Borussia Dortmund: Ousmane Dembélé, der BVB-Aktienkurstreiber

Borussia Dortmund: Ousmane Dembélé, der BVB-Aktienkurstreiber

, aktualisiert 09. August 2017, 16:30 Uhr
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In seiner Premierensaison überzeugte Ousmane Dembélé auf ganzer Linie, war für Borussia Dortmund schnell unverzichtbar. Beim 2:1-Erfolg im Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt erzielte er den Treffer zum 1:0 und feierte anschließend den Pokalsieg.

von Leonidas ExuzidisQuelle:Handelsblatt Online

Die Aktie von Borussia Dortmund erreicht den höchsten Stand seit 2001. Das liegt vor allem an Ousmane Dembélé. Aktionäre warten gespannt, ob der Shootingstar für eine kaum vorstellbare Rekordsumme nach Spanien wechselt.

DüsseldorfBleibt er oder geht er? Die Spekulationen um einen möglichen Rekordtransfer von Borussia Dortmunds Shootingstar Ousmane Dembélé zum FC Barcelona wirken sich auch auf den Börsenkurs des Fußballklubs aus: Ein BVB-Anteilsschein kostete am Mittwochmittag zwischenzeitlich 6,60 Euro – so viel wie zuletzt vor 16 Jahren. Das Papier ist bei Aktionären schon länger gefragt, die Gerüchte über den möglichen Rekordtransfer hatten die Aktie in den vergangenen Tagen noch einmal kräftig getrieben. Am Nachmittag büßte sie weite Teile ihrer Gewinne allerdings wieder ein.

Medienberichten zufolge verhandelt eine Delegation aus Barcelona mit den Verantwortlichen der Borussia über einen Wechsel Dembélés nach Spanien. Die Ablöse soll demnach zwischen 120 und 150 Millionen Euro liegen. Für den BVB wäre der sportliche Verlust zwar immens und nicht zu kompensieren. Gleichwohl hätte der Verein, der den Franzosen im Sommer 2016 für 15 Millionen Euro von Stade Rennes verpflichtet hatte, ein finanziell höchstlukratives Geschäft erzielt. Die Aussicht auf diesen Geldregen lockt natürlich auch die Investoren.

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Als einzig börsennotierter Profiklub in Deutschland muss Borussia Dortmund seine Aktionäre umgehend mit einer Ad-hoc-Mitteilung über Ereignisse informieren, die den Aktienkurs beeinflussen könnten. Dazu dürfte auch ein Millionenangebot im dreistelligen Bereich zählen. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke lehnte am Mittwoch auf Anfrage des SID eine Stellungnahme ab.

Im Herbst 2000 wurden BVB-Aktien zum Stückpreis von elf Euro ausgegeben. Ein viel zu hoher Preis für einen Konzern mit vergleichsweise wenig Wachstumsperspektiven. In den Folgejahren, die den BVB an den Rand der Insolvenz brachten, rauschten die Anteilsscheine in den Keller. Lange Jahre pendelte das Papier unter der Marke von zwei Euro, zwischenzeitlich sogar unter einem Euro. Erst mit dem sportlichen Erfolg – der BVB wurde in der Saison 2010/11 nach neun Jahren wieder Deutscher Meister – legte der Verein auch an der Börse wieder zu. Seitdem spielt der BVB regelmäßig in der Champions League, die lukrative Millioneneinnahmen garantiert.

Nicht nur auf dem Platz überzeugte der BVB seine geduldigen Aktionäre: Das im SDax geführte Unternehmen profilierte sich mit cleveren Personalentscheidungen und strategischem sowie geschicktem Marketing. In den vergangenen zwölf Monaten gewann die Aktie über 60 Prozent. Erst im April hatte ein 28-Jähriger mit sogenannten Put-Optionsscheinen viel Geld auf einen fallenden BVB-Aktienkurs gesetzt und einen Sprengstoff-Anschlag auf den Mannschaftsbus verübt. Die Anteilsscheine verloren allerdings nur leicht an Wert.

Der BVB, der am 19. August mit einer Partie beim VfL Wolfsburg in die neue Bundesliga-Saison startet, präsentiert am 28. September die Zahlen für das Geschäftsjahr 2016/2017. Der Konzernerlös hat sich seit 2011 mehr als verdoppelt, erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert von 376 Millionen Euro.

Falls der BVB eine Offerte aus Barcelona ausschlägt, dürfte der Kurs im kommenden Sommer ähnlich wie in diesen Wochen reagieren. Dembélé ist vertraglich noch bis 2021 an Dortmund gebunden. Sollte der Franzose erneut national wie international eine derart überragende Saison spielen, wird es auch im nächsten Jahr nicht an Kaufinteressenten mangeln. Möglich, dass dann auch der FC Barcelona erneut anklopft.

Quelle:  Handelsblatt Online
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