FrankfurtEine Woche nach dem Brexit-Beben hat sich der Aktienmarkt stabilisiert. Anleger zeigten sich am Freitag zunächst in Kauflaune und verhalfen dem Dax zu weiteren Gewinnen. Mit Handelsdauer nahm die Erschöpfung zu, der Leitindex begann zu pendeln.. Zuletzt notierte der Frankfurter Platzhirsch am frühen Nachmittag mit 9713 Punkten 0,4 fester – und in etwa auf demselben Niveau wie vor einer Woche, als der desaströse erste Handelstag nach dem britischen Referendum sein Ende fand. Die Kurse waren daraufhin weiter eingebrochen, doch die Aussicht auf die Unterstützung durch die Notenbanken hatte für eine Erholung auf dem Parkett gesorgt.

Die Notenbanken also – wer sonst, der für steigende Kurse auf den Anzeigetafeln sorgt? Schon vor dem Plebiszit hatten die Großen unter den Währungshütern angedeutet, dass sie notfalls stützend auf das Geschehen wirken würden, vor allem um die Märkte zu beruhigen. Dass sie tatsächlich hätten eingreifen müssen, kam wohl so überraschend wie für die Anleger selbst.

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So kündigte Mark Carney, Chef der Bank Of England am Donnerstag eine „Lockerung der Geldpolitik im Sommer an“. Experten wie die Analysten der ANZ Bank sehen mindestens eine Zinssenkung angedeutet. Die Zinsspekulationen ließen das britische Pfund abtauchen. Es fiel bis auf 1,3262 Dollar und blieb damit in Sichtweite seines 31-Jahres-Tiefs von Montag.

Börsianer hoffen aber auch auf die Europäische Zentralbank. Sie rechnen mit einer weiteren Aufstockung des laufenden Anleiheprogramm von einem derzeitigen Monatsvolumen von 70 auf 80 Milliarden Euro. Das Wunschdenken in Sachen Konjunkturspritzen drückte die Renditen südeuropäischer Staatsanleihen. Allerdings wurden die Spekulationen von seiten der EZB nicht genährt. Österreichs Notenbank-Gouvernour Ewald Nowotny etwa gab solchen Überlegungen zu Kursänderungen in der Geldpolitik angesichts des Brexits eine klare Abfuhr:  "Es ist noch viel zu früh, hier detaillierte Perspektiven zu geben"

Insidern zufolge will die Zentralbank nicht am festgelegten Kapitalschlüssel für ihre Bondkäufe rütteln. Dieser besagt, dass die EZB bei ihren monatlichen Käufen verstärkt zu Anleihen der Länder greift, die der Notenbank mehr Eigenkapital zur Verfügung stellen. Sollten die Währungshüter zukünftig von dieser Regel abweichen, könnten verstärkt Anleihen südeuropäischer Krisenstaaten aufgekauft werden.

Nach einem freundlichen Morgen wurden das Umfeld im laufe des Handels schwieriger. Während die zweite Liga deutscher Aktien sich nach dem Primus richtete - der MDax gewann 0,5 Prozent auf 19.938 Zähler, der TecDax 0,1 Prozent auf 1603 Punkte –, notierte der Leitindex der Währungsunion, der Euro-Stoxx-50 mit 2864 Punkten minimal leichter.

Auch wenn sich die Börse stabilisieren konnten und etwa der Londoner „Footsie“ auf Monatssicht im Juni sogar Gewinne verbuchen konnte, ist die Unsicherheit groß. Angesichts der Hängepartie um den Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union warnen die Händler davor, dass die Stimmung jederzeit wieder kippen könnte.

Am Freitag rückten zunächst aber Konjunkturdaten in den Mittelpunkt des Interesses. Zum Wochenausklang standen eine Menge neuer Eingaben an. So verschlechterte sich die Stimmung in der chinesischen Wirtschaft spürbar. In der Eurozone indes fiel der Einkaufsmanagerindex für die Industrie etwas besser aus als erwartet. Am Nachmittag stehen in den USA vor dem langen Wochenende ebenfalls Einkaufsmanagerindizes auf der Agenda. Die Wall Street bleibt am kommenden Montag wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen.


Abfuhr an die Banken

Die Vorgaben hatten einen Fortgang des freundlichen Handels erwarten lassen. An der Wall Street war der Dow-Jones-Index 1,3 Prozent fester bei 17.929 Stellen aus dem Donnerstagshandel gegangen. Auch dort rückte der Brexit vermehrt in den Hintergrund. In Japan gewann der Nikkei 0,7 Prozent auf 15.682 Punkte.

Unter den Einzelwerten im Dax bestimmten Auto-Titel das Geschehen. Mit Abstand am gefragtesten waren die Vorzugsaktien von Volkswagen, die sich um 4,2 Prozent verteuerten. Zwar konnten die Wolfsburger nicht vom gestiegenen Branchenabsatz in Frankreich profitieren – die Zahl verkaufter Fahrzeuge ging sogar zurück –, doch die Anleger griffen zu. Es folgten BMW und Continental, die sich um jeweils 2,5 Prozent verteuerten. Daimler gewann immerhin 1,7 Prozent hinzu.

Die Deutsche Bank gehört mit einem Plus von 0,8 zu den stärkeren Werten. Gestern erlebte das größte Geldhaus der Bundesrepublik erneut einen schwarzen Tag. Investoren drückten die Aktie auf ein neues Rekordtief, nachdem die US-Sparte erneut im Stresstest der Amerikaner durchgefallen war. International gaben einige der südeuropäischen Banken ihre jüngsten Gewinne wieder ab, nachdem ein so eindeutiges Dementi der Währungshüter kam, die Geldpolitik aufgrund der Brexits kurzfristig weiter auszuweiten. Si verlor der Mailänder Branchen-Index, der zeitweise um 4,7 Prozent zugelegt hatte, aktuell 1,8 Prozent.

Zu den schwächeren Papieren im Dax gehörte Infineon. Die Halbleiter-Spezialisten aus Bayern verloren ein Prozent, Händler machten schwache Zahlen vom US-Konkurrenten Micron Techonology verantworltich. Die Einschätzung der Profis bleiben dennoch positiv. Für die Schweizer Großbank UBS bleibt Infineon mit seiner Ausrichtung auf die Autoindustrie ein Schlüsselwert in der Techbranche. Im TecDax gaben Dialog Semiconductor um 0,39 Prozent nach.

Quelle:  Handelsblatt Online
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