Devisen: Verwirrung um den Dollar

Devisen: Verwirrung um den Dollar

, aktualisiert 20. Januar 2017, 12:07 Uhr
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Der designierte Finanzminister Steven Mnuchin nahm auch zum Dollar-Kurs Stellung – eine Gegenmeinung zu Trump.

von Matthias StreitQuelle:Handelsblatt Online

Zu Beginn der Woche beschwert sich der designierte US-Präsident Donald Trump über den starken Dollar. Jetzt relativiert sein auserkorener Finanzminister die Aussagen. Eine Reise ins Ungewisse.

FrankfurtHeute hü, morgen hott. So in etwa wälzt die neue US-Regierung ihre Strategie für den Dollar-Kurs aus. Schimpfte Donald Trump vor wenigen Tagen noch über die Stärke der US-Währung („Sie bringt uns um“), hat sich nun offenbar sein Finanzminister Steven Mnuchin zur Gegenrede berufen gefühlt. „Die langfristige Stärke des Dollars ist wichtig“, erklärte er während einer Anhörung des Senats. Donald Trumps Aussage sei eben nicht auf die lange Frist bezogen gewesen.

So weit, so widersprüchlich. Schließlich waren es ja Trumps Versprechungen, Amerika wieder „großartig“ zu machen, ein Konjunkturprogramm anzustoßen und Billionen von amerikanischem Kapital im Ausland zurück ins Land zu holen, die den Dollar in seinem Aufwertungskurs stark bekräftigen. Zuletzt war er zwar wieder etwas gefallen, auf aktuell 1,0653 Dollar je Euro.

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Dennoch bleiben die Währungsstrategen der Großbanken überzeugt: In diesem Jahr wird für einen Euro erstmals seit 2002 wieder nur ein Dollar fällig. Die Deutsche Bank etwa glaubt Ende 2017 gar an einen Kurs von 0,95 Dollar je Euro.

Ob es soweit kommt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie viel Trump von seinen Versprechen umsetzt. Erste Indizien dafür könnte es heute Abend geben, wenn der Republikaner als 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt wird. Allzu groß sind die Erwartungen nach dem Hin und Her der vergangenen Wochen aber nicht. „Heute wird sich Trump vor allem feiern lassen. Die Arbeit kommt später. Und wir tappen erst einmal weiter im Dunkeln“, kommentiert die Währungsanalystin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. Auch Fed-Präsidentin Janet Yellen werde wohl die ersten 100 Tage Trumps im Amt abwarten, um sich ein genaueres Bild zu machen. Die Chancen auf eine weitere Zinserhöhung im März stünden „schlecht“.

Dass Trump den Dollar schwächer reden kann, daran zweifelt hingegen Kit Juckes, Devisenstratege von der Société Générale. „Handlungen reden meist lauter als Worte. Am Beginn einer Präsidentschaft dürften jedoch die Absichtserklärungen am lautesten sprechen“, erklärt er. Zwischen fünf und zehn Prozent könne der Dollar gegenüber den zehn größten Währungen noch aufwerten. Schließlich wird Trump eine Sache nicht müde zu betonen:

In einem Interview mit dem Wall Street Journal hatte Trump zu Beginn der Woche die jüngste Aufwertung des Dollars kritisiert. Allein gegenüber dem Euro, der mit dem Dollar das nach Handelsvolumen wichtigste Währungspaar der Welt bildet, hat die US-Währung seit der Wahl Trumps mehr als 13 Prozent zugelegt. Eine starke Währung verteuert den Export von Waren heimischer Unternehmen ins Ausland.

Die größten Sorgen Trumps gelten offenbar aber der Stellung gegenüber China: „Unsere Unternehmen können mit ihnen im Moment nicht konkurrieren, weil unsere Währung zu stark ist“, erklärte er. Mehrfach hat Trump in den vergangenen Monaten Anspielungen gemacht, dass China den Yuan künstlich schwach halte. Dabei argumentieren viele Experten vielmehr, dass China – im Gegenteil – sich bemüht, den Yuan solide zu halten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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