Carl Icahn und Co.: Aktivisten lohnen sich

Carl Icahn und Co.: Aktivisten lohnen sich

, aktualisiert 04. September 2016, 14:29 Uhr
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Der Milliardär und aktivistische Hedgefonds-Manager Carl Icahn bei einem Fernsehinterview: Ein Untersuchung der Aktienkurse der beteiligten Unternehmen zeigt, dass sich seine Aktivitäten auch für die betroffenen Aktionäre lohnen.

von Frank WiebeQuelle:Handelsblatt Online

Aktivistische Investoren kaufen Unternehmensanteile, mischen sich in die Geschäftspolitik ein. Sie sind noch echte Kapitalisten aus Fleisch und Blut. Doch wie erfolgreich sind sie? Studien zeigen interessante Ergebnisse.

New YorkEs sind bekannte Namen wie Carl Icahn mit seiner gleichnamigen Firma, Jeffrey Smith mit Starboard Value oder Nelson Peltz mit Trianon: aktivistische Investoren, die Anteile an Unternehmen kaufen und sich dann in die Geschäftspolitik einmischen. Ihr Ziel ist häufig, die Ausschüttungen zu erhöhen, oft auch, die Strategie zu ändern, das Management auszutauschen oder die betreffende Firma zum Verkauf ganzer Unternehmensteile oder zu Fusionen mit Konkurrenten zu zwingen. In einem Umfeld, wo immer mehr Anleger auf passives Management setzen, oder wo Anlageentscheidungen von Computern getroffen werden, sind die Aktivisten noch echte Kapitalisten aus Fleisch und Blut.

Aber wie erfolgreich sind sie wirklich? Der Analyst Andrew Birstingl von Fact-Set Insight hat nachgerechnet. Er hat insgesamt 269 Kampagnen von Aktivisten von Anfang 2010 bis Anfang August 2016 unter die Lupe genommen. Ein klares Ergebnis ist dabei: Schon der Einstieg eines Aktivisten stützt sehr häufig den Kurs.

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In 82 Prozent aller Fälle notierte die Aktie des betreffenden Unternehmens am Tag nach der Ankündigung des Einstiegs höher als am Tag davor. In diesem kurzen Zeitraum haben die Investoren im Schnitt 3,9 Prozent verdient – im Jahr 2016 waren es sogar 5,9 Prozent. Am meisten hat sich das Spiel im Einzelhandel gelohnt. Im Juli 2014 bescherte der Einstieg des Investors Jana Partners dem Unternehmen Pet-Smart einen Kurssprung von mehr als 15 Prozent – das war der höchste Wert im untersuchten Zeitraum.

Aber wie geht es weiter? Zwischen dem Einstieg eines Investors und dem Ende seiner Kampagne gab es nur in 47 Prozent der Fälle eine bessere Kursentwicklung als bei vergleichbaren Unternehmen derselben Branche. Dabei war es offenbar nicht immer leicht, das Ende zu definieren. Es kann zum Beispiel der Ausstieg sein, oder aber eine Einigung mit dem Management über bestimmte Veränderungen. Die 47 Prozent sind zunächst ein schwacher Wert.


Welcher Einstieg am erfolgreichsten war

Ein deutlich besseres Bild ergibt der Vergleich der Renditen. Über den ganzen Zeitraum und den breiten Markt hinweg haben die Investoren im Durchschnitt 7,4 Prozent während der jeweiligen Kampagne verdient, während der breite Aktienmarkt in den USA (gemessen am S&P 500 Total Return Index) vergleichbar nur 5,7 Prozent abgeworfen hat.

Den größten Geldsegen brachte der Einstieg von Carl Icahn bei Netflix im Oktober 2012: Nach fast einem Jahr, so lange dauerte die Kampagne, hatte sich der Einsatz der Investoren mehr als vervierfacht. Icahn war nach der Auswertung von Fact-Set nicht nur der aktivste, sondern auch der erfolgreichste Aktivist.

Birstingl hat auch untersucht, wie sich die Aktien nach dem Ausstieg entwickeln. Dabei ergab sich aber nach seinem eigenen Eingeständnis kein klares Bild. Fazit bleibt aber: Insgesamt lohnt sich die Arbeit der Aktivisten für die Investoren.

Zu ähnlichen Ergebnissen sind die US-Autoren C.N.V Krishnan, Frank Partnoyb, und Randall S. Thomas in ihrer Studie gekommen. Sie haben in dem Zeitraum von 2008 bis 2014 untersucht, warum Hedgefonds in ihrem Wettbewerbsumfeld erfolgreich sind. Ihr Ergebnis: Es hängt nicht davon ab, wie sie ihre Übernahmeziele identifizieren, sondern schaffen es mit ihrer Reputation, die die Autoren mit „Schlagkraft und Expertise“ benennen.

Erfolgreiche Aktivisten greifen nicht ständig an, auch weil solche Hedgefonds oft mit schwachen Renditen in Verbindung gebracht werden. Top-Aktivisten hingegen zeigen die Fähigkeit, bei unterschiedlichen Interventionen erfolgreich zu sein. Sie nehmen große Firmen ins Visier, beginnen erfolgreiche Übernahmekämpfe, reichen Klagen ein, die sie anschließend gewinnen, setzen den Vorstand über die Medien unter Druck, überwinden bei Übernahmeangeboten die Abwehrmaßnahmen und ersetzen Vorstandsmitglieder. Solche Aktivisten würden mit derartigen Maßnahmen bessere Ergebnisse erzielen als mit Veränderungen in der Kapitalstruktur und der Dividendenpolitik.

Quelle:  Handelsblatt Online
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