Dax-Umfrage: Kommt jetzt die Jahresendrally?

Dax-Umfrage: Kommt jetzt die Jahresendrally?

, aktualisiert 05. Dezember 2016, 14:27 Uhr
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Plastikbullen als Symbol für steigende Kurse stehen vor dem Dax-Chart an der Frankfurter Börse. Laut einer Analyse des Anlegerverhaltens ist der Ausbruch des Dax über die Marke von 10.800 Punkten nur eine Frage der Zeit.

von Jürgen RöderQuelle:Handelsblatt Online

Trotz der Ablehnung der italienischen Parlamentsreform legt der Dax deutlich zu. War dies der Startschuss für eine Rally zum Jahresschluss? Eine exklusive Analyse hat auf diese Frage eine eindeutige Antwort.

DüsseldorfEs sind schon verrückte Börsenzeiten: Da will Großbritannien aus der EU, der unberechenbare Donald Trump wird US-Präsident und die Italiener sorgen mit ihrem Nein zur Verfassungsänderung für eine handfeste Regierungskrise. Und das Ergebnis ist immer gleich: An den Aktienmärkten werden solche Entscheidungen begrüßt, auch wenn es nach dem Brexit-Votum einige Tage gedauert hat.

Auch nach dem Ausgang des Referendums in Italien, das ein Ende der Euro-Zone einläuten könnte, stabilisiert sich der Euro und der sonst sichere Krisenprofiteur Gold büßt an Wert ein. Und der deutsche Leitindex liegt knapp zwei Prozent im Plus.

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Ist dieser kräftige Anstieg am heutigen Montag gleichzeitig der Startschuss zu einer Jahresendrally? Seit Anfang August schafft das deutsche Börsenbarometer nicht, die Marke von 10.800 Punkten zu überwinden. Im Gegenzug bietet auf der Unterseite die 10.200 Punkte Unterstützung.

Sentimentexperte Stephan Heibel gibt auf diese Frage eine eindeutige Antwort: „Ein Ausbruch nach oben ist nur eine Frage der Zeit.“ Der Inhaber des Analysehauses Animusx wertet die wöchentliche Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment aus, bei der mehr als 2300 Anleger zur Börsenstimmung befragt werden. Er begründet seine optimistische Meinung mit dem derzeitigen Investitionsverhalten der Anleger.

Noch in der vergangenen Handelswoche sah alles anders aus. Das Wochenminus an den deutschen Börsen in Höhe von 1,7 Prozent beim Dax erstreckte sich über sämtliche Branchen hinweg. Und wiederholt hatte die Frankfurter Benchmark den Sprung über die Marke von 10.800 Punkten nicht geschafft.

Als Folge hat sich entsprechend stark die Stimmung unter den Anlegern eingetrübt. So sieht bereits jeder vierte Umfrageteilnehmer den Dax in einem Abwärtsimpuls (plus 17 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche). Mit 60 Prozent (minus elf Prozentpunkte) gehen jedoch nach wie vor die Meisten von einer Seitwärtsbewegung aus.


Gemischtes Bild bei anderen Indikatoren

Dabei geben 22 Prozent (plus elf Prozentpunkte) zu, von diesem Rückschlag auf dem falschen Fuß erwischt worden zu sein. Immerhin elf Prozent haben darauf spekuliert. Da die meisten den Dax nach wie vor in einer Seitwärtsbewegung sehen, fühlen sich viele in ihrer Sichtweise zum größten Teil bestätigt (minus vier Prozentpunkte auf 40 Prozent). Kaum erfüllt sehen 27 Prozent (minus acht Prozentpunkte) ihre Erwartungen.

Während die Stimmung einbricht, steigt der Zukunftsoptimismus. Gut jeder Dritte erwartet für den Dax in drei Monaten steigende Kurse. Die Zahl derer, die dann von einer Seitwärtsbewegung ausgehen, liegt knapp darunter. Nur noch 22 Prozent fürchten einen Abwärtsimpuls.

Und entsprechend der optimistischeren Erwartung steigt auch die Investitionsbereitschaft. Immerhin will jeder Vierte wieder in den kommenden zwei Wochen Aktien zukaufen (plus vier Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche). Nur zwölf Prozent wollen verkaufen. Mit 63 Prozent bleiben die meisten jedoch nach wie vor an der Seitenlinie.

Ein Blick auf die anderen Indikatoren zeigt ein gemischtes Bild. Das Euwax-Sentiment, das auf realen Trades mit Hebelprodukten auf den Dax basiert, ist stark zurückgekommen. Die Privatanleger haben sich an der Börse nun wieder neutral positioniert.

In den USA hingegen notiert der „Angst-und-Gier-Index“ des S&P 500, dem technische Marktdaten zugrunde liegen, weiterhin bei 68 Prozent und damit nah der gefährlichen Gier-Grenze, die eher Kursverluste signalisiert.
Institutionelle Anleger haben ihre Investitionsquote wieder auf 98 Prozent erhöht, das höchste Niveau seit August. Damit sind internationale Anleger nun wieder für steigende Kurse positioniert, fallen somit jedoch als zukünftige Käufer weg.


Sehr hohe Cashquote

Blogger und Börsenbriefschreiber geben zu 45 Prozent Kaufempfehlungen aus, ein relativ normaler Wert. US-Privatinvestoren sind zu 43,8 Prozent „bullisch“, da zeigt sich schon ein recht kräftiger Optimismus.

„Die Stimmungsdaten geben diese Woche insgesamt kein klares Bild ab“, lautet die Einschätzung von Stephan Heibel. Deswegen hat er sich die ausführlichere Animusx-Sentimentumfrage angeschaut. Bei dieser Erhebung werden unter anderem nach der Investitionsquote und der Aufteilung zwischen Aktien und Anleihen gefragt, die Antwort getrennt zwischen Privatanlegern und Institutionellen analysiert.

Das Ergebnis: Während Privatanleger bereits kräftig investiert sind, haben Institutionelle sich in den vergangenen Wochen stark aus dem Aktien- und Anleihemarkt zurückgezogen. Gleichzeitig hat sich die Cashquote entsprechend stark erhöht. Seit dem Sommer 2012 verfügten institutionelle Anleger nicht mehr über so viele Barreserven wie heute. „Ich werte das als klares Zeichen dafür, dass es genug Anlagevermögen an der Seitenlinie gibt, das nur darauf wartet, in den Markt gegeben zu werden“, meint der Sentimentexperte.

Die Unsicherheiten wie die vergangenen Wahlen und Referenden haben seiner Ansicht nach für diese defensive Haltung in Deutschland gesorgt. Für ihn ist das nicht der Ausgangspunkt eines anhaltenden Ausverkaufs an den Aktienmärkten, im Gegenteil. „Sollte der Dax nochmals in Richtung 10.200 Punkte korrigieren, würde ich das als Kaufgelegenheit betrachten“, sagt Heibel.

Die Handelsblatt-Umfrage startet jeden Freitag und endet am Sonntag. Die Auswertung lesen Sie tags darauf auf Handelsblatt Online. Einfacher haben es Leser, die sich für eine kostenlose Erinnerungsmail eintragen. Sie erhalten automatisch eine Mail mit der Bitte, an der Umfrage teilzunehmen, und eine, wenn die Experten-Auswertung auf Handelsblatt Online zu lesen ist.

Quelle:  Handelsblatt Online
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