Börsenstart der neuen Metro: Was sich für Metro-Anleger ändert

Börsenstart der neuen Metro: Was sich für Metro-Anleger ändert

, aktualisiert 13. Juli 2017, 12:24 Uhr
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Der Vorstandsvorsitzende Olaf Koch läutet zum Auftakt die Börsenglocke.

von Andreas NeuhausQuelle:Handelsblatt Online

Deutschlands einst größter Handelskonzern ist ab sofort geteilt: Mit dem Börsenstart zweier unabhängiger Unternehmen ist die Spaltung der Metro abgeschlossen. Was der Aktiensplit für Auswirkungen hat.

FrankfurtUm genau 9.05 Uhr schwang Olaf Koch die schwere Börsenglocke. Erst sehr verhalten, schließlich wurde der Vorstandsvorsitzende der Metro aber deutlich mutiger und das Läuten dröhnte durch den Frankfurter Handelssaal. Die Aufteilung der Metro-Gruppe zwei in zwei eigenständige, börsennotierte Unternehmen ist perfekt. Für das Unternehmen ist das ein großer Schritt, für Anleger ändert sich dagegen wenig.

Der Düsseldorfer Konzern hat sich in einen Lebensmittel- und einen Elektronikhändler aufgespalten, die seit diesem Donnerstag an der Börse notiert sind. Der Lebensmittelhändler mit den Supermarktketten und dem Großhandelsgeschäft firmiert unter dem Namen Metro, der Elektronikhändler Media-Saturn ist Teil der neuen Holding Ceconomy. „Mit der Börsennotierung der neuen Metro starten wir in die Zukunft“, sagte Koch, der auch an der Spitze des neuen Lebensmittelhändlers steht. Beide Teile sollen durch die Aufteilung schlagkräftiger und für Investoren attraktiver werden.

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Wenige Minuten nachdem Koch die Börsenglocke geläutet hat, wurde der erste Kurs der neuen Metro angezeigt: eine Punktlandung auf 20 Euro. Im Verlauf des morgendlichen Handels gab die Aktie allerdings nach, notierte zuletzt bei 19 Euro. Die Holding Cecnomy eröffnete bei 9,32 Euro, stieg dann auf zuletzt 9,77 Euro.

„Die Kursverteilung Zwei-Drittel zu Ein-Drittel war zu erwarten“, sagte ein Händler. „Allerdings sehen wir insgesamt einen Abschlag zum Schlusskurs der alten Metro, das ist schon eher überraschend. Die Titel stehen etwas unter Verkaufsdruck.“ Für den ersten Handelstag rechnen die Händler aus technischen Gründen mit großen Kursbewegungen.

Denn die Metro-Aufspaltung ist kompliziert: Die Aktionäre der früheren Metro AG, jetzt Ceconomy, hatten im Vorfeld für jede gehaltene Stammaktie eine zusätzliche Aktie der neuen Metro erhalten. Gleiches galt für die Vorzugsaktien. Zwar ist die Ceconmy-Aktie deutlich weniger wert als die der alten Metro, die neue Metro-Aktie sollte den Kursrückgang aber ausgleichen. Die alte Metro hatte sich am Vorabend mit einem Schlusskurs von 29,19 Euro von der Börse verabschiedet. Zuletzt waren die neue Metro und Ceconomy zusammen 28,77 Euro wert.


Welche Aktie aus dem MDax fliegt

An diesem Donnerstag sind mit den beiden Metro-Firmen zunächst 51 Titel im MDax. Da es bei dem Index für mittelgroße Unternehmen klare Regeln gibt, muss die abgespaltene neue Metro den MDax verlassen. Erst im September steht der nächste Review-Termin für die Index-Zusammensetzung fest.

Das hat Auswirkungen: Indexfonds beispielsweise dürfen nur Aktien von Unternehmen halten, die im MDax gelistet sind. „Jeder MDax-Trader ist dadurch dazu gezwungen, die Aktien der neuen Metro zu verkaufen“, sagte ein Händler. Aussteigen müssen sie üblicherweise am Tag nach dem ersten Handelstag – die Verkäufe werden demnach voraussichtlich am Donnerstag in der Schlussauktion ausgeführt werden.

Anders könnte es beim Index MSCI Euro aussehen. Dort ist die Listung von der Marktkapitalisierung abhängig. „Da könnte Ceconomy rausfliegen und Metro reinkommen“, so ein Händler. Es könnten allerdings auch beide Gesellschaften im Index landen.

Erst wenn sich das Handelsvolumen wieder normalisiert, wird sich abzeichnen, wohin sich der Kurs der beiden Unternehmen entwickelt. Die besseren Chancen werden dabei der neuen Metro zugerechnet. Ceconomy hat mit dem Geschäftsfeld Elektronikhandel die deutlich härtere Konkurrenz. Die neue Metro hat dagegen neben dem Großhandelsgeschäft auch noch einen stark wachsenden Lieferservice. Die Aktie vereinigt nach nach Einschätzungen von Analysten zwischen 60 und 70 Prozent vom Wert der alten Metro auf sich.

Quelle:  Handelsblatt Online
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